Just Cause 4 – „Der Haken an der Sache“

                                   Getestet und verfasst von General M 

packshot e1e1a8e49197ccc054e84b8e7425a493Wohl kaum ein anderes Genre hat den Videospielemarkt in diesem Jahr so sehr dominiert wie das der Open World – Spiele. Darunter waren dann auch einige Perlen zu finden, zum Beispiel Spider-Man und natürlich das weltweit gefeierte Red Dead Redemption II, welches die Dynamik und Lebhaftigkeit einer frei begehbaren Welt völlig neu definierte. Mit Just Cause 4 will nun ein weiterer Kandidat im Rennen um die Genrekrone mitmischen. Der mittlerweile vierte Teil der Just Cause – Reihe will dabei aber seinen Wurzeln treu bleiben. Und die lauten auch dieses Mal wieder: Zerstören. Zerstören. Noch mehr Zerstören. Wie gut sich Rico Rodriguez dabei besonders nach dem eher schwachen dritten Teil schlägt, haben wir ausgiebig für euch getestet. 

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Sturm und Drang

Im Stürzen von unterdrückerischen Regimes ist Rico Rodriguez Experte. Bewaffnet mit Enterhaken, Fallschirm und Wingsuit konnte ihm bisher kein Diktator das Wasser reichen, egal ob in Medici, Panau oder zuletzt San Esperito. Nun jedoch soll vorerst Schluss mit dem Entfachen von Revolutionen sein. Stattdessen hat sich Rico zurück in seine (fiktive) Heimat begeben, dem südamerikanischen Staat Solís. Wirklich zur Ruhe kommt Rico hier aber auch nicht, denn selbst in heimischen Gefilden treibt ein skrupelloser Tyrann sein Unwesen, der nicht nur unter falschen Vorwänden mit dem Wetter spielt, sondern gleichzeitig Rico´s Vater auf dem Gewissen zu haben scheint. Das lässt sich der Sohnemann natürlich nicht bieten und geht entschlossen gegen Obermotz Espinosa vor. 

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Das Problem ist nur, dass dieser nicht nur auf Kommando wahre Naturkatastrophen heraufbeschwören kann, sondern zudem mit der Black Hand unter Führung von Gabriela Morales auch noch über die größte und tödlichste Privatarmee der Welt verfügt. Der in der Geschichte der Just Cause – Reihe allerdings noch nie der direkte Weg zum Ziel geführt hat, muss Rico zuerst die Kontrolle über den Sonnenstaat übernehmen. Gabriela´s Cousine Mira sowie der Kleinganove Luis sind dabei nur zu gerne behilflich. Doch um die Aufständischen ausreichend zu motivieren, bedarf es natürlich wie immer mehr als nur aufmunternder Worte. Zum Glück hat Rico sein zerstörerisches Handwerk längst nicht verlernt…

Just Cause 4 screenshot JetVista

Die Reihe hatte noch nie den Anspruch, großartig anspruchsvolle Stories zu bieten. Stattdessen erlebt man die Abenteuer seit jeher mehr im Rahmen eines grundsoliden B-Movies. Überzeichnete Charaktere, fette Action und ein Mindestmaß an Logik sind auch hier wieder die treibenden Spielelemente, die das gerade mal genug inhaltlichen Anspruch bieten, um Titelfigur Rico von einer Zerstörungsorgie zur nächsten zu führen. Daran ist auch grundlegend gar nichts auszusetzen, denn das Franchise hat sich immer eher an Arcadefans gerichtet, die einfach nur auf schnörkellose und waghalsige Action aus sind. Genau das bietet Just Cause 4 auch wieder. Zwar nimmt sich das Spiel ein bisschen mehr Zeit, um den Rico und seine Herkunft etwas näher zu beleuchten, auch knüpft man alle bisherigen Fäden der Vorgänger endlich viel näher zusammen, tiefschürfende Charakterstudien sucht man hier aber dennoch erneut vergebens. All das hilft aber nicht viel, um nach knapp 22 Stunden am Ende der Hauptgeschichte zum Schluss zu gelangen, dass die Story trotz aller Bemühungen um mehr Tiefe und Abwechslung nichts andereres ist als wenig um Qualität bemüht, umso mehr im Vergleich zur hier um Welten überlegenen Konkurrenz, alleine schon aufgrund des hier viel zu rasch abgefrühstückten Endes. 

Mehr Schub!

