Bei Cody Rhodes ist derzeit eine Veränderung zu beobachten, die sich nicht allein auf seine jüngste Auseinandersetzung mit Randy Orton beschränkt. Gerade weil WWE beim „American Nightmare“ seit Jahren an einer sehr klaren Präsentation festhält, lohnt sich der Blick darauf, wie weit das Unternehmen mit seinem Topstar tatsächlich gehen möchte.
WWE soll derzeit keinen vollständigen Heel-Turn für Cody Rhodes planen
Nach seinem deutlich aggressiveren Auftreten gegen Randy Orton bei Sunday Night’s Main Event wird verstärkt darüber spekuliert, ob WWE Cody Rhodes langfristig in eine andere Richtung entwickeln könnte. Nach Informationen von WrestleVotes ist ein vollständiger Heel-Turn aktuell jedoch nicht vorgesehen. Während einer Q&A-Runde erklärte der Insider, dass er bislang nichts davon gehört habe, dass WWE Rhodes vollständig zum Bösewicht machen wolle.
Einer der wichtigsten Gründe dafür soll weniger mit der kreativen Ausrichtung als vielmehr mit Rhodes’ enormem wirtschaftlichen Wert zusammenhängen. WrestleVotes verwies darauf, dass Cody besonders bei den Fans erfolgreich sei, die regelmäßig Geld für WWE-Merchandise ausgeben. Solche Zahlen hätten innerhalb des Unternehmens erhebliches Gewicht und würden bei kreativen Entscheidungen berücksichtigt.
Nach Einschätzung des Insiders wäre es für WWE deshalb riskant, einen derzeit so erfolgreichen Babyface-Star nur für eine neue TV-Storyline zum Heel zu machen. Ein solcher Rollenwechsel könnte zwar neue kreative Möglichkeiten eröffnen, zugleich aber die Gefahr mit sich bringen, einen Teil der Einnahmen zu verlieren, die Rhodes in seiner aktuellen Rolle generiert.
Ganz ausschließen soll WWE eine Veränderung seines Charakters dennoch nicht. WrestleVotes hält es für möglich, dass Rhodes künftig eine dunklere und kompromisslose Seite zeigt, ohne seine grundsätzliche Rolle als Publikumsliebling aufzugeben.
Ähnliche Bedenken gab es bei WWE offenbar schon früher
Diese Einschätzung deckt sich auffällig mit einem früheren Bericht von Fightful. Bereits im Mai 2025 wurde bekannt, dass ein Heel-Turn für Rhodes innerhalb von WWE zumindest vorgeschlagen worden sein soll. Damals habe es jedoch mehrere Stimmen gegeben, die sich gegen eine solche Veränderung ausgesprochen hätten.
Schon damals wurden vor allem starke Merchandise-Verkäufe, gute Ticketzahlen und die konstant positiven Publikumsreaktionen als Gründe genannt. Die WWE habe daher weiterhin bevorzugt mit Rhodes als Babyface geplant. Die aktuelle Aussage von WrestleVotes wirkt somit weniger wie ein kurzfristiger Entschluss, sondern vielmehr wie die Fortsetzung einer seit langem bestehenden Haltung innerhalb des Unternehmens.
Dass Rhodes wirtschaftlich weiterhin eine wichtige Rolle spielt, zeigte sich auch bei WrestleMania 42. Dort gehörte er erneut zu den erfolgreichsten individuellen Merchandise-Verkäufern im Stadion und belegte hinter CM Punk den zweiten Platz. Vollständige aktuelle Verkaufsranglisten veröffentlicht WWE zwar nicht regelmäßig, dennoch gilt Rhodes seit Jahren als einer der stärksten Namen in diesem Bereich.
Damit entsteht für WWE ein bekanntes Dilemma: Ein vollständiger Heel-Turn könnte den Charakter aus kreativer Sicht auffrischen, würde aber gleichzeitig eine äußerst erfolgreiche Verbindung zwischen Rhodes und einem großen Teil des Publikums aufs Spiel setzen.
Sunday Night’s Main Event zeigte bereits eine andere Seite des American Nightmare
Das Match gegen Randy Orton lieferte WWE zugleich eine Möglichkeit, diese Grenze auszutesten. Rhodes präsentierte sich dort deutlich aggressiver als gewöhnlich. Die Auseinandersetzung eskalierte schon vor dem eigentlichen Matchbeginn und verlagerte sich zeitweise durch die Zuschauerränge. Später setzte Rhodes seinem früheren Mentor unter anderem mit der Ringtreppe zu und attackierte den bereits blutenden Orton mehrfach.
Besonders deutlich wurde Codys innerer Konflikt im Finish. Nach zwei Cross Rhodes wollte er Randy Orton mit dessen eigenem Punt treffen, hielt jedoch im letzten Moment inne. Genau dieses Zögern nutzte Orton aus, setzte einen Low Blow und anschließend den RKO zum Sieg an.
Die Szene könnte damit bereits auf eine mögliche Veränderung von Rhodes hindeuten. Noch hält er an den Grenzen fest, die ihn als Babyface auszeichnen. Gleichzeitig zeigte WWE, dass Cody zumindest bereit ist, über deutlich härtere Maßnahmen nachzudenken. Eine künftig aggressivere Version seiner Figur könnte genau an diesem Punkt ansetzen.
Cody Rhodes sieht die Babyface-Rolle selbst als besondere Herausforderung
Auch frühere Aussagen von Rhodes fügen sich bemerkenswert gut in diese Entwicklung ein. Im Februar 2026 erklärte er in der US-Show „Live with Kelly & Mark“, dass ihm seine Rolle als Babyface sehr viel Freude bereite und er sie eigentlich nicht aufgeben wolle. Dabei verwies er auch auf den hohen Anteil junger WWE-Fans, für die klassische Publikumslieblinge weiterhin eine große Bedeutung hätten.
Noch konkreter wurde Rhodes in seinem Podcast „What Do You Wanna Talk About?“ im Gespräch mit Rey Mysterio. Dort erklärte er, dass gerade die Schwierigkeit der Babyface-Rolle einen besonderen Reiz für ihn darstelle. Ein Heel könne leichter cool wirken, Regeln brechen oder sich gegen das Publikum stellen. Ein glaubwürdiges Babyface müsse dagegen auch in schwierigen Situationen die richtige Entscheidung treffen.
Ein Heel-Turn bleibt dennoch nicht für immer ausgeschlossen
Vollständig ausgeschlossen hat Rhodes eine spätere Veränderung seiner Rolle allerdings nie. Im vergangenen Jahr erklärte er bei Busted Open Radio, dass man im Wrestling grundsätzlich niemals „nie“ sagen sollte. Gleichzeitig wusste er selbst nicht, ob er während des verbleibenden Abschnitts seiner Karriere überhaupt noch einmal diesen Weg einschlagen werde.

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