AEW-Boss Tony Khan hat nach AEW Dynasty in Vancouver auf der Post-Show-Pressekonferenz zahlreiche brisante Themen aufgegriffen. Im Mittelpunkt standen die Verletzung von Trios-Champion Gabe Kidd, ein klärendes Gespräch mit Ricochet nach dessen Social-Media-Eklat sowie weitreichende kurzfristige Änderungen an der Matchcard, die unter anderem die Pläne rund um Kazuchika Okada betrafen.
Khan stellt Ricochet-Vorfall klar
Auf die Social-Media-Kontroverse rund um Ricochet angesprochen, bestätigte Khan gegenüber Joel Pearl, dass es ein direktes und offenes Gespräch mit dem Wrestler gegeben habe. Die getätigten Aussagen seien inakzeptabel gewesen und hätten gegen die internen Richtlinien des Unternehmens verstoßen. Khan betonte, dass es für derartiges Verhalten weder im Wrestling noch allgemein einen Platz gebe, die Angelegenheit intern aufgearbeitet sei und man das Thema nun hinter sich lassen wolle. Auslöser war ein scharfer Tweet Ricochets im März auf eine Fan-Kritik, für den er sich kurz darauf öffentlich entschuldigt hatte. Sportlich setzte Ricochet bei Dynasty derweil ein Ausrufezeichen, indem er das mit Spannung erwartete Comeback-Match von Chris Jericho für sich entschied.
Siehe auch: Ricochet entschuldigt sich nach Social-Media-Vorfall
Verdacht auf Schulterluxation bei Gabe Kidd
Zentrales Gesprächsthema der Show war die Verletzung von Gabe Kidd. Im Trios-Titelmatch verteidigten Clark Connors, David Finlay und Kidd ihre Belts gegen Orange Cassidy, Roderick Strong und den Mystery-Partner Kyle O’Reilly, dessen Comeback gleichzeitig zum emotionalen Höhepunkt geriet und in einem Titelwechsel mündete. Während des Matches musste Kidd vom medizinischen Team in den Backstage-Bereich gebracht werden, woraufhin das Match nach einem angepassten Plan ohne ihn fortgesetzt wurde. Dave Meltzer vom „Wrestling Observer“ lieferte erste Hinweise zur Schwere des Vorfalls und sprach von einer „vermuteten Schulterluxation“. Khan ergänzte auf der Pressekonferenz, dass Kidd auf unbestimmte Zeit ausfalle und derzeit weiter untersucht werde. Eine offizielle Diagnose seitens AEW steht weiterhin aus.
Kyle Fletcher zwingt AEW zu massiven Plan-Änderungen
Khan räumte ein, dass dieser PPV-Zyklus die meisten kurzfristigen Anpassungen seit dem ersten AEW Forbidden Door mit sich gebracht habe. Auslöser waren unter anderem die Ausfälle von Toni Storm und Kyle Fletcher, dessen monatelange Verletzungspause ganze Storyline-Komplexe ins Wanken brachte. Wie Fightful Select berichtete, wurden in den Wochen vor Dynasty mehrere Talente kurzfristig in die Card aufgenommen, die ursprünglich gar nicht eingeplant waren: „Eine Reihe von Talenten, die ursprünglich nicht für AEW Dynasty vorgesehen waren, wurden in den letzten Wochen aufgrund von Kyle Fletchers Verletzung hinzugefügt.“
Auch der TNT Title war direkt betroffen, da AEW den Belt vakant erklärte und stattdessen ein Casino Gauntlet-Match zur Krönung eines neuen Champions ansetzte.
Ursprüngliche Okada-Pläne werden zu Double-or-Nothing-Aussicht
Besonders weitreichend waren die Konsequenzen für Kazuchika Okada. Bei Dynasty trat der AEW International Champion gemeinsam mit Konosuke Takeshita gegen The Young Bucks an und musste sich in einem rund 20-minütigen Match geschlagen geben. In der Schlussphase verhalf Takeshita den Bucks demonstrativ zu ihren Finishern gegen Okada und zeigte ihm anschließend den Mittelfinger, was das Segment final auflud: „Kyle Fletcher sollte ursprünglich gemeinsam mit Konosuke Takeshita gegen die Young Bucks antreten und Kazuchika Okada sollte um den International Title kämpfen.“
Diesbezüglich wird nun ein Titelmatch zwischen Okada und Takeshita um die AEW International Championship beim AEW Double or Nothing Pay-per-View erwartet.
Khan zufrieden mit Wirtschaftsdaten und Kooperationen
Wirtschaftlich zeigte sich Khan trotz der zahlreichen Anpassungen zufrieden. Die PPV-Käufe über HBO Max seien „sehr hoch“ gewesen, möglicherweise handele es sich sogar um die erfolgreichste Dynasty-Ausgabe. Zudem unterstrich Khan die strategische Bedeutung von Kooperationen mit anderen Promotions und zog Vergleiche zum Konzept von Forbidden Door. Lobende Worte fand er für die Zusammenarbeit mit Maple Leaf Pro sowie für Partner wie CMLL, ebenso für die langjährige Beziehung zu New Japan Pro-Wrestling. Der gestiegene Live-Zuspruch hatte sich bereits im Vorfeld angedeutet, als von 9.000 konfigurierten Plätzen 8.699 Tickets verkauft waren und AEW kurz vor Beginn sogar die letzte Reihe im Parkett zusätzlich freigab.