Aber wie bereits erwähnt, durch eine gute Geschichte hat sich die Reihe noch nie ausgezeichnet, stattdessen steht einzig und alleine die Action im Mittelpunkt des Geschehens. Und vor der liefert auch Just Cause 4 wieder reichlich, wahrscheinlich sogar mehr als je zuvor. Frei nach dem Motto: Wenn es Rot ist, explodiert es auch. Ob Generatoren, Funktürme oder gewaltige Benzintanks – im Kampf gegen die Black Hand hinterlässt Rico abermals eine Schneise der Zerstörung. Dazu kann er entweder auf ein schlagkräftiges Arsenal an unterschiedlichsten Waffen (und deren nützliche neue Sekundärfunktionen) wie Raketenwerfer und MG´s zurückgreifen, sich hinter das Steuer von Panzern oder Kampfhubschraubern klemmen, oder einfach mit dem altvertrauten Enterhaken für Chaos sorgen. Der verfügt jetzt über so viele neue Optionen, dass alleine das Experimentieren mit den einzelnen Kombinationen und Mods, von denen ihr im Laufe des Spiels dank erfolgreich absolvierter Nebenmissionen immer mehr anhäuft, unglaublich viel Spaß macht. Bisher konnte Rico nur fünf gleichzeitige Verbindungen zwischen den lebendigen und statischen Objekten der Umgebung anbringen. Diese Zahl haben die Macher von Avalanche Studios nun verdoppelt. Nicht nur, dass mehr Spannkraft auch größere Konstrukte zum Einsturz bringen kann, auch lassen sich dadurch deutlich mehr jener aberwitzigen Situationenen erschaffen, welche die Reihe über die Jahre so bekannt werden ließ.

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Ebenfalls neu sind die praktischen Heißluftballons, die Rico ebenfalls aus dem Handgelenk abfeuern kann. Damit lassen sich nicht nur menschliche Gegner in schwindelerregende Höhen heben, sondern auch Fahrzeuge. Wer also keine Lust hat, auf konventionelle Weise durch die 1000 Quadratkilometer große Welt mitsamt ihren vier unterschiedlichen Klimazonen zu pendeln, kann sich aus einem simplen Auto mal eben eine Flugmaschine basteln. Damit die aber auch nach vorne gelangt und nicht nur dumm wie drei Sack Reis in der Luft herumschwebt, verfügt Rico´s Arsenal auch über praktische Schubdüsen. Und die verwandeln im Grunde alles in ein Geschoss, was mit ihnen in Berührung kommt. Gelegentlich kommen all diese Features auch beim Lösen kleinerer, wenig anspruchsvoller Schalter- und Schieberätsel zum Einsatz. Der wirkliche Spaß beginnt aber erst abseits davon. Warum nicht mal Kühe fliegen lassen? Feinde in explosive Objekte befördern? Oder einfach eine hübsche schwebende Lichterkette voller toter Feinde aufsteigen lassen? All das erlaubt euch Just Cause 4. Und all das macht einfach riesig viel Vergnügen. Da ihr zudem mit neuen Mods auch zahlreiche neue Effekte hinzufügen und zudem die jeweiligen Fertigkeiten auch stufenweise untereinander kombinieren könnt, entstehen mit zunehmendem Fortschritt nahezu unzählige Möglichkeiten, mit der Spielphysik zu experimentieren – für zahlreiche Lacher wird dabei definitiv gesorgt. 

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Natürlich kann man sich notfalls einfach ganz klassisch mit den Enterhaken von Punkt zu Punkt ziehen, mit dem Fallschirm durch die Gegend segeln oder mit dem Wingsuit durch die Lüfte sausen. Damit das auch belohnt wird, warten über 400 Herausforderungen darauf, absolviert zu werden. Für die Regisseurin Garland erledigt ihr Stunts, Archäologe Javi benötigt Hilfe beim Erforschen der Staatskultur und für Luis dürft ihr meistens Gefängniskomplexe oder andere relevante Einrichtungen von den Truppen der Black Hand befreien. Genug zu tun gibt es neben der Hauptgeschichte also allemal. Leider mangelt es den jeweiligen Missionszielen viel zu schnell an Abwechslung. Nach dem gefühlt hundertsten gehackten Terminal und den auch immer gleiche Weise befreiten Häftlingen stellt sich schnell Ernüchterung ein. Wer aber die volle Bandbreite an Modifikationen sein Eigen nennen will, kommt um die Erledigung dieser Aufträge leider nicht herum. 

