Cody Rhodes hat in seiner langen Wrestling-Karriere unzählige Reisen, Shows und außergewöhnliche Situationen erlebt. Eine Fahrt aus seiner früheren WWE-Zeit blieb ihm jedoch besonders im Gedächtnis und verfolgt ihn offenbar bis heute.
In seinem Podcast „What Do You Wanna Talk About?“ sprach Rhodes gemeinsam mit Santino Marella ausführlich über einen Vorfall, der zunächst wie eine gewöhnliche Reise zu einer weiteren WWE-Show begann und innerhalb weniger Sekunden völlig außer Kontrolle geriet.
Triple H brachte die Idee mit dem gemeinsamen Bus ins Spiel
Ausgangspunkt der Erzählung war ausgerechnet ein vernünftiger Ratschlag von Triple H: Rhodes erinnerte sich daran, dass dieser den jüngeren Wrestlern nahegelegt hatte, nicht automatisch davon auszugehen, dass nur die größten Stars einen eigenen Bus nutzen könnten.
Stattdessen könnten sich mehrere Wrestler zusammenschließen, die Kosten teilen und dadurch komfortabler reisen. Ein Kühlschrank, ausreichend Platz und die Möglichkeit direkt vor einem Fitnessstudio zu parken, sollten den stressigen WWE-Alltag erleichtern.
Rhodes, Santino Marella und Sheamus griffen die Idee auf. Ihr Fahrzeug war zwar kein riesiger Tourbus, bot aber mehrere Schlafkojen, Aufenthaltsbereiche und ausreichend Platz für längere Reisen. Für die Fahrt Richtung Madison im US-Bundesstaat Wisconsin schien damit zunächst alles gut organisiert.
Mitten in der Nacht geriet die Fahrt außer Kontrolle
Die Reise fand mitten im Winter statt. Nachdem der Fahrer versichert hatte, die Strecke sei problemlos zu bewältigen, legten sich die Wrestler schlafen. Rhodes erinnerte sich daran, dass er kaum in seiner Koje gelegen habe, als sich das Fahrzeug plötzlich ungewöhnlich stark bewegte.
Zunächst war noch unklar, ob die Straßenverhältnisse allein dafür verantwortlich waren. Kurz darauf bemerkten Rhodes und Marella jedoch, dass der Bus nicht mehr normal abbremste, sondern über die Fahrbahn schleifte.
Für beide begann in diesem Moment eine äußerst beunruhigende Phase. Rhodes erklärte, dass er nicht wusste, ob der Bus möglicherweise von einer Brücke oder einen Abhang hinunterstürzen würde. Als zusätzlich Glas zerbrach, sei ihm erstmals ernsthaft der Gedanke gekommen, dass sie die Situation womöglich nicht überleben würden.
Marella schilderte eine ganz ähnliche Wahrnehmung. Da er sich in einer fensterlosen Schlafkoje befand, konnte er nicht erkennen, was außerhalb des Fahrzeugs geschah. Er habe deshalb nur gehofft, dass der Bus zum Stillstand komme.
Cody Rhodes hielt den Fahrer zunächst für tot
Nach einigen weiteren dramatischen Sekunden stoppte das Fahrzeug schließlich. Für etwa zehn Sekunden reagierte zunächst niemand. Dann verließ Rhodes seine Koje und sah das Ausmaß des Unfalls zum ersten Mal.
Der vordere Bereich des Busses war schwer beschädigt. Gegenstände waren umgestürzt, die Frontscheibe war zerstört und Teile des Innenraums sahen aus, als seien sie regelrecht durcheinandergeworfen worden.
Besonders erschreckend war für Rhodes der Anblick des Fahrers. Dieser saß nach vorn gebeugt und regungslos am Steuer, während an der zerstörten Scheibe Blut zu sehen war. Rhodes ging im ersten Moment davon aus, dass der Mann den Unfall nicht überlebt hatte.
