Solo Sikoa hat sich innerhalb weniger Wochen zu einer der überraschendsten Persönlichkeiten im aktuellen WWE-TV entwickelt. Nachdem der frühere Bloodline-Star lange vor allem als schweigsamer und bedrohlicher Heel präsentiert wurde, zeigt WWE inzwischen eine deutlich lockerere Seite des 33-Jährigen.
Was zunächst offenbar lediglich als kurzfristige kreative Veränderung gedacht war, könnte nun sogar länger Bestand haben. Ausschlaggebend dafür sollen nicht nur die Reaktionen des Publikums sein, sondern auch die Einschätzung innerhalb des Unternehmens.
WWE denkt offenbar über längeren Babyface-Run von Solo Sikoa nach
Wie bei „WrestleVotes Radio“ auf „Fightful Select“ berichtet wurde, war Sikoas aktuelle Babyface-Darstellung ursprünglich lediglich als vorübergehende Phase vorgesehen. Das kreative Team der WWE habe demnach geplant, Sikoa zu einem späteren Zeitpunkt in eine andere Richtung zu entwickeln.
Inzwischen scheint sich diese Haltung jedoch verändert zu haben. Die Reaktionen, die Solo in den vergangenen Wochen erhalten hat, sollen innerhalb von WWE für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Deshalb wird mittlerweile darüber nachgedacht, seinen derzeitigen Weg länger fortzusetzen als ursprünglich vorgesehen.
Eine endgültige Entscheidung soll bislang nicht gefallen sein. Solange das Publikum allerdings weiterhin positiv auf Sikoa reagiert, könnte WWE wenig Anlass haben, die aktuelle Entwicklung vorschnell zu beenden.
Dabei soll sein Auftreten hinter den Kulissen keineswegs überraschend sein. Personen aus dem kreativen Bereich hätten Solos Charisma bereits seit Jahren wahrgenommen. Auch andere WWE-Talente sollen ihn intern als ausgesprochen humorvollen Kollegen erleben.
Gerade diese Seite des früheren United States Champions war während eines großen Teils seiner bisherigen WWE-Karriere jedoch kaum im Fernsehen zu sehen.
Solo Sikoa bricht mit seinem früheren WWE-Charakter
Als Sikoa 2022 ins Main Roster aufstieg und sich der Bloodline anschloss, bestand seine Rolle vor allem darin, als wortkarger Vollstrecker der Gruppierung aufzutreten. Wenige Worte, ein ernster Gesichtsausdruck und der Samoan Spike gehörten über Jahre zu den wichtigsten Merkmalen seines Charakters.
Inzwischen erlaubt WWE ihm erheblich mehr Persönlichkeit. Das zeigt sich auch in der aktuellen Storyline. Nachdem sich Tama Tonga und Talla Tonga von ihm entfernt hatten, wurde Solo zunehmend aus seiner bisherigen Rolle gelöst. Gleichzeitig begann WWE damit, ihn gegen Teile seiner eigenen Familie zu positionieren.
Mitte Juli führte eine vermeintliche Wiedervereinigung mit der Bloodline zunächst noch zu Spekulationen über einen erneuten Seitenwechsel. Nachdem Solo angedeutet hatte, sich seiner Familie wieder anzuschließen, griff er Jimmy Uso an und machte damit deutlich, dass er seinen eigenen Weg gehen will. Seither wurde diese Entwicklung konsequent fortgeführt.
In der ersten SummerSlam-Nacht am Samstag, dem 1. August 2026, wird Sikoa gemeinsam mit LA Knight und Royce Keys gegen Jacob Fatu sowie Jimmy und Jey Uso antreten. Hintergrund des Konflikts ist, dass Fatu und die Usos Solo wieder zur Familie zurückholen wollten, was dieser jedoch abgelehnt hat. Damit befindet sich Sikoa inzwischen eindeutig auf der gegenüberliegenden Seite der Bloodline.
Auch Seth Rollins wurde in Solos neue Rolle eingebunden
Wie ernst WWE die neue Positionierung nimmt, zeigte sich auch bei Raw am 20. Juli. Dort suchte Solo das Gespräch mit Seth Rollins und bot ihm Unterstützung für dessen bevorstehende Auseinandersetzung mit Roman Reigns an. Dabei erinnerte er Rollins daran, dass dieser bei WrestleMania 40 eine entscheidende Rolle beim Ende von Reigns‘ historischer Titelregentschaft gespielt hatte.
Rollins nahm das Angebot zwar zunächst nicht an, doch allein die Einbindung Solos in eine Story rund um Reigns und Rollins verdeutlicht, dass WWE den Charakter inzwischen wesentlich breiter einsetzt.
Eine Woche später setzte das Unternehmen die Entwicklung fort. Bei Raw am 27. Juli standen Solo, LA Knight und Royce Keys schließlich gemeinsam gegen die Bloodline und erhielten dabei erneut eine klare Babyface-Präsentation.
Kurz vor SummerSlam gibt es somit kaum noch Anzeichen dafür, dass WWE die neue Richtung unmittelbar wieder beenden möchte.
Solo hatte seine humorvolle Persönlichkeit bereits früher angedeutet
Besonders interessant erscheinen vor diesem Hintergrund ältere Aussagen Sikoas. Bereits 2025 erklärte er in einem Interview, dass seine Persönlichkeit außerhalb des WWE-Fernsehens wesentlich humorvoller sei, als viele Zuschauer aufgrund seines damaligen Charakters vermuten dürften. Sikoa bezeichnete sich damals sogar als besonders lustiges Mitglied seiner Familie.
Auch gegenüber TV Insider sprach er später darüber, dass zunehmende Gesichtsausdrücke und komödiantische Elemente im WWE-TV seiner tatsächlichen Persönlichkeit wesentlich näherkämen.
Rikishi sah diese Entwicklung bereits kommen
Bemerkenswert ist zudem eine frühere Einschätzung seines Vaters Rikishi. Der WWE Hall of Famer erklärte bereits Ende 2025, dass er seinen Sohn aufgrund dessen natürlicher Persönlichkeit langfristig eher als Babyface sehe. Rikishi verwies damals darauf, dass Solo außerhalb seiner damaligen Rolle wesentlich humorvoller und zugänglicher auftrete.
Je stärker WWE diese Eigenschaften in seine Darstellung integriere, desto wahrscheinlicher werde nach seiner Einschätzung auch eine positive Reaktion des Publikums. Nur wenige Monate später scheint genau diese Entwicklung eingetreten zu sein.

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