Erobern und herrschen

Je mehr Eigentum der Black Hand Rico zerstört, desto begeisterter zeigen sich die Rebellen von Solís. Nicht nur, dass sich fortan mehr und mehr Freiwillige zu den Aufständlern begeben, auch bringen diese nützliche Fähigkeiten mit sich, die sich vor allem in den Versorgungsabwürfen wiederspiegeln. Die kennt man bereits aus dem Vorgänger, wurden hier aber ebenfalls stark erweitert. Der Abwurf von Waffen oder gar schweren Fahrzeugen lässt sich nun viel präziser bestimmen, somit habt ihr das gewünschte Werkzeug schneller und unkomplizierter vor Ort. Je mehr Rekruten sich einfinden, desto häufiger könnt ihr diese Abwürfe anfordern. Neues Kriegsgerät schaltet ihr aber nicht nur im normalen Spielverlauf frei, sondern auch durch die Eroberungen der zahlreichen Provinzen von Solís. Habt ihr die Zerstörungsleiste einmal komplett gefüllt, erhaltet ihr einen neuen Angriffspunkt. Sind genügend dieser Punkte auf dem Konto, kann man sich daran machen, die nächste Provinz anzugreifen, die Punktkosten variieren dabei je nach Gebiet. 

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In den frisch befreiten Gebieten warten dann wieder neue Aktivitäten und Nebenmissionen, bis ihr schließlich ganz Solís befreit habt, wird es aber alleine schon aufgrund der schieren Größe einige Zeit dauern, zumal euch die Handlung ohnehin nicht über jede einzelne Provinz führt. Schade bleibt dabei auch, dass einmal eroberte Gebiete dauerhaft in Rebellenhand bleiben. Die Black Hand unternimmt leider keinerlei Versuche, ihre ehemaligen Hoheitsgebiete zurück zu erobern. Das raubt natürlich Dynamik, da euch der Weg immer nur nach vorne führt, nur ganz selten bis nie aber auch mal zurück. Sind also sämtliche Aktivitäten in einem befreiten Gebiet abgehakt, lohnt sich der erneute Besuch abseits der Easter Egg – Suche kaum. 

Just Cause 4 screenshot StormyNight

Relativ enttäuschend bleibt auch das zentrale neue Feature von Just Cause 4, nämlich die vielbeworbenen Naturkatastrophen, die ihr später auf Wunsch sogar selbst hervorrufen könnt, wenn ihr erstmal die dafür nötige Kontrollstation eingenommen habt. Bis dahin treten diese Spektakel aber nur im Rahmen mancher Storymissionen auf, weniger als Zufallsereignisse, was ich mir wirklich gewünscht hätte. Und so spektakulär das teilweise auch aussieht, so episch auch die Möglichkeit ist, in einem Tornado zu fliegen und sich in den weltweiten Ranglisten der Highflyer zu verewigen, so ungenutzt bleibt letzendlich doch das gewaltige Potenzial des Wetters. Was aber geboten wird, sorgt zumindest angesichts der sonst sehr repetiven Aufgaben für frischen Wind. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vieles andere bleibt dafür zu gleich zum Vorgänger. Angefangen bei der Kanonenfutter – K.I. der nicht enden wollenden Gegnerströme, den nicht dauerhaften Schäden an der Umgebung oder starken Wegfindungsproblemen bei Verbündeten, die gelegentlich von Rico im Rahmen der vielen Missionen beschützt werden müssen. Hier bietet auch der vierte Teil nicht weniger Frustpotenzial als sein so problembehafteter Vorgänger.

Neue Technik – neuer Ärger

Bei der Auslieferung von Just Cause 3 war schnell absehnbar, dass die Entwickler bei aller Lust zur Zerstörung ein wichtiges Element aus den Augen verloren hatten, nämlich eine gute Optimierung der PC- und Konsolenfassungen. Während nahezu jede Plattform mit teils heftigsten Bildrateneinbrüchen zu kämpfen hatte und die Fehlerliste von Bugs bis zu Totalabstürzen ganze Seiten füllte, will man mit komplett optimierter, neuer APEX – Engine gleich zu Beginn ein sauberes Spielerlebnis abliefern. Tatsächlich schlägt sich Just Cause 4 in seiner Releaseversion deutlich besser als sein Vorgänger, frei von Problemen ist das Spiel im gegenwärtigen Zustand aber bei weitem nicht. Beginnen wir bei der PC – Version, die mehr eigene Stärken und Schwächen bietet als die Konsolenversionen. Dank nativem 4K – Support zeigt sich die allgemeine Bildqualität bereits stark überlegen, denn selbst PlayStation 4 PRO und XBOX One X schaffen nicht mehr als natives Full HD, während die Standardmodelle sogar noch herbere Abstriche hinnehmen müssen, was dort für ein leicht (PlayStation 4) bis sichtbar matschigeres (XBOX One S und darunter) Bild sorgt.

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Doch selbst, wer am PC nur in Full HD und hohen Details spielen will, könnte mit den Anforderungen der Engine schnell Probleme bekommen. Die sind nämlich dank abermals schlechter Optimierung derart überzogen ausgefallen, dass ihr alleine schon dafür mindestens einen Rechenknecht der gehobenen Mittelpreisklasse benötigt. Und selbst dann ist nicht garantiert, dass ihr die angepeilten 60 Frames pro Sekunde immer erreicht. Da es leider auch an Feineinstellungen mangelt, sondern lediglich vorkonfigurierte Presets geboten werden, gestaltet sich die Anpassung an eher schwächere Systeme als schwieriges Unterfangen. In 4K zwingt das Spiel dann selbst den hauseigenen Testrechner in die Knie. Keine Frage, das Spiel sieht von oben betrachtet klasse aus und kann sich deswegen auch herausnehmen, etwas höhere Anforderungen an die heimische Hardware zu stellen. Was aber letztendlich nötig ist, steht in keinem Maßstab zum tatsächlich gebotenen. Die neue APEX – Engine ist zweifelsohne performancesicherer als ihr Vorgänger. Aber gut optimiert ist sie dadurch noch längst nicht. Wenigstens lässt sich am PC die drastisch überzogene Bewegungsunschärfe via einfachem Knopfdruck deaktivieren.

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Ein Features, welches die Konsolen zumindest gegenwärtig nicht besitzen (allerdings hat der Entwickler hier bereits Abhilfe via Patch angekündigt). Das stellt aber noch deren geringstes Problem dar, denn hier muss Just Cause 4 ingesamt herbe Abstriche hinnehmen, um die dort angepeilten 30 Frames pro Sekunde überhaupt halbwegs erreichen zu können (was leider dennoch nur ganz selten mal gelingt). Aufploppende Vegetation und Gebäude, seltsame Macken bei der Distanzdarstellung und teils noch detailärmere Texturen als bereits bei der PC – Version trüben das Geschehen. Ja selbst auf der Menükarte (!) fällt die Bildrate oft unschön in die Knie und sorgt für nervige Ruckeleinlagen. Im momentanen Gesamtzustand aller Konsolenversionen kann man hier gegenwärtig kaum eine Kaufempfehlung aussprechen. Aller Versprechen zum Trotz verdirbt eine schlechte Optimierung einem hier auf wieder ganz eigene Weise abermals den Spaß an der Revolution. Hinzu gesellt sich auch bei PlayStation 4 und XBOX One ein unschönes permanentes Kanten- und Schattenflimmern, welches man auch auf dem PC trotz zusätzlicher Kantenglättung nicht verhindern kann. Einen Blumentopf gibt es auch für die in Niedrigsauflösung dargestellten Zwischensequenzen nicht, die einfach nur lustlos und billig in Szene gesetzt wirken. Glaubhafte Mimiken sucht man dort ebenfalls vergeblich. Die findet man aber auch abseits davon im ganzen Spiel nirgendwo.

Alles besser ohne Bleibtreu? 

Ein wenig Besserung gibt es für deutschsprachige Spieler wenigstens beim Ton. Just Cause 3 hat nämlich damals zwei Dinge eindrucksvoll bewiesen: Moritz Bleibtreu ist ein besserer Schauspieler als Synchronsprecher…und YouTuber Gronkh täte besser daran, sich nicht durch den Verkauf seiner Seele weiter mit Gastsprechrollen in Videospielen zu blamieren. Die Sprecher in Just Cause 4 sind schon eine ganze Spur besser, wirklich glaubhaft transportieren die ihre jeweiligen Rollen aber immer noch nicht. Trotz intensiver Recherchen gelang es mir nicht, an eine Besetzungsliste zu gelangen, da mir aber keine der Stimmen aus anderen Spielen oder gar Filmen und Serien bekannt vorkam, kann ich nur mutmaßen, dass man hier eher auf unbekannte Stimmen oder Nachwuchstalente in der Ausbildung gesetzt hat. Somit bleibt die Sprecherqualität auch beim vierten Teil weit hinter gegenwärtigen Standards im Rahmen eines Triple A – Titels zurück. Dafür überzeugt der Sound mit seinen wunderbar dynamischen Klängen, die das Geschehen in jeden Momenten stimmig untermalen.

