Was zunächst wie eine klassische Celebrity-Zusammenarbeit wirkte, hat sich für Lil Yachty bei WWE deutlich weiterentwickelt. In einem neuen Interview mit Chris Van Vliet sprach der Rapper nun ausführlich darüber, wie aus einer einfachen Idee immer mehr wurde und warum er inzwischen selbst über weitere Matches nachdenkt.
Lil Yachty wollte bei WWE ursprünglich gar nicht wrestlen
Lil Yachty hatte zunächst überhaupt nicht vor, selbst in den Ring zu steigen. Sein ursprüngliches Ziel sei vielmehr gewesen, sich dauerhaft als Manager beziehungsweise Begleiter im WWE-TV zu etablieren. Mit einem Augenzwinkern erklärte er, der zweitbeste Manager aller Zeiten werden zu wollen – direkt hinter Paul Heyman. Der Kontakt zu WWE entstand über Neil Lawi aus dem Musikbereich des Unternehmens. Vor WrestleMania erhielt Yachty schließlich die Möglichkeit, Trick Williams bei dessen Entrance zu begleiten. Genau dabei wollte er allerdings nicht einfach wie ein beliebiger prominenter Gast auftauchen.
Yachty wusste nach eigener Aussage, wie kritisch Wrestling-Fans auf Celebrities reagieren können, wenn deren Auftritte innerhalb der Storyline keinen nachvollziehbaren Grund haben. Deshalb schlug er selbst vor, bereits einige Wochen zuvor bei SmackDown aufzutreten und eine Verbindung zu Trick aufzubauen. Das Kuriose daran: Zu diesem Zeitpunkt waren beide noch gar nicht eng miteinander befreundet. Yachty hatte Williams lediglich bei einigen WWE-Shows getroffen. Nachdem Trick ihn wegen der Idee kontaktierte, telefonierten beide jedoch fast zwei Stunden miteinander und entwickelten sofort zahlreiche gemeinsame Ansätze.
Aus einer WWE-Idee wurde eine echte Freundschaft
Was zunächst lediglich im Fernsehen glaubwürdig wirken sollte, entwickelte sich anschließend auch privat weiter. Yachty bezeichnet Trick inzwischen als seinen Bruder und sogar als einen der positivsten Einflüsse seines Lebens. Er hob vor allem dessen strukturierte Lebensweise und Einstellung hervor. Die enge Verbindung zwischen beiden sei damit längst nicht mehr nur Teil einer WWE-Story.
Wie ernst Yachty sein Engagement nahm, zeigte sich schon früh. Er bezahlte seine Flüge und Hotelaufenthalte zunächst über mehrere Monate selbst, um der WWE zu zeigen, dass es ihm nicht nur um einen gelegentlichen Promi-Auftritt ging. Sein Einsatz blieb offenbar nicht unbemerkt. Während der Proben für die WrestleMania zog Bruce Prichard ihn zur Seite. Yachty glaubte zunächst, möglicherweise etwas falsch gemacht zu haben. Doch stattdessen bot Prichard ihm einen Vertrag an und lud ihn ein, dauerhaft Teil der WWE-Familie zu werden.
Nach seinem ersten Match wollte Lil Yachty plötzlich mehr
Besonders bemerkenswert ist, wie stark sich Yachtys Einstellung zum Wrestling inzwischen verändert hat. Ursprünglich wollte er ausdrücklich nicht selbst wrestlen. Mittlerweile sieht das anders aus. Vor seinem In-Ring-Debüt gegen Baron Corbin bei Sunday Night’s Main Event bereitete sich Yachty rund drei Monate intensiv vor. Nach eigener Aussage trainierte er teilweise zweimal täglich und reduzierte seine Arbeit an neuer Musik erheblich. Zeitweise habe er sogar darüber nachgedacht, sich ein Haus in Orlando zu kaufen, um näher an seinem Wrestlingtraining zu sein.
Das Match selbst hat allerdings deutliche Spuren hinterlassen. Am nächsten Morgen schmerzte praktisch sein gesamter Körper. Besonders eine Clothesline von Corbin hatte ihn während des Matches hart getroffen. Von weiteren Auftritten hat ihn das offenbar nicht abgeschreckt. Auf die Frage, ob er künftig noch weitere Matches bestreiten möchte, machte Yachty deutlich, dass er inzwischen sogar mit zahlreichen weiteren Begegnungen rechnet.
Auch ein mögliches Match gegen Trick Williams kam im Interview zur Sprache. Yachty betonte ausdrücklich, dass WWE ihm dazu bislang nichts mitgeteilt habe. Aufgrund ihrer inzwischen engen Freundschaft würde ihn ein solches Match jedoch reizen.
Der „Gingerbread Man“ war ursprünglich nur ein spontaner Witz
Auch die ungewöhnliche Story rund um Sami Zayn entstand deutlich spontaner, als es im WWE-TV möglicherweise wirkte. Yachty und Trick Williams hätten Zayn zunächst lediglich wegen seiner roten Haare scherzhaft als „Gingerbread Man“ bezeichnet. Die Idee kam demnach nicht aus einer größeren kreativen Planung von WWE. Beide begannen vielmehr selbst damit, den Begriff immer weiter auszubauen. Yachty ließ ein Shirt anfertigen, brachte Lebkuchen mit und arbeitete gemeinsam mit Trick an weiteren Ideen.
Daraus entwickelte sich schließlich sogar ein komplettes Segment rund um eine Beerdigung des „Gingerbread Man“. Nachdem Zayn die Zeremonie gestört hatte, richtete sich Yachty im Stil des Undertakers aus einem Sarg auf. Auch dafür war Vorbereitung nötig. Yachty erklärte, dass seine Füße entsprechend gepolstert werden mussten, damit er genügend Druck erzeugen konnte. Erst dabei habe er richtig gemerkt, wie viel Körperspannung für den berühmten Undertaker-Moment nötig ist.
Yachty verteidigt den humoristischen WWE-Stil
Kritik daran, dass solche Segmente zu albern oder zu weit vom klassischen Wrestling entfernt seien, kann Yachty wenig abgewinnen. Für ihn gehöre Humor ausdrücklich zum Wrestling dazu. Die Zuschauer würden manchmal vergessen, dass WWE nicht nur aus technisch starken Matches bestehe, sondern auch Entertainment liefern solle. Nicht jede Show müsse aus einer Aneinanderreihung von vermeintlichen Fünf-Sterne-Matches bestehen.
Dass WWE Yachty und Trick offenbar viel Freiraum lässt, passt zu früheren Aussagen von Williams. Dieser erklärte bereits, dass die Verantwortlichen ihm bei vielen Ideen erlaubten, seinen eigenen Stil einzubringen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar