Darby Allin blickt auf seine Regentschaft als AEW World Champion zurück: Warum ihm Sternebewertungen nichts bedeuten

Darby Allin mit dem AEW World Champion Titel
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Darby Allin hat in den vergangenen Monaten eine der wichtigsten Phasen seiner AEW-Karriere erlebt. Dabei stand nicht nur der Gewinn der World Championship im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie er mit dem gestiegenen Druck und der größeren Aufmerksamkeit umgehen würde.

In mehreren aktuellen Interviews sprach Allin nun darüber, wie er selbst auf diese Zeit zurückblickt, warum er bestimmte Entscheidungen bewusst anders bewertet als viele Fans und weshalb Auszeichnungen oder Sternebewertungen für ihn kaum eine Rolle spielen.

Darby Allin bereut seine World-Title-Regentschaft nicht

Allin machte deutlich, dass er mit seiner Zeit als AEW World Champion vollkommen im Reinen ist. Trotz der vergleichsweise kurzen Regentschaft sehe er keinen Grund, im Nachhinein bestimmte Entscheidungen infrage zu stellen oder darüber nachzudenken, was möglicherweise hätte anders laufen können.

Für ihn sei vor allem wichtig gewesen, sich durch den Titelgewinn nicht zu verändern. Allin wollte nach eigener Aussage weder seine Persönlichkeit noch seinen Stil anpassen, nur weil er plötzlich an der Spitze der Promotion stand. Gerade diese Authentizität sei für ihn entscheidend gewesen.

Er habe schon früh gewusst, dass Wrestling nur einen begrenzten Abschnitt seines Lebens darstelle. Deshalb sei es ihm besonders wichtig gewesen, während der erfolgreichen Phase auf dem Boden zu bleiben und sich nicht von Championships oder öffentlicher Anerkennung definieren zu lassen.

Der extrem kurze Titelgewinn gegen MJF war bewusst so geplant

Ein besonders auffälliger Moment seiner Regentschaft war der überraschend schnelle Gewinn der AEW World Championship gegen MJF. Das Match dauerte nur wenige Minuten und unterschied sich damit deutlich von den langen Main Events, die bei großen Titelwechseln häufig erwartet werden.

Allin verteidigte diese Entscheidung nun ausdrücklich. Aus seiner Sicht müsse nicht jedes Championship Match automatisch 20 oder 25 Minuten dauern, um wichtig oder erinnerungswürdig zu sein. Gerade ein unerwartet schnelles Ende könne einen besonderen Effekt erzeugen.

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Der Gedanke dahinter sei, dass Zuschauer nicht automatisch davon ausgehen sollten, dass ein großes Match erst nach einer bestimmten Zeitspanne entschieden werden könne. Wenn ein Titelmatch jederzeit enden könne, entstehe eine andere Form von Spannung.

Allin verwies dabei auch auf frühere Wrestling-Beispiele, bei denen überraschend kurze Matches gerade deshalb im Gedächtnis geblieben seien. Für ihn müsse ein großes Match nicht zwingend einem vorhersehbaren Schema folgen.

Allin will Matches nicht für Sternebewertungen planen

Passend dazu erklärte Allin im Gespräch mit Adrian Hernandez, dass ihn Awards und Sternebewertungen grundsätzlich nicht besonders interessieren. Selbst die bekannten Bewertungen von Dave Meltzer spielen nach seiner Aussage keine Rolle dabei, wie er ein Match vorbereitet oder strukturiert.

Allin sieht darin sogar eine Gefahr. Wenn ein Wrestler bereits beim Aufbau eines Matches darüber nachdenkt, welche Auszeichnung oder wie viele Sterne er dafür erhalten könnte, geht für ihn ein Teil der persönlichen Authentizität verloren.

Er vergleicht diese Haltung mit einer Band, die nur mit dem Ziel Musik machen würde, einmal einen Grammy zu gewinnen. Sobald die mögliche Auszeichnung wichtiger wird als der kreative Prozess selbst, verliert das Ergebnis aus seiner Sicht einen Teil seiner Ehrlichkeit.

Deshalb konzentriert er sich lieber darauf, was sich für ihn selbst richtig anfühlt. Ob ein Match anschließend besonders hohe Bewertungen erhält, sei für ihn eher eine Folge als ein Ziel.

Seine Titelmatches erhielten dennoch viel Anerkennung

Gerade deshalb wirkt die öffentliche Wahrnehmung seiner Regentschaft besonders interessant. Mehrere seiner World-Title-Matches wurden sehr positiv bewertet und erhielten teilweise außergewöhnlich hohe Sternebewertungen.

Dave Meltzer bewertete seine Matches gegen Tommaso Ciampa und Konosuke Takeshita mit jeweils fünf Sternen. Auch die übrigen Championship Matches sowie seine spätere Niederlage gegen MJF wurden überwiegend positiv bewertet. Damit erhielt Allin genau jene Form der Anerkennung, der er selbst offenbar nur geringe Bedeutung beimisst. Das änderte jedoch nichts an seiner grundsätzlichen Haltung.

Auch hinter den Kulissen soll seine Regentschaft bei AEW einige Skeptiker überzeugt haben. Laut früheren Berichten gab es zunächst Personen innerhalb des Unternehmens, die sich nicht sicher waren, ob Allin langfristig als World Champion funktionieren würde. Nach seiner Titelphase sollen diese Personen seine Leistungen jedoch deutlich positiver bewertet haben.

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Sting prägte seine Einstellung zum Erfolg

Allin verwies in diesem Zusammenhang auch auf Sting, mit dem er über mehrere Jahre eng zusammenarbeitete. Die gemeinsame Zeit habe seine Sicht auf Wrestling und Erfolg nachhaltig geprägt. Für Allin war Sting ein Beispiel dafür, wie man trotz großer Erfolge und jahrzehntelanger Bekanntheit die eigene Persönlichkeit bewahren kann. Genau diese Haltung möchte er selbst ebenfalls verfolgen.

Allin erklärte, dass Wrestling für ihn letztlich nur eine kurze Phase innerhalb eines viel längeren Lebens sei. Wenn diese Zeit eines Tages vorbei sei, wolle er noch wissen, wer er außerhalb des Rings eigentlich sei.

Langsamer machen möchte Darby Allin trotzdem nicht

Trotz dieser vergleichsweise nüchternen Sicht auf Titel und Auszeichnungen bedeutet das nicht, dass Allin seinen extremen Wrestling-Stil künftig reduzieren möchte. Im Gegenteil: Er machte zuletzt deutlich, dass er nicht vorhabe, plötzlich konservativer zu arbeiten.

Auch nach seiner World-Title-Regentschaft möchte er weiterhin Risiken eingehen und den Stil verfolgen, der ihn über Jahre bekannt gemacht hat. Für ihn wäre es offenbar widersprüchlich, nach dem größten Erfolg seiner Karriere plötzlich vorsichtiger zu werden und sich dadurch von dem zu entfernen, was ihn überhaupt an die Spitze gebracht hat.

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