WWE setzt weiterhin auf prominente Persönlichkeiten außerhalb der Wrestlingwelt. Bei der jüngsten Ausgabe von Monday Night RAW erhielt der amtierende WBC Welterweight Champion Ryan Garcia eine auffällige Rolle an der Seite von The Judgment Day. Der Auftritt dürfte allerdings auch deshalb für Diskussionen sorgen, weil der Boxer in den vergangenen Jahren nicht nur sportlich für Schlagzeilen sorgte.
Rassistische und islamfeindliche Äußerungen, weitere diskriminierende Kommentare, eine Dopingsperre sowie eine Festnahme wegen eines Vandalismusvorwurfs gehören zu seiner jüngeren Vergangenheit.
Garcia hat sich inzwischen sportlich zurückgekämpft und steht wieder an der Spitze seiner Gewichtsklasse. Auch der WBC nahm ihn Ende 2025 wieder auf, nachdem der Verband ihn zuvor wegen seiner Äußerungen ausgeschlossen hatte. Nun erhält der 27-Jährige zusätzlich eine prominente Plattform bei WWE.
Ryan Garcia unterstützt The Judgment Day bei WWE RAW
Bei Monday Night RAW am 27. Juli 2026 im Intuit Dome in Inglewood, Kalifornien, traten Joe Hendry und Danhausen gemeinsam auf. Die Veranstaltung wurde jedoch von The Judgment Day gestört. Dabei tauchte auch Garcia auf und schlug Hendry mit einer Gitarre nieder.
Dominik Mysterio und JD McDonagh nutzten die Situation für einen weiteren Angriff auf Hendry und Danhausen. Garcia feierte anschließend gemeinsam mit den beiden Judgment-Day-Mitgliedern. WWE stellte die Beteiligung des Boxers auch in der eigenen Zusammenfassung der Show ausdrücklich heraus.
Für Garcia kommt der WWE-Auftritt zu einem für seine Boxkarriere wichtigen Zeitpunkt. Im Februar 2026 besiegte er Mario Barrios einstimmig nach Punkten und gewann damit den WBC-Titel im Weltergewicht. Gleichzeitig sicherte er sich den ersten großen Weltmeistertitel seiner Profikarriere. Seine nächste große Aufgabe steht bereits fest: Am 12. September 2026 soll Garcia seinen Titel in der T-Mobile Arena in Las Vegas gegen Conor Benn verteidigen.
Dopingsperre nach Sieg gegen Devin Haney
Garcias Karriere hatte zwei Jahre zuvor noch an einem Tiefpunkt gestanden. Im April 2024 besiegte er Devin Haney überraschend nach Punkten. Rund um den Kampf wurde Garcia jedoch mehrfach positiv auf das verbotene Mittel Ostarine getestet.
Die New York State Athletic Commission sperrte ihn daraufhin für ein Jahr. Sein Sieg über Haney wurde aus den offiziellen Rekorden gestrichen und in ein No Contest umgewandelt. Zusätzlich musste Garcia seine Kampfbörse abgeben und eine Geldstrafe zahlen. Die Sperre lief rückwirkend ab dem Kampftermin im April 2024 und wurde im Frühjahr 2025 nach Erfüllung der entsprechenden Bedingungen aufgehoben. Auch die BBC erinnerte nach seinem späteren Titelgewinn gegen Barrios an die Dopingsperre und das nachträglich geänderte Haney-Ergebnis.
Die sportliche Sanktion war allerdings nur einer von mehreren Vorfällen, die Garcia 2024 in die Schlagzeilen brachten.
WBC schloss Garcia nach rassistischen Äußerungen aus
Im Juli 2024 sorgte der Boxer während eines Livestreams mit rassistischen und islamfeindlichen Aussagen für massive Kritik. Garcia verwendete unter anderem rassistische Beleidigungen gegen Schwarze, stellte einen Bezug zum Ku-Klux-Klan her und äußerte sich in drastischer Weise über George Floyd. Zudem verbreitete er pauschal abwertende Behauptungen über Muslime.
Die Aussagen hatten unmittelbare Konsequenzen. WBC-Präsident Mauricio Sulaiman erklärte Garcia für von sämtlichen Aktivitäten des Verbandes ausgeschlossen und betonte, dass der WBC jede Form von Diskriminierung ablehne. Auch Garcias Familie distanzierte sich öffentlich von seinen Äußerungen.
Garcia entschuldigte sich später und erklärte, seine Aussagen hätten nicht seinen tatsächlichen Ansichten entsprochen. Gleichzeitig verwies er auf Probleme mit Alkohol und Drogen sowie auf schwierige persönliche Monate. Er kündigte zudem an, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen.
Damit endeten die Kontroversen allerdings nicht. Noch im selben Monat fiel Garcia erneut mit abwertenden Aussagen über die LGBTQ-Community und insbesondere Transpersonen auf.
Bemerkenswert ist aus heutiger Sicht, dass auch der WBC seine Haltung gegenüber Garcia später wieder änderte. Am 4. November 2025 teilte der Verband mit, sein Board of Governors habe dafür gestimmt, die Sanktion gegen den Boxer aufzuheben. Der WBC verwies auf einen erfolgreich durchlaufenen und dokumentierten Prozess und hieß Garcia wieder im Verband willkommen.
Nur wenige Monate später gewann Garcia den WBC-Titel gegen Barrios.
Festnahme nach Vorfall in Beverly Hills
Neben seinen sportlichen und öffentlichen Kontroversen geriet Garcia 2024 auch mit dem Gesetz in Konflikt. Am 8. Juni wurde er im Waldorf Astoria Beverly Hills festgenommen. Dem Boxer wurde vorgeworfen, in dem Luxushotel einen Schaden von rund 15.000 US-Dollar verursacht zu haben. Berichten zufolge waren unter anderem ein Hotelzimmer und ein Flurbereich betroffen.
Der Vorwurf führte zunächst zu einem Verfahren wegen Vandalismus. Dieses wurde jedoch im Oktober 2024 eingestellt. Dieser spätere Ausgang ist für die Einordnung wichtig: Zwar wurde Garcia wegen des Vorfalls tatsächlich festgenommen, zu einer Verurteilung wegen des Hotelvorfalls kam es jedoch nicht.
Davon getrennt gab es im selben Zeitraum schwere Anschuldigungen aus seinem privaten Umfeld. Seine damalige Ehefrau Andrea Celina Velarde warf Garcia unter anderem bedrohliches und unberechenbares Verhalten vor. Sie beantragte im Juli 2024 eine einstweilige Verfügung und behauptete in den entsprechenden Unterlagen unter anderem, Garcia habe ihr und Mitgliedern ihrer Familie gedroht.
Eine vorläufige Verfügung wurde zunächst erlassen. Garcia bestritt, gegenüber seiner damaligen Ehefrau körperlich gewalttätig geworden zu sein, räumte jedoch persönliche Probleme und Fehler ein. Im September 2024 erzielten beide Seiten eine Vereinbarung, woraufhin das Verfahren um die Verfügung beendet und die vorläufige Anordnung aufgehoben wurde.
Die teilweise verbreitete Darstellung, Garcia sei wegen der Vorwürfe seiner damaligen Ehefrau festgenommen worden, ist daher nicht korrekt. Seine öffentlich dokumentierte Festnahme im Juni 2024 bezog sich auf den Vorfall im Waldorf Astoria.

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