Joe Hendry hat sich innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit zu einer der ungewöhnlichsten Persönlichkeiten im WWE-Umfeld entwickelt. Musik, Comedy, direkte Interaktion mit der Kamera und die Reaktionen des Publikums gehören längst fest zu seiner Präsentation.
Nun gibt es nicht nur Neuigkeiten zu seiner derzeitigen WWE-Situation, sondern auch interessante Einblicke darin, wie einige seiner bekanntesten Markenzeichen überhaupt entstanden sind.
Joe Hendry arbeitet derzeit an einem neuen WWE-Projekt
Nachdem Hendry zuletzt seltener im WWE-TV zu sehen war, gibt es nun eine Erklärung für seine Abwesenheit. Laut PWInsider arbeitet er derzeit am ersten Projekt der neuen Kooperation zwischen WWE und ReelShort. Hendry übernimmt eine Rolle in einer Live-Action-Mikrodrama-Serie für mobile Plattformen. Die Dreharbeiten laufen bereits, Details zur Handlung und zu seinem Charakter bleiben jedoch unter Verschluss.
Seine Beteiligung war bereits bekannt. WWE hatte im Juli angekündigt, dass auch Drew McIntyre, Jacob Fatu sowie die ReelShort-Darsteller Marc Herrmann und Chase Mattson zur Besetzung gehören. Die Produktion sollte im August starten und im frühen Herbst erscheinen.
ReelShort ist auf kurze fiktionale Smartphone-Inhalte spezialisiert. WWE will damit neue Zielgruppen erreichen und seine Stars in einer anderen Form des Storytellings präsentieren.
Seine WWE-Abwesenheit sollte nicht überbewertet werden
Einige Berichte stellten Hendrys Situation zuletzt so dar, als sei er bereits seit längerer Zeit komplett aus dem WWE-Fernsehen verschwunden. Ganz so deutlich ist seine Abwesenheit allerdings nicht. Noch am 2. August griff Hendry beim SummerSlam in die Auseinandersetzung zwischen Danhausen und Dominik Mysterio ein. Einen Tag später trat er bei Raw gegen Bron Breakker an und am 10. August war er erneut in der Show zu sehen.
Sein derzeit geringerer TV-Einsatz hängt nach PWInsiders Informationen mit den laufenden Dreharbeiten zusammen und soll nicht darauf hindeuten, dass WWE von weiteren Plänen mit ihm Abstand genommen hat. Ein konkreter Termin für seine Rückkehr ins regelmäßige WWE-TV ist bislang allerdings nicht bekannt.
David Brent inspirierte Hendrys berühmten Kamerablick
Abseits seiner aktuellen Dreharbeiten sprach Hendry bei „Cheap Heat“ über die Entwicklung seiner Wrestling-Persönlichkeit und die überraschende Inspiration hinter seinem bekannten Blick in die Kamera.
Anfangs habe er den Kopf lediglich leicht zur Kamera gedreht. Durch die zunehmenden Publikumsreaktionen sei die Bewegung immer deutlicher geworden und schließlich zu einem festen Bestandteil seiner Präsentation geworden.
Als Vorbild nannte Hendry David Brent aus der britischen Originalversion von „The Office“. Die von Ricky Gervais gespielte Figur blickt im Mockumentary-Stil regelmäßig bewusst in die Kamera. Hendry habe sich gefragt, wie sich David Brent als Wrestler verhalten würde, woraus die Idee für seinen Kamerablick entstanden sei.
Auch Hendrys Musikvideos haben einen deutlichen „The Office“-Einfluss
Die Verbindung zu David Brent beschränkt sich nicht auf den Kamerablick. Hendry bezeichnet die britische Version von „The Office“ als seine liebste Fernsehserie und erklärte, dass auch Brents Musikvideo zu „If You Don’t Know Me by Now“ einen Einfluss auf seine eigenen Wrestling-Musikvideos gehabt habe.