Weitere Themen: Thekla, O’Reilly, Knight
Auf der Pressekonferenz teilte Khan mit, dass er eigentlich MJF für Fragen dabeihaben wollte, dieser habe jedoch abgelehnt. Neben Khan kamen Thekla, The Conglomeration und Kevin Knight zu Wort. Thekla betonte, dass AEW die perfekte Plattform für sie sei und sie großen kreativen Einfluss auf ihre Darstellung habe – von der Ringkleidung bis zum Entrance. Kyle O’Reilly schilderte, wie emotional der Titelgewinn für ihn gewesen sei, vor allem vor dem Hintergrund des kürzlichen Todes seines Vaters. Seine Tochter konnte den Moment im Publikum miterleben.
Kevin Knight wiederum sprach über seine Rolle beim Mark Hitchcock Memorial Event und verriet, dass er von seinem Main-Event-Status erst durch die offizielle Ankündigung erfahren habe. Khan entschuldigte sich für die späte Information, lobte aber Knights Einsatzbereitschaft und kündigte zugleich an, dass Claudio Castagnoli bei Dynamite um den TNT Title antreten wird. Knight selbst zeigte sich darüber hinaus offen für ein mögliches Titelmatch gegen Mike Bailey.
Persönliche Erinnerungen zum Abschluss
Zum Ende wurde es persönlich, als Khan und Renee Paquette über ihre liebsten AEW-Erinnerungen in Kanada sprachen. Genannt wurden Paquettes Debüt im Oktober 2022 sowie große Matches wie Bryan Danielson gegen Kazuchika Okada und Kenny Omega gegen Will Ospreay.

Selten so einen Bullshit gelesen. Wenn AEW das Verhalten von Ricochet tatsächlich nicht dulden würde, dann hätte man ihn suspendiert, ihm eine saftige Geldstrafe aufgebrummt oder sogar entlassen. Stattdessen wird ein weiterhin eingesetzt, wird sogar noch mit einem PPV-Match belohnt und darf dieses noch gewinnen. Unfassbar.
Genau mein Gedanke.
Man muss ihn nicht entlassen, aber zumindest eine Zeit lang aus dem Programm nehmen und eine Geldstrafe wäre sicher auch zu überlegen, denn solche Sachen fallen immer auch auf die Promotion zurück.
Was TK hier macht ist quasi ein Freibrief und ein „Na ja, war nicht so wild.“.
Wer weiß was Intern noch passiert ist, was nicht öffentlich gemacht wird. Niemand von uns war dabei und irgendwelche Spekulationen helfen auch nicht weiter
Es geht um die Außendarstellung. Klar kann er intern bestraft worden sein. Nach außen wird es so dargestellt, dass sein Verhalten keinerlei Konsequenzen hat und die Beschimpfung, die Verunglimpfung von schwer kranken Menschen nicht mehr als ein Dudu zur Folge hat.
Sich als TK hinzustellen und zu sagen, dass man es nicht gutheißt, dann aber keine erkenntlichen Folgen zeigt, ihn sogar noch in einem PPV Match gegen Chris Jericho, das ja nach dessen Rückkehr besonders hohe Beachtung hat, einzusetzen, und ihn das Match auch noch gewinnen zu lassen, wirkt wie eine Belohnung, nicht wie eine Verurteilung seiner Aussagen. Das ist das Problem, und da ändert auch keine Relativierung etwas daran.
Sehr gut auf den Punkt gebracht.
Ich muss nicht spekulieren, um zu sehen, dass seine „Strafe“ milde bis gar nicht ausgefallen ist. Wie lange hat er gefehlt? Eine Woche hat man Ricochet nicht eingesetzt. Bereits 7 Tage später später wurde er wieder gebookt und er stand nicht nur in einem PPV-Match, er durfte das Ding auch noch gewinnen!
In JEDER anderen Liga wäre Ricochet hochkant rausgeflogen oder wäre zumindest monatelang suspendiert worden. Davon ist NICHTS geschehen und das hat auch nichts mit Spekulationen zu tun. Andernfalls würde er jetzt nicht eingesetzt werden. Ricochet hat eine Grenze überschritten, die man nicht überschreiten DARF. Das hat auch nichts mit seiner Heel-Persona zu tun, sondern ist einfach nur geschmacklos und verabscheuungswürdig.
TK widerspricht sich mit seinen Augen selbst. Wenn er wirklich etwas unternommen hätte, dann wären die Konsequenzen für alle ersichtlich. Ein Match bei einer Großveranstaltung und dann noch ein Sieg sprechen jedoch eine völlig andere Sprache. Das kann man nicht einfach herunterