WWE-Präsident Nick Khan enthüllt im US-Senat: Über 100 Legends-Deals, WBC-Kritik und sein Jahresgehalt

Nick Khan und im Hintergrund das WWE Logo

WWE-Präsident Nick Khan hat in einer Senatsanhörung zum Muhammad Ali Boxing Reform Act tiefe Einblicke in die Geschäftsstruktur der WWE gewährt und dabei nicht nur den Boxsport scharf kritisiert, sondern auch überraschend offene Zahlen zu internen WWE-Programmen präsentiert. Parallel dazu hat TKO seinen Stimmrechtsbericht für 2025 veröffentlicht, der Khans Gesamtvergütung offenlegt und die Einkommensverhältnisse an der Spitze des Unternehmens transparent macht.

WrestleMania und Make-A-Wish als Kontrastfolie

Die Anhörung fand vor dem Senatsausschuss für Handel statt, der über mögliche Änderungen an der Struktur des Profiboxens diskutierte. Khan nutzte WrestleMania 42 als konkretes Vergleichsbeispiel, um auf aus seiner Sicht problematische finanzielle Praktiken im Boxsport hinzuweisen.

Dabei lobte er zunächst die langjährige Partnerschaft der WWE mit Make-A-Wish und verwies auf das außergewöhnliche Engagement von John Cena, der mehr Wünsche erfüllt habe als jeder andere Mensch in der Geschichte der Organisation. Als greifbare Zahl nannte Khan, dass die gemeinnützige Organisation für WrestleMania 42 insgesamt 500 Eintrittskarten erworben habe – ein Beleg für die enge und gelebte Verbindung zwischen WWE und dem karitativen Sektor.

Diese Zahl stellte Khan unmittelbar dem Vorgehen des WBC beim Kampf zwischen Canelo Álvarez und Terence Crawford gegenüber. Die Boxorganisation, die sich selbst als gemeinnützig bezeichnet, habe für diesen Kampf 5.000 Tickets gekauft und zusätzlich auf einer eigenen Loge für den Präsidenten des Verbandes bestanden – ein Kontrast, den Khan als symptomatisch für die strukturellen Probleme im Boxsport bezeichnete.

Es gehe ihm dabei nicht allein um Fragen der Gesundheit und Sicherheit, sondern um die grundlegenden finanziellen Strukturen des Sports und darum, wie mit den Mitteln umgegangen werde, die letztlich auf dem Rücken der Athleten erwirtschaftet werden. Khan betonte dabei ausdrücklich, dass es ihm nicht darum gehe, bestehende Systeme abzuschaffen, sondern Athleten sinnvolle Alternativen und zusätzliche Optionen zu eröffnen.

Über 100 aktive Legends-Deals

Ein weiterer Schwerpunkt der Anhörung lag auf den langfristigen Einkommensmöglichkeiten für Sportler im Ruhestand – ein Thema, das Khan sichtlich am Herzen liegt. Er legte offen, dass die WWE derzeit mehr als 100 aktive Verträge mit ehemaligen Wrestlern unterhält, die auch nach dem Ende ihrer aktiven Karriere weiterhin vom Unternehmen vergütet werden.

Grundlage dieser Zahlungen sei die fortlaufende kommerzielle Nutzung ihrer Namen und Marken – etwa in Videospielen, Sammelkarten, Merchandise und Actionfiguren. Dieses Modell sorge dafür, dass WWE-Legenden nicht einfach aus dem System fallen, sobald sie den Ring verlassen, sondern dauerhaft von dem profitieren, was sie während ihrer aktiven Zeit aufgebaut haben.

Als Kontrastbeispiel nannte Khan Floyd Mayweather und Manny Pacquiao, zwei der prägendsten Boxer ihrer Generation, für die es weder Actionfiguren noch Videospiele zu kaufen gebe. Die Ursache dafür sieht Khan nicht im mangelnden Interesse der Fans oder im fehlenden Markenwert der Athleten, sondern in den strukturellen Defiziten des Boxsystems selbst, das solche Vermarktungsmöglichkeiten schlicht nicht hervorbringe und damit langfristige Einkommensquellen für Sportler im Ruhestand blockiere.

Khans Gehalt: 24,3 Millionen Dollar im Jahr 2025

Ebenfalls diese Woche veröffentlichte TKO Group Holdings den Stimmrechtsbericht für das Geschäftsjahr 2025, der die Vergütung der gesamten Führungsriege offenlegt und damit einen seltenen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens ermöglicht. An der Spitze steht TKO-CEO Ari Emanuel mit einer Gesamtvergütung von 67,4 Millionen Dollar, gefolgt von TKO-Präsident Mark Shapiro mit 42,6 Millionen Dollar.

Nick Khan erzielte im selben Zeitraum ein Gesamteinkommen von 24,3 Millionen Dollar – zusammengesetzt aus einem Grundgehalt von 2 Millionen Dollar, Aktienzuteilungen von über 11 Millionen Dollar sowie Bonuszahlungen von mehr als 10 Millionen Dollar.

Khans Jahresbonus wurde primär auf Basis des bereinigten EBITDA von WWE bemessen und belief sich auf 7 Millionen Dollar. Zusätzlich bewilligte TKO-CEO Ari Emanuel persönlich einen Ermessensbonus in Höhe von 3,75 Millionen Dollar – unter anderem als direkte Anerkennung für den erfolgreichen Start der boxbezogenen Geschäftsbereiche von TKO, einem Bereich, den Khan maßgeblich mitverantwortet.

Die Aktienanteile werden dabei über mehrere Tranchen zwischen 2026 und 2029 unverfallbar, was bedeutet, dass Khans langfristiges Verdienstpotenzial weiterhin eng an den anhaltenden Erfolg von TKO geknüpft bleibt.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche TKO-Mitarbeiter im Medienbereich verdiente 82.428 Dollar – Wrestler und Fighter wurden in dieser Berechnung nicht berücksichtigt.

Siehe auch: Nick Khan über WrestleMania: WWE verteidigt Ticketpreise, weist Fankritik zurück und hält an Saudi-Arabien fest

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