WWE unter Druck: Millionenforderung im TKO-Prozess und neue Hintergründe zum AAA-Deal

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Zwei aktuelle WWE-Geschäftsthemen stehen derzeit im Mittelpunkt: Im Aktionärsprozess rund um die TKO-Fusion wurden mögliche Schadenersatzforderungen genannt. Gleichzeitig erklärt Dave Meltzer im Wrestling Observer Radio, warum die WWE möglicherweise aus anderen Gründen in AAA investiert hat, als viele bisher vermutet hatten.

Aktionäre fordern bis zu 957 Millionen Dollar

Anwälte einer Gruppe von WWE-Aktionären haben in einem Finanzgutachten mögliche Schadenersatzforderungen zwischen 466 Millionen und 957 Millionen US-Dollar zuzüglich Zinsen seit Abschluss der Fusion beziffert. Das Gutachten stammt von Finanzökonom James L. Canessa. Im Zentrum des Verfahrens stehen mehrere hochrangige Persönlichkeiten: Vince McMahon, Nick Khan, Paul Levesque sowie die ehemaligen Co-Präsidenten George Barrios und Michelle Wilson. Die Kläger werfen ihnen vor, die Fusion mit Endeavor zur TKO Group Holdings nicht im besten Interesse der Aktionäre durchgeführt zu haben.

Konkret wird behauptet, McMahon habe den Deal bereits im Voraus mit Endeavor festgelegt, um trotz der Kontroversen rund um seine Person seine eigene Position im Unternehmen zu sichern, anstatt verschiedene Optionen zu prüfen und so den maximalen Wert für die Anteilseigner zu erzielen. Die Beklagten weisen diese Vorwürfe zurück und argumentieren, die Fusion sei fair und im Sinne der Aktionäre gewesen. Der Prozess beginnt am 8. Juni beim Delaware Court of Chancery.

Warum WWE AAA kaufte: US-Rechte statt Mexiko-Aufbau

Dave Meltzer erklärte im Wrestling Observer Radio, dass WWEs Beteiligung an der mexikanischen Promotion AAA offenbar vor allem auf den US-amerikanischen Markt ausgerichtet sei. Das eigentliche Ziel sei es, AAA als Unternehmen für US-Fernsehrechte und Sponsorenverträge zu positionieren, nicht primär die Lucha-Libre-Marke in Mexiko neu aufzubauen. In Mexiko lasse sich mit dem Produkt im Vergleich zu den USA schlicht kein großes Geld verdienen.

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Das verändert die Perspektive auf die Netflix-Präsenz von AAA sowie die aggressive Vermarktung der Marke durch die WWE: Es geht nicht nur darum, Veranstaltungen in Mexiko zu organisieren, sondern auch darum, die Marke für amerikanische TV-Sender, Sponsoren und Geschäftspartner attraktiv zu machen.

Kleiner Saal in Las Vegas, volle Optik

Aus dieser Perspektive erklärt sich laut Meltzer auch, warum TripleMania in Las Vegas in einer Halle mit etwa 650 bis 800 Plätzen stattfindet. Den genauen Grund habe ihm zwar niemand benannt, aber sein Bauchgefühl sage ihm, dass die Veranstaltung dazu diene, Sponsoren, TV-Vertreter und Geschäftspartner nach Las Vegas zu bringen und ihnen die Marke zu präsentieren. Diese würden nicht nach Mexiko-Stadt oder Monterrey reisen.

Eine vollbesetzte kleinere Halle wirke vor der Kamera besser als eine größere Arena mit leeren Plätzen. Meltzer schätzt, dass AAA in Las Vegas durchaus 3.000 bis 4.000 Zuschauer anziehen könnte. Die gewählte Veranstaltungsgröße deutet jedoch darauf hin, dass die Präsentation Vorrang vor dem Ticketverkauf hat. Das übergreifende Ziel sei, den Eindruck zu vermitteln, dass die Marke AAA gerade total im Trend liege, unterstützt durch die WWE-Produktionsqualität und die Netflix-Plattform.

CMLL als stiller Rivale und ein längerer Kampf

Meltzer erklärte zudem, dass die CMLL in Mexiko beim Ticketverkauf weiterhin klar erfolgreicher sei als die AAA. Selbst reguläre Freitagsshows der CMLL würden mehr Zuschauer anziehen als größere Veranstaltungen der AAA. Die WWE habe die AAA zwar vor allem wegen des US-Marktes übernommen, beobachte aber gleichzeitig sehr genau den Erfolg der Konkurrenz. Laut Meltzer reagiere die WWE häufig nach demselben Prinzip: Sobald ein anderes Wrestling-Unternehmen an Bedeutung gewinnt oder erfolgreich wird, gehe sie offensiv dagegen vor.

Meltzer prognostizierte, dass die kommenden Monate und Jahre sehr interessant werden, da dieser Kampf zwischen WWE/AAA und CMLL gerade erst begonnen habe. Die Auswirkungen sind in Mexiko bereits spürbar: AAA ist erstmals seit langer Zeit wieder im mexikanischen Fernsehen präsent und erweitert sein Veranstaltungsprogramm um TripleMania im September und andere Shows.

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