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Gut von der Hand geht allerdings die Bedienung, für die wir dringend ein Gamepad empfehlen, denn alleine die völlig überlastete Maus- und Tastatursteuerung, die bereits in den unübersichtlichen Menüs Probleme bekommt, verhindert die nötige Präzision bei der freien Bewegung durch Solís. Einen Mehrspielermodus bietet Just Cause 4 übrigens auch dieses Mal nicht, die Anbindung an die Onlinedienste erfüllt einzig und allein den Zweck, eure Zeiten und Aktionen für die jeweiligen Ranglisten zu erfassen. 

Fazit und Wertung

ava5„Just Cause 4 hätte nicht nur die Möglichkeit geboten, bei den Fans für einige Wiedergutmachung für den verpatzten Start des Vorgängers zu sorgen, sondern auch die etwas angestaubte Gameplayformel grundlegend neu zu gestalten. Passiert ist von beidem aber nichts. Zwar macht die Zerstörung von Solís auch dieses Mal wieder viel Spaß und lädt dank vieler neuer Gadgets Verbesserungen und Wetterspielchen mehr als je zuvor zum Experimentieren ein, Story und Spielverlauf bleiben aber mindestens so blass wie die repetiven Nebenmissionen. Viel schwerer als das wiegt allerdings die Tatsache, dass die Optimierung auch dieses Mal wieder zu Wünschen übrig lässt. Die Konsolen leiden unter Bildrateneinbrüchen und müssen zudem heftige Qualitätsabstriche hinnehmen, während an PC – Nutzer horrende Hardwareanforderungen gestellt werden, die dafür zwar ein schöneres und sauberes Erlebnis serviert bekommen, aber auch hier mit Problemen wie Kantenflimmern und Pop Up´s leben müssen. Nur wenig weiterentwickeltes, viel zu sehr mit Altlasten behaftetes Gameplay trifft auf unfertige Technik. Nicht ganz so hart wie der Vorgänger zwar, aber hart genug, um im Standing um das beste Open World Game 2018 ganz weit hinten zu landen. Denn was nützt der größte Abenteuerspielplatz, wenn man alle Nase lang einen Hundehaufen ausgräbt?“ 

Pay-2-Win/Mikrotransaktionen: Just Cause 4 bietet zwar einen kostenpflichten Expansion Pass an, enthält aber sonst keinerlei Möglichkeiten, sich anderweitig gegen Echtgeld spielerische Vorteile zu verschaffen. Eine Abwertung nehmen wir daher diesbezüglich nicht vor.

PRO:

+ Abwechslungsreich gestaltete, immense Spielwelt, die zum Erkunden einlädt
+ Nahtloser Übergang zwischen den jeweiligen Arealen, ganz ohne Ladezeiten
+ Spektakulär in Szene gesetzte Naturkatastrophen und Zerstörungsorgien
+ Nette Partikeleffekte sorgen für stimmige Explosionen
+ Hübsche Beleuchtung, tolle Panoramen
+ Die sinnbefreite Physik macht immer noch einen Heidenspaß
+ Sinnvoll erweiterte Bandbreite an Gadgets
+ Großer Fuhrpark 
+ Umfangreiches Waffenarsenal mit vielen praktischen Sekundärfunktionen
+ Dank zahlreicher Mods ergeben sich Unmengen experimenteller Kombinationen
+ Hohe spielerische Freiheit bei der Herangehensweise an Ziele
+ Solider Gesamtumfang
+ Viele Herausforderungen
+ Geschmeidige Fortbewegung zu Lande, zu Wasser und in der Luft
+ Atmosphärischer Soundtrack
+ Zugängliche Bedienung (Gamepad)

CONTRA:

– Durchgehend schlecht optimierte Performance auf allen Plattformen
– Omnipräsentes Kantenflimmern
– Viele detailarme Texturen
– Hässliche Zwischensequenzen
– Hölzerne Mimiken
– Story nach bewährtem B-Movie – Schema kommt ohne nennenswerte Höhepunkte daher
– Repetive Nebenmissionsziele
– Eher enttäuschendes Ende

– Miese K.I. bei Feinden und Verbündeten
– Teilweise heftige Zeitlimits für Herausforderungen
– Nur ein eher anspruchsloser Schwierigkeitsgrad

– Durchwachsene (deutsche) Sprecher
– Überladene Maus- und Tastatursteuerung (PC)

                GESAMTWERTUNG:      7.4/10 (PC)
                                            6.9/10 (KONSOLEN)

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