WWE-Backstagebereich offenbar zunehmend angespannt nach mehreren Entscheidungen

WWE Backstagebereich
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Die Stimmung im WWE-Backstagebereich ist nach den jüngsten Roster- und Gehaltsentscheidungen offenbar deutlich gekippt. Sean Ross Sapp von Fightful Select hat in seinem aktuellen Q&A erstmals umfassend eingeordnet, wie es um die interne Moral aktuell wirklich steht. Seine Einschätzung fällt klar aus, allerdings mit einer wichtigen historischen Relativierung.

Sean Ross Sapp ordnet Stimmungslage ein

Wie Sapp in der jüngsten Ausgabe seines Q&A-Formats bei Fightful Select erklärt, sei die Stimmung im WWE-Locker-Room aktuell „eindeutig schlechter als früher“. Trotzdem sei die aktuelle Lage bislang nicht mit den Tiefpunkten der jüngeren Vergangenheit zu vergleichen. Vor allem die Phase rund um den Royal Rumble 2022 sowie das kreative Chaos Ende 2019 hätten ein ganz anderes Frust-Niveau erreicht.

Damals sei das Roster auf eine grundlegendere Weise verbittert gewesen. Sapp betont zudem, dass sich die Stimmung von Tag zu Tag ändern könne und einzelne Stimmen nicht zwangsläufig die Mehrheit widerspiegelten. Das WWE-Roster sei keine homogene Gruppe, sondern ein Ensemble aus unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven.

Massenentlassungen am 24. April als Wendepunkt

Auslöser für die jüngste Stimmungsverschlechterung sind zwei zentrale Ereignisse. Den ersten Schock setzte WWE am 24. April 2026, als das Unternehmen mehr als zwei Dutzend Wrestler entließ oder deren Verträge nicht verlängerte. Betroffen waren prominente Namen wie Kairi Sane, die gesamte Wyatt-Sicks-Gruppierung um Uncle Howdy, Aleister Black, Zelina Vega und Nikki Cross.

Cross veröffentlichte ihre Abschiedsnachricht auf X um 17:21 Uhr Ortszeit – rund 20 Minuten, nachdem die ersten internen Gespräche begonnen hatten. Bereits im Vorfeld hatten mehrere Quellen aus dem Roster gegenüber Sapp durchblicken lassen, dass weitere Veröffentlichungen erwartet würden.

New Day verließ wegen abgelehnter Pay-Cut-Forderungen

Den zweiten Schock setzte der Abschied von The New Day am 2. Mai 2026. Xavier Woods und Kofi Kingston verließen das Unternehmen einvernehmlich, nachdem WWE versucht hatte, ihre erst kürzlich unterschriebenen Verträge zu restrukturieren. Dem Bericht zufolge sollen sie damit auf Millionen Dollar verzichtet haben, die ihnen über die verbleibenden vier Jahre Laufzeit zugestanden hätten.

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Sapp ergänzt, dass eine gemeinsame interne Abschiedsbotschaft seitens WWE eigentlich geplant gewesen sei, am Ende aber aus unbekannten Gründen nicht veröffentlicht wurde. Privat habe das Unternehmen den beiden seinen Dank ausgesprochen.

Talente bekamen nur zwei Tage Bedenkzeit

Besonders heftig wirkt die Art und Weise, wie das Thema Pay Cuts kommuniziert wurde. Laut Sapp wurden mehrere Talente am Tag der Massen-Releases gebeten, Gehaltskürzungen zu akzeptieren, wenn sie weiter beim Unternehmen bleiben wollten. Einige hätten dafür nur zwei Tage Bedenkzeit erhalten.

Mike Johnson von PWInsider berichtet, dass ein „durchaus prominent gepushter Talent“ sogar einer fünfzigprozentigen Gehaltskürzung zugestimmt habe. Dave Meltzer ergänzt, dass es sich dabei nicht um eine absolute Top-Persönlichkeit gehandelt habe und die eigentliche Spitze des Rosters von solchen Forderungen nicht betroffen sei.

Deutlicher Kontrast zu den Vorstandsbezügen bei TKO

Besonders bemerkenswert wirkt die Situation im Kontrast zur Entwicklung der Vorstandsvergütungen bei TKO. Brandon Thurston von Wrestlenomics hat die jüngsten Zahlen aufbereitet und kommt zu deutlichen Steigerungen.

Endeavor-Chef Ari Emanuel erhielt eine Vergütungssteigerung um 272 Prozent, von 18 auf 67 Millionen Dollar. WWE-Präsident Nick Khan legte um 304 Prozent zu, von 6 auf 24 Millionen Dollar. Mark Shapiro stieg um 33 Prozent von 32 auf 43 Millionen Dollar.

Zudem fielen die Gehaltskürzungen ausgerechnet in den Monat, in dem WrestleMania 42 nach Berichten ein massiver finanzieller Erfolg war. Dieser Gegensatz hat backstage für deutliches Unverständnis gesorgt.

Langfristige Auswirkungen auf Vertragsverhandlungen

Quellen aus dem Talent- und Agentur-Umfeld haben gegenüber Fightful eingeordnet, dass die jüngste Welle die Art und Weise grundlegend verändern dürfte, wie Wrestler in Zukunft mit TKO und WWE verhandeln. Es bestehe kaum noch Vertrauen darauf, dass die ursprünglich vereinbarten Mehrjahres-Konditionen tatsächlich bis zum Ende der Laufzeit eingehalten würden.

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Sapp berichtet zudem, dass Talente in den vergangenen Jahren auf Übersee-Tourneen mit neuen Verträgen konfrontiert worden seien, häufig früher, als sie selbst mit solchen Verhandlungen gerechnet hätten.

Einige Beobachter sehen darin den Versuch, Unterschriften zu erzielen, bevor die Beraterstäbe in Ruhe prüfen könnten. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Stimmungslage weniger als kurzfristiger Tiefpunkt zu lesen, sondern als ein Vertrauensriss mit längerfristigen Folgen.

2 Kommentare

  1. Nicht einen Cent mehr für diesen Laden! Sollen sich die Scheichs mit Nick Khan kloppen, wenn sie lieber unter sich bleiben wollen.

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