Killer Kross hat in einem ausführlichen Interview mit D-Von Dudley scharfe Kritik an seiner WWE-Vergangenheit unter Vince McMahon geübt. Der ehemalige NXT Champion schildert detailliert, wie er und seine Partnerin Scarlett Bordeaux nach starken NXT-Auftritten beim Sprung ins Main Roster bewusst geschwächt worden seien, um den Verhandlungswert zu drücken. Beide bestätigen außerdem, dass eine Rückkehr zu WWE prinzipiell möglich sei, machen aber TKO für das bisherige Scheitern der Gespräche verantwortlich.
Vertrauliche Warnungen aus dem Backstagebereich
Schon während seiner erfolgreichen Zeit bei WWE NXT wurde Kross eigenen Aussagen zufolge von erfahrenen Kollegen vorgewarnt. Mehrere Personen mit dreißig bis vierzig Jahren Erfahrung im Wrestling-Geschäft hätten ihn und Scarlett Bordeaux vertraulich beiseitegenommen.
Der Tenor war eindeutig: Der durch den NXT-Run aufgebaute Wert werde Vince McMahon „unangenehm“ werden, da dieser ihn beim Wechsel ins Main Roster neu unter Vertrag nehmen müsse. Die damaligen Hinweisgeber, deren Namen Kross nicht öffentlich nennen will, legten ihm vor allem Geduld, Vorsicht und einen wachen Blick auf die Booking-Entscheidungen ans Herz.
Bewusste Strategie zur Wertminderung
Im weiteren Verlauf des Gesprächs schildert Kross, wie sich diese Warnungen aus seiner Sicht Schritt für Schritt bewahrheitet hätten. Vince McMahon habe ihm den Hinweisen zufolge mit „wirklich schlechten Ideen“ begegnen wollen, um ihn zurückzustufen, sein Selbstvertrauen zu beschädigen und ihn anschließend für deutlich weniger Geld zu binden.
Diese gezielte Herabstufung sei kein Zufall, sondern Teil einer kalkulierten Verhandlungstaktik gewesen. Kross betont, er habe den beschriebenen Mechanismus zunächst kaum glauben können, aus heutiger Sicht erscheine ihm das damalige Vorgehen jedoch konsistent und nachvollziehbar.
Ein Muster beim Umgang mit ehemaligen NXT-Stars
Kross beschränkt seine Kritik nicht auf den eigenen Fall. Er führt mehrere prominente Beispiele an, bei denen er ein ähnliches Muster erkenne. So sei etwa Keith Lee nach seinem starken NXT-Auftritt deutlich verändert worden, und Adam Cole habe sich angeblich den Kopf rasieren und als Manager auftreten sollen, statt seine in NXT aufgebaute Identität fortzuführen.
Wer zu jener Zeit mit einem hohen Standing von NXT kam und im Main Roster unter Wert präsentiert wurde, wirkte automatisch geschwächt, erklärt Kross. D-Von Dudley brachte in dem Gespräch außerdem die im WWE-Umfeld bekannte Einteilung in „Triple-H-Leute” und „Vince-Leute” ins Spiel. Diese Einteilung sei für viele NXT-Aufsteiger zur Belastung geworden.
Mitgefühl mit aussortierten Talenten
Auf die jüngsten WWE-Entlassungen angesprochen, äußert Kross deutliches Mitgefühl mit den betroffenen Wrestlern, die seiner Meinung nach nie die Chance auf eine faire Präsentation erhalten hätten. Viele Zuschauer, die Wrestling nur gelegentlich verfolgen, würden oft unterschätzen, wie wenig Einfluss Talente tatsächlich auf ihre eigene Darstellung haben.
Kross betont, dass die wahrgenommene Stärke eines Stars weniger vom tatsächlichen Können als von der kreativen Inszenierung im Fernsehen abhängt. Sinngemäß bringt er es auf die folgende kurze Formel: „Eure Hände liegen nicht so am Steuer, wie ihr denken würdet.“ Die Wahrnehmung der Fans entstehe vor allem durch das Booking und nicht durch die reine Fähigkeit im Ring.
TKO als Knackpunkt und offene Tür zur Rückkehr
Auf eine mögliche Rückkehr angesprochen, machen Kross und Scarlett Bordeaux deutlich, dass sie ein Comeback nicht ausschließen. Scarlett betont, dass sie die Stars aus der Umkleide, die Writer und die Producer nie als feindlich erlebt hätten und viele Kollegen aufrichtig vermissen würden. Das eigentliche Problem sehen beide bei TKO. Die Konzernspitze sei dafür verantwortlich, dass die letzten Vertragsgespräche gescheitert seien.
Kross ergänzt, der Dialog mit WWE selbst sei nie wirklich abgebrochen worden, eine Rückkehr bleibe daher prinzipiell denkbar. An einer Stelle korrigiert Scarlett ihren Partner allerdings offen: Aus ihrer Sicht sei die Tür für ernsthafte Gespräche nie tatsächlich offen gewesen, was Kross schließlich bestätigt. Über AEW oder andere Promotions wurde in dem Interview nicht konkret gesprochen.

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