Kevin Nash gehört seit Jahren zu den prominentesten Stimmen, wenn es um Entwicklungen bei WWE und im Wrestling-Geschäft geht. In der aktuellen Ausgabe seines „Kliq This“-Podcasts zeigte sich der Hall of Famer allerdings deutlich zurückhaltender als gewohnt und sprach über mehrere Themen, die bei ihm zuletzt für Distanz zum aktuellen Geschehen gesorgt haben.
Kevin Nash verfolgt WWE derzeit nur noch sehr eingeschränkt
Nash machte deutlich, dass er das aktuelle WWE-Produkt inzwischen kaum noch regelmäßig verfolgt. Als entscheidenden Wendepunkt nannte er WrestleMania 42, das bei ihm einen nachhaltig negativen Eindruck hinterlassen habe. Seitdem schaue er nur noch ausgewählte Inhalte und konzentriere sich dabei vor allem auf Segmente mit Raquel Rodriguez, die er schon länger besonders gerne verfolgt.
Eine grundsätzliche Abneigung gegen Wrestling sei dafür allerdings nicht verantwortlich. Nash erklärte sinngemäß, dass er im Sommer schlicht andere Prioritäten habe und seine Zeit lieber außerhalb des Hauses verbringe, anstatt jede wöchentliche Show vollständig anzusehen. Gleichzeitig habe auch die zunehmend negative Stimmung rund um Wrestling-Diskussionen in sozialen Medien dazu beigetragen, dass sein Interesse an vielen Debatten zurückgegangen sei.
Diese Haltung passt zu mehreren Äußerungen, die Nash bereits nach WrestleMania 42 gemacht hatte. Damals hatte er das gesamte Wochenende als deutlich weniger besonders empfunden als frühere WrestleMania-Ausgaben und Zweifel daran geäußert, ob unter der heutigen Unternehmensführung noch alle Elemente vorhanden seien, die das Event früher ausgezeichnet hätten.
Nash hatte seinerzeit außerdem auf die geringere Präsenz internationaler Fans hingewiesen und die Situation rund um Sicherheit und Unterbringung der WWE-Talente in Las Vegas kritisiert. Die aktuelle Podcast-Aussage wirkt daher weniger als eine spontane Abrechnung als vielmehr wie die Fortsetzung einer bereits länger bestehenden Distanz zum Produkt.
Warum Nash auch die Big Boss Man Dokumentation nicht sehen möchte
Ein weiteres Thema der aktuellen Ausgabe war die Serie „Dark Side of the Ring“. Nash wurde auf die Episode über Ray Traylor angesprochen, der Wrestling-Fans vor allem als Big Boss Man bekannt ist. Dass Nash die Dokumentationsreihe grundsätzlich meidet, ist keine neue Entwicklung. Bereits 2023 hatte er erklärt, noch keine einzige Folge gesehen zu haben. Der Grund dafür liegt nach seiner Darstellung vor allem in seinen persönlichen Erfahrungen innerhalb des Wrestling-Geschäfts.
Viele der in der Serie behandelten Wrestler seien für ihn nicht lediglich bekannte Persönlichkeiten aus dem Fernsehen gewesen, sondern ehemalige Kollegen, Reisegefährten und Freunde. Die Beschäftigung mit deren Schicksalen würde deshalb Erinnerungen hervorrufen, die Nash bewusst nicht erneut durchleben möchte.
Über Ray Traylor sprach Nash in diesem Zusammenhang mit großer Wertschätzung. Er erinnerte sich an ihn als ausgesprochen bodenständigen und angenehmen Menschen. Nach Nashs damaligem Kenntnisstand sei Traylor nach Hause gekommen, habe sich erschöpft hingesetzt und sei später nicht wieder aufgewacht. Nash betonte dabei, dass dies lediglich die Version sei, die ihm persönlich damals mitgeteilt wurde. Wie „Dark Side of the Ring“ Traylors Tod behandelt, könne er nicht beurteilen, weil er die Episode bewusst nicht angesehen habe.
Kevin Nash verteidigt Triple H wegen Fotos mit Donald Trump
Im weiteren Verlauf kam Nash auch auf die politische Debatte rund um Paul „Triple H“ Levesque zu sprechen. In sozialen Medien tauchen regelmäßig Fotos auf, die Levesque gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump zeigen. Einige Nutzer verbinden damit Fragen nach Levesques politischer Haltung oder verlangen öffentliche Erklärungen.
Nash hält diese Schlussfolgerungen für zu weitreichend. Aus seiner Sicht müsse berücksichtigt werden, dass Triple H über seine Familie und inzwischen auch über offizielle Termine Berührungspunkte mit der US-Regierung habe. Besonders verwies Nash auf Linda McMahon, die als US-Bildungsministerin tätig ist und zugleich Levesques Schwiegermutter ist.
Gleichzeitig geht die Verbindung inzwischen über familiäre Zusammenhänge hinaus. Triple H gehört als Vice-Chair dem President’s Council on Sports, Fitness, and Nutrition an. Damit nimmt er selbst eine offizielle Funktion innerhalb einer vom Präsidenten eingesetzten Initiative wahr.
Nash stellte sich dennoch gegen die Vorstellung, dass jedes gemeinsame Foto automatisch eine umfassende politische Erklärung von Levesque erfordere. Er kritisierte vielmehr die Art, wie solche Bilder in sozialen Medien teilweise ohne weiteren Kontext interpretiert würden.
Nash hat Trump in der Vergangenheit selbst öffentlich kritisiert und zugleich mehrfach betont, dass politische Differenzen für ihn kein Grund sind, seine jahrzehntelange Freundschaft zu Levesque infrage zu stellen.

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