Vom Gefängnis ins Rampenlicht: Jacob Fatu über ECW-Kindheit, WrestleMania-Sieg und ein angeschlagenes MFTs-Stable

Jacob Fatu vor dem WWE Ring

Im Rahmen der Media Row hat sich Jacob Fatu im ausführlichen Gespräch mit The Sportster und GiveMeSport so persönlich gezeigt wie selten zuvor. Im Mittelpunkt stand seine Reise vom County Jail mit 18 Jahren bis ins ESPN-Hauptlicht von WrestleMania 42. Während Fatu auf der Hauptbühne den nächsten Karriereschritt geht, sorgt parallel eine Verletzungsmeldung im Lager seiner Gegner für Aufsehen. Laut Bryan Alvarez fällt Talla Tonga, Mitglied von Solo Sikoas MFTs, aktuell verletzungsbedingt aus.

Vom County Jail in die erste Stunde auf ESPN2

Fatu beschrieb den Kontrast zwischen seinem damaligen Leben und seiner heutigen Position als kaum fassbar. Mit 18 Jahren saß er im County Jail, war orientierungslos und besaß nicht die Mittel, seine Lage zu begreifen. Jahrzehnte später steht er prominent in der allerersten Stunde der WrestleMania Night 1, die weltweit im Fernsehen übertragen wird. Diese Zeitspanne war für ihn nicht greifbar, bis er sich kurz vor dem Walk-out dabei ertappte, wie sehr ihn der Moment einholte.

Er fasste den emotionalen Sprung in einem prägnanten Satz zusammen: „Es ist mind-blowing.“ Aus seiner Sicht gehöre dieser Auftritt zu den wenigen wirklich positiven Konstanten seines WrestleMania-Wochenendes, das er trotz des sportlichen Erfolgs als hochbelastend erlebte.

„Doubling back and tapping in“ als Lebensmotto

Auffallend war, wie gefasst Fatu seine Reise einordnete. Er sprach davon, dass er sich immer wieder bewusst zurückbesinnen müsse, um den Weg zu reflektieren. Diese Praxis nannte er „doubling back and tapping in“. Sie sei ihm bereits vor wichtigen Auftritten zur Routine geworden und habe ihn auch im Vorfeld von WrestleMania durch nervöse Stunden getragen. Inzwischen befinde er sich in einer Phase, die er selbst mit „full throttle“ umschreibt, also voller Schub und ohne Bremsen.

Diese Mentalität deckt sich mit jener Linie, die Fatu seit seinem WWE-Debüt 2024 verfolgt. Nach der Trennung von Solo Sikoas Bloodline avancierte er zum United States Champion und führte hochkarätige Rivalitäten gegen Cody Rhodes, Drew McIntyre und Sami Zayn. Sein Sieg über McIntyre bei WrestleMania 42 war erst der zweite WrestleMania-Auftritt seiner Karriere, in der er nun mit einer 2:0-Bilanz auf der größten Bühne dasteht.

Anerkennung für Drew McIntyre

Im Sportster-Gespräch nahm Fatu sich zudem ungewöhnlich viel Zeit, seinen WrestleMania-Gegner zu würdigen. Er verwies darauf, dass McIntyre keineswegs als gewöhnlicher Top-Star einzuordnen sei. Er sei „kein normaler Typ“, sondern ein Beast. Aus Fatus Perspektive wäre das gesamte Match in dieser Form nie möglich gewesen, ohne McIntyres künstlerische Qualität und Intensität.

ECW-Kindheit und der lange Weg zum WWE-Star

Ein besonders charmanter Moment des Interviews entstand, als Fatu auf seine Wrestling-Sozialisation zu sprechen kam. Er und seine Geschwister hätten als Kinder ECW-Matches im Wohnzimmer nachgespielt. Mit alten Spielzeugeimern, dem Schlachtruf „Yo, ECW” und reichlich Ketchup auf dem Kopf schlüpften sie in die Rolle ihrer Idole, die ihnen das Wrestling-Fieber endgültig eingepflanzt hätten. Seine Mutter ahndete das Ketchup-Drama nicht selten mit Disziplinarmaßnahmen, weil zu viel davon im Wohnzimmer verteilt wurde.

Diese Erinnerung verband Fatu mit einer breiteren Reflexion über den eigenen Werdegang. Er habe als Jugendlicher mehrfach Stationen durchlaufen, an denen er auf der falschen Seite des Gesetzes gelandet sei. Erst der Anblick seiner Cousins, der Usos, im US-amerikanischen Fernsehen habe ihn schrittweise zurück auf den Weg gebracht, der ihn schließlich zur WWE führte.

Backlash am 9. Mai als nächste große Bühne

Mit seinem Sieg über McIntyre hat sich Fatu bereits einen Platz in der nächsten großen Match-Konstellation gesichert. Sein Backlash-Match gegen Roman Reigns am 9. Mai ist derzeit eines der meistdiskutierten Themen. Die Konfrontation hatte sich in der Raw-Ausgabe vom 27. April weiter zugespitzt, als Fatu dem Tribal Chief nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem „Tongan Death Grip” eine deutliche Botschaft sendete.

Rückschlag im MFTs-Lager: Talla Tonga laut Alvarez verletzt

Fatus anstehender Backlash-Auftritt wird von einer Schwächung im Lager seiner Gegner begleitet. Tama Tonga, Mitglied von Solo Sikoas „MFT.”, hat seit der SmackDown-Ausgabe vom 17. April kein Match mehr bestritten. Sein letzter Einsatz erfolgte in der Andre the Giant Memorial Battle Royal in der finalen SmackDown Show vor WrestleMania 42.
In der vergangenen Woche fehlte er ohne On-Air-Erklärung im WWE-TV. Dies löste schnell Spekulationen über eine mögliche Entlassung im Zuge der Cuts vom 24. April aus.

Bryan Alvarez räumte diese Vermutungen jedoch in seinem Bericht für F4WOnline aus. Tonga sei nicht entlassen worden, sondern befinde sich aufgrund einer nicht näher benannten Verletzung in der Reha. Er stehe weiterhin unter Vertrag und solle in absehbarer Zeit zurückkehren. Aus dieser Einordnung lässt sich schließen, dass die WWE die Verletzung intern nicht als langfristig schwerwiegend einstuft.

Siehe auch: Jacob Fatu nach WrestleMania 42: Roman Reigns Ratschlag backstage und großes Lob für Drew McIntyre

 

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