Als er sich dem Fahrer näherte, richtete dieser sich jedoch plötzlich wieder auf. Er schüttete sich Wasser über den Kopf und hatte nach Rhodes’ Erinnerung Glassplitter im Bereich der Augen. Anschließend habe er sich hingesetzt und sich immer wieder entschuldigt.
Santino Marella suchte mitten im Chaos nach seiner Kontaktlinse
Trotz der ernsten Situation entwickelte sich gleichzeitig eine Szene, über die Rhodes und Marella heute lachen können. Während Rhodes versuchte, die Situation mit dem verletzten Fahrer und dem zerstörten Bus einzuordnen, bemerkte er Marella auf dem Boden.
Der frühere Intercontinental Champion suchte mit einem Handy nach seiner verlorenen Kontaktlinse und fragte nach einer Taschenlampe. Rhodes konnte damals kaum verstehen, warum ihn ausgerechnet das in diesem Moment beschäftigte.
Marella erklärte nun den Hintergrund. Während seiner aktiven Karriere litt er unter Keratokonus und hatte ohne seine Kontaktlinsen erhebliche Sehprobleme. Für ihn war die verlorene Linse deshalb alles andere als nebensächlich, weil er ohne sie kaum etwas erkennen konnte. Inzwischen wurden ihm nach eigenen Angaben entsprechende Linsen dauerhaft implantiert.
Der Fahrer war offenbar eingeschlafen
Rhodes und Marella kamen bei ihrer späteren Rekonstruktion zu dem Schluss, dass der Fahrer während der Fahrt eingeschlafen war. Das Fahrzeug kollidierte anschließend mit einem Straßenschild, wobei besonders die Front des Busses schwer beschädigt wurde.
Der Bus war nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit und praktisch zerstört. Rhodes, Marella und Sheamus blieben jedoch unverletzt genug, um ihre Reise fortzusetzen. Damit endete die ungewöhnliche Nacht allerdings noch lange nicht.
Trotz des Unfalls ging es weiter zur WWE-Show
Ein Mitarbeiter des Pannendienstes brachte die Gruppe zunächst zu einer Raststätte. Dort mussten Rhodes, Marella und Sheamus eine Möglichkeit finden, ihre Reise nach Madison fortzusetzen.
Schließlich organisierte die Gruppe ein klassisches gelbes Taxi. Mit ihrem gesamten Gepäck im Fahrzeug setzten sie die Fahrt zur nächsten WWE-Show fort. Für Rhodes war dies rückblickend ein typisches Beispiel dafür, wie selbstverständlich Wrestler damals selbst nach außergewöhnlichen Zwischenfällen versuchten, den nächsten Termin noch zu erreichen.
Als sie schließlich in Wisconsin ankamen, wartete bereits das nächste Problem. Sheamus hatte das Hotel versehentlich für den falschen Tag gebucht. Die Mitarbeiter konnten der Gruppe letztlich zwar weiterhelfen, doch die ohnehin chaotische Reise erhielt damit noch eine weitere kuriose Wendung.
Das Busunternehmen machte ein ungewöhnliches Angebot
Besonders bemerkenswert war für Rhodes auch die Reaktion des Busunternehmens. Statt den Unfall ausführlich zu untersuchen oder mögliche rechtliche Folgen zu thematisieren, wurde ihm angeboten, am folgenden Wochenende erneut kostenlos einen Bus zu nutzen.
Rhodes nahm dieses Angebot tatsächlich an. Rückblickend erscheint ihm diese Entscheidung selbst ungewöhnlich, zumal der Unfall nachhaltige Spuren hinterlassen hat. Der frühere Undisputed WWE Champion erklärte, dass ihn Busfahrten seitdem nervös machen. Obwohl er schon eine Woche später wieder in ein solches Fahrzeug stieg, habe ihn die Erinnerung an jene Nacht nie vollständig verlassen.

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