Doch David Brent ist nicht die einzige ungewöhnliche Inspirationsquelle. Hendry beschreibt seinen Charakter als Mischung aus Brent und Tom Cruise während dessen berühmtem Auftritt bei Oprah Winfrey, bei dem der Hollywoodstar enthusiastisch auf das Sofa sprang. Diese Kombination aus übertriebenem Selbstbewusstsein, Comedy und bewusster Kamerainteraktion entwickelte Hendry im Laufe der Jahre immer weiter.
Die Fans veränderten sogar seinen bekanntesten Chant
Viele Bestandteile seines Charakters entstanden nach Hendrys Darstellung nicht durch langfristige Planung, sondern entwickelten sich direkt aus den Reaktionen der Zuschauer. Das gilt für seine bekannte Handbewegung. Hendry führte sie früher wesentlich schneller aus, stellte aber fest, dass eine langsamere Ausführung deutlich stärkere Reaktionen hervorrief.
Ähnlich verlief die Entstehung seines „We Believe“-Chants. Ursprünglich wollte Hendry den Satz „I Believe in Joe Hendry“ als zentrale Catchphrase etablieren. Bei einer Veranstaltung begannen die Zuschauer jedoch von selbst mit „We Believe“-Rufen. Hendry erkannte die Reaktion und übernahm die Formulierung anschließend dauerhaft. Für ihn gehört genau dieses Beobachten des Publikums zu den wichtigsten Bestandteilen seiner Arbeit.
Nach seinem WWE-Vertrag zog Hendry bewusst nach Orlando
Im selben Interview sprach Hendry auch darüber, wie ernst er seinen Wechsel zu WWE genommen hat. Nach seiner Vertragsunterschrift zog er nach Orlando, um möglichst nah am WWE Performance Center zu sein und sich vollständig in das System einzufügen. Er wollte nach eigener Aussage an möglichst vielen Trainingseinheiten teilnehmen und von den dortigen Coaches und Talenten lernen.
Ebenso bat er WWE darum, ihn möglichst häufig bei lokalen Veranstaltungen einzusetzen. Hendry wollte nicht lediglich bei großen TV-Auftritten erscheinen, sondern möglichst viele Erfahrungen innerhalb des WWE-Systems sammeln. Gerade seine Zeit bei NXT betrachtet er deshalb als wichtigen Teil seiner weiteren Entwicklung.
Kritik gehört für Hendry zum kreativen Prozess
Hendry äußerte sich bei „Cheap Heat“ auch zur negativen Resonanz auf sein gemeinsames Raw-Segment mit Danhausen, das von Ryan Garcia, Dominik Mysterio und JD McDonagh unterbrochen worden war. Er nahm die Kritik gelassen und erklärte, als Performer müsse man unterschiedliche Ideen ausprobieren und akzeptieren, dass nicht alles beim Publikum funktioniere.
Für ihn sei entscheidend, aus den Reaktionen zu lernen. Auch sein heutiger Charakter sei über Jahre durch Experimente und direktes Fan-Feedback entstanden, nicht durch einen einzelnen kreativen Plan.
Seinen WWE‑Erfolg verdankt Hendry deshalb maßgeblich den Zuschauern. Ihre Reaktionen hätten ihm größere Möglichkeiten eröffnet und schließlich Auftritte auf den größten WWE-Bühnen ermöglicht.

Der Kader ist so groß, da ist es doch völlig okay, wenn verschiedene Aktive, die eh relativ präsent waren, mal über eine auch mal etwas längere Zeit nicht aktiv und zu sehen sind. Da muss man doch nicht immer gleich ein Drama oder irgend etwas von „fallengelassen“, „begraben“, „aufgegeben“ zusammenfantasieren.
Wenn es über fünf, sechs Monate werden, ohne dass eine Verletzung vorliegt, dann kann man ja mal nachfragen, was dahintersteckt, aber vorher…
Gilt nicht nur für WWE.