Nur einen Tag nach seiner großen Ankündigung bei WWE Backlash hat John Cena diese öffentlich verteidigt. Auf X erklärte der 17-fache World Champion ungewöhnlich offen, warum er sein neues WWE-Projekt rund um den „John Cena Classic” trotz spürbarer Kritik in der Fanszene für richtig hält und welches Risiko er dabei bewusst eingeht. Sein Statement liest sich weniger als eine klassische Promo, sondern eher wie ein persönliches Bekenntnis.
Reaktion auf gemischte Fan-Stimmen nach Backlash
Bereits unmittelbar nach Cenas Ankündigung bei WWE Backlash am 9. Mai in Tampa (wir berichteten) hatte sich online ein gemischtes Stimmungsbild abgezeichnet. Während ein Teil der Fans das Konzept eines Fan-gewählten Champions als frische Idee feierte, äußerten andere deutliche Skepsis, vor allem mit Blick auf das Voting-Element. Ein häufig genannter Vorwurf lautete, dass Match-Ergebnisse durch die Abstimmung faktisch entwertet würden, weil Siege und Niederlagen am Ende nichts mehr über den Titelträger aussagten. Auf genau diese Kritik reagierte Cena mit einem mehrteiligen Posting auf X.
Drei Grundsätze und ein klares Bekenntnis zum Risiko
In seinem Statement erläuterte Cena zunächst die persönlichen Leitlinien, die er anderen WWE-Talenten regelmäßig mit auf den Weg gebe. Er riet dazu, authentisch zu bleiben, keine Angst vor dem Scheitern zu haben und das eigene „Warum“ zu kennen. Anschließend führte er aus, dass der „John Cena Classic“ diese Werte für ihn selbst widerspiegele, auch wenn das Konzept noch nicht ausgereift sei.
Wörtlich erklärte Cena dazu: „Das John Cena Classic ist sicher noch nicht perfekt, aber es ist authentisch, ich bin selbst auch nicht perfekt, und es spiegelt meine Werte und Überzeugungen wider.“ Er sei sich des Risikos bewusst, dass das Projekt komplett scheitern könne, fürchte sich aber nicht davor und halte es weiterhin für richtig, in die Arena zu steigen.
Roosevelt-Anspielung und persönliche Mission
Mit der Formulierung „stepping in the arena“ greift Cena eine berühmte Passage aus Theodore Roosevelts Rede „Citizenship in a Republic“ aus dem Jahr 1910 auf. Roosevelt würdigte darin denjenigen, der in der Arena steht, sich Mühe gibt und auch Niederlagen riskiert, im Gegensatz zu jenen, die nur von außen kritisieren. Diese Anspielung verleiht Cenas Statement eine philosophische Note und unterstreicht zugleich seine Bereitschaft, sich der Kritik bewusst auszusetzen.
Im weiteren Verlauf des Postings führte er aus, sein „Warum“ bei der WWE bestehe darin, so lange wie möglich nützlich zu sein. Nach dem Ende seiner aktiven In-Ring-Karriere wolle er seine verbleibende Reichweite und Energie nutzen, um eine Plattform für junge Talente zu schaffen.
WWE intern noch im Findungsprozess
Cenas öffentliche Einordnung passt zu einem aktuellen Update von Dave Meltzer im Wrestling Observer. Meltzer berichtete, ihm sei mitgeteilt worden, das Projekt sei intern derzeit als „Work in Progress“ einzuordnen. WWE habe die Ankündigung bei Backlash bewusst vor der finalen Ausarbeitung platziert und arbeite die konkrete Struktur erst im Anschluss aus.
Folgerichtig, so Meltzer weiter, sei nahezu jede aktuell kursierende Fan-Theorie zum Format reine Spekulation. Ob es sich am Ende um ein klassisches Turnier, eine Reihe von Einzelmatches oder eine andere Variante handle und wie die Bestimmung des Champions konkret ablaufe, sei intern noch nicht entschieden. Auffällig dabei: Meltzer spricht in seinem Bericht vom „John Cena Invitational“, während Cena selbst und WWE bislang konsequent den Begriff „John Cena Classic“ verwenden. Das deutet darauf hin, dass selbst der finale Name womöglich noch nicht zementiert ist.
NXT-Schwerpunkt und Mehrwert für die Fans
Der Schwerpunkt der Plattform liegt für Cena klar bei WWE NXT. Das John Cena Classic soll insbesondere NXT-Wrestlern die Bühne bieten, sich vor einem breiten Publikum zu präsentieren und ihre Fähigkeiten unmittelbar mit Main-Roster-Stars zu vergleichen. Parallel dazu wolle Cena den Fans ein neuartiges Erlebnis bieten, das vom üblichen WWE-Format abweiche.
Selbst wenn am Ende nur Erkenntnisse für künftige Projekte gewonnen würden, sei der Versuch aus seiner Sicht wertvoll. Dieses Selbstverständnis deckt sich mit Cenas bisherigem Engagement, hauptsächlich mit der Initiative, die er bereits für die NXT-Auftritte bei Saturday Night’s Main Event XLII Anfang Dezember 2025 angeschoben hatte.
Rückblick auf die Backlash-Ankündigung
Cena hatte bei Backlash 2026 in der Benchmark International Arena in Tampa ein komplett neues Event vorgestellt, in dem Stars vom Main Roster auf NXT-Talente treffen sollen. Der spätere Champion wird durch ein Fan-Voting bestimmt, sodass auch eine Niederlage in einem Match nicht automatisch das Aus bedeutet.
Bereits in den Tagen vor Backlash hatte Cena seinen Auftritt mehrfach als möglichen „prägenden Moment“ seiner Karriere angekündigt und damit hohe Erwartungen geweckt. Weitere Details zum Format, zum erstmaligen Austragungstermin und zum Design der dazugehörigen John Cena Classic Championship sollen nach Cenas Worten folgen, sobald die Ausarbeitung intern weiter vorangeschritten sei. Angesichts des Meltzer-Berichts dürfte dieser Prozess vorerst ohne festen Zeithorizont laufen.

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