Jim Ross arbeitet weiter an seiner Rückkehr zu AEW und hat gleichzeitig mehrere aktuelle Wrestling-Themen ausführlich eingeordnet. Dabei geht es nicht nur um seinen eigenen Gesundheitszustand, sondern auch um AEW All In London, Ric Flair, Eric Bischoff sowie neue Spekulationen rund um den WWE-Abschied von Kofi und Austin Creed. Einige seiner Aussagen fallen dabei recht deutlich aus.
Jim Ross erlitt am Tag seiner Gehirnoperation einen weiteren Rückschlag
In der aktuellen Ausgabe von „Grilling JR“ enthüllte Ross, dass er ausgerechnet am Morgen seiner Gehirnoperation am 12. August erneut gestürzt sei. Dabei brach er sich den großen und den danebenliegenden Zeh am linken Fuß. Ross bemerkte zunächst nicht, dass beide Zehen tatsächlich gebrochen waren. Erst Röntgenaufnahmen im Krankenhaus brachten Klarheit, während er sich dort ohnehin auf den bevorstehenden Eingriff vorbereitete.
Für Ross war der Zeitpunkt besonders belastend. Ärzte mussten einen Shunt einsetzen, um überschüssige Flüssigkeit aus seinem Gehirn abzuleiten. Der zusätzliche Sturz ließ ihn nach eigener Aussage kurz darüber nachdenken, ob dies ein schlechtes Zeichen für die bevorstehende Operation sei. Die Verletzungen erschweren inzwischen auch seine weitere Genesung. Ross trägt am linken Fuß einen Walking-Boot, was seine ohnehin bestehenden Gleichgewichtsprobleme zusätzlich beeinflusst.
Gerade diese Balanceprobleme sind aktuell der wichtigste Grund dafür, dass Ross noch nicht wieder für AEW kommentiert. Die Arbeit am Mikrofon selbst traut er sich bereits zu. Matches könne er nach eigener Einschätzung problemlos verfolgen, interpretieren und entsprechend kommentieren. Seine Ärzte wollen jedoch verhindern, dass er auf Reisen oder vor Ort erneut stürzt.
AEW All Out wird zum konkreten Comeback-Ziel
Trotz der zusätzlichen Verletzung hat Ross bereits einen möglichen Termin für seine Rückkehr ins Auge gefasst. Sollte sich sein Zustand weiterhin im bisherigen Tempo verbessern, hält er einen Einsatz bei AEW All Out am 26. September im Raum Chicago für realistisch.
Der entscheidende Unterschied zu All In London ist die Reise. Von Oklahoma City nach Chicago kann Ross einen direkten Flug von ungefähr zwei Stunden nehmen, während eine Reise nach Europa aus medizinischer Sicht deutlich belastender gewesen wäre. Ross habe AEW bereits wissen lassen, dass er so schnell wie möglich wieder bei ausgewählten großen Matches am Kommentatorenpult sitzen möchte.
Tony Khan übt dabei nach Ross’ Darstellung keinen Druck aus. Der AEW-Präsident wünsche sich seine Rückkehr, allerdings nur dann, wenn Ross gesundheitlich dazu in der Lage sei. Offen bleibt weiterhin seine Vertragssituation. Ross hatte zuvor bestätigt, dass sein AEW-Vertrag im August auslaufen sollte. Eine neue Vereinbarung wurde bislang nicht öffentlich bekannt gegeben, obwohl er inzwischen wieder konkret über zukünftige AEW-Einsätze spricht.
Jim Ross nennt All In die bislang beste AEW-Show
Auch ohne selbst in London dabei gewesen zu sein, zeigte sich Ross von AEW All In begeistert. Für ihn war die Veranstaltung die beste Pay-per-View- oder TV-Produktion, die AEW seit der Gründung des Unternehmens auf die Beine gestellt habe. Direkt nach der Show schrieb er Tony Khan und gratulierte ihm.
Besonders lobte Ross die Präsentation, Promo Videos, Entrances und die Qualität der Matches. Kein Match sei für ihn lediglich durchschnittlich gewesen. Gleichzeitig sieht er Verbesserungspotenzial. Die Gesamtlänge der Veranstaltung empfand er als etwas umfangreich, zudem hätten ihm die vielen spektakulären Aktionen teilweise kaum Zeit zum Durchatmen gegeben.
Deutlich kritischer reagierte Ross auf Fans, die seiner Meinung nach zwanghaft nach Schwächen der Show suchen. Wer All In vollständig auseinandernehme, versuche aus seiner Sicht zu sehr, etwas Negatives zu finden. Gleichzeitig stellte er klar, dass AEW keineswegs frei von Problemen sei. Sowohl AEW als auch WWE müssten seiner Ansicht nach konsequenter einen klaren zukünftigen Topstar aufbauen und diesen über längere Zeit jede Woche durch Matches, Interviews, Promos und Videos präsentieren.
Ross widerspricht Eric Bischoff und Ric Flair
Ross äußerte sich zudem zu der Kritik von Eric Bischoff am Match zwischen Kenny Omega und Will Ospreay. Bischoff hatte das Duell stilistisch mit einem Match der Nasty Boys verglichen – wir berichteten. Ross hält diesen Vergleich für falsch und kann nach eigener Aussage nicht nachvollziehen, weshalb Bischoff ausgerechnet diese Parallele gezogen habe.
Auch Ric Flairs öffentliche Reaktion auf Vergleiche zwischen Omega und Ospreay sowie auf seine legendäre Rivalität mit Ricky Steamboat überzeugte Ross nicht. Flair hatte erklärt, ein solcher Vergleich gleiche dem Mississippi gegenüber dem Pazifik und Omega sowie Ospreay könnten sich damit zufriedengeben, Nummer zwei zu sein. Ross bezeichnete diese Aussagen als unnötig und unangebracht, betonte jedoch gleichzeitig seinen großen Respekt vor Flair und Steamboat.
Mit Flairs Hinweis auf zahlreiche einstündige Unentschieden erlaubte sich Ross sogar einen Scherz. Bei so vielen Draws könne man sich schließlich auch fragen, weshalb niemand ein passendes Finish gefunden habe.
Neue Spekulation über das WWE-Angebot an Kofi und Austin Creed
In demselben Podcast wurde außerdem über den WWE-Abschied von Kofi und Austin Creed gesprochen. Kofi hatte zuletzt bestätigt, dass die WWE von beiden eine Gehaltsreduzierung von mehr als 50 Prozent verlangt habe. Conrad Thompson brachte nun eine deutlich höhere Zahl ins Spiel: Nach Informationen, die er erhalten habe, könnte die tatsächliche Kürzung sogar bei 75 Prozent gelegen haben.
Ross vermutet, dass die WWE schlicht an einem Punkt angekommen sein könnte, an dem den Verantwortlichen keine ausreichenden kreativen Ideen mehr für beide einfielen und sie deshalb ein deutlich niedrigeres finanzielles Angebot unterbreiteten. Er stellte ausdrücklich klar, dass es sich dabei lediglich um seine persönliche Theorie handele. Den Wechsel zu AEW bewertete Ross dagegen positiv und erwartet, dass Kofi und Creed aufgrund ihrer Erfahrung auch hinter den Kulissen einen wertvollen Einfluss auf jüngere Talente ausüben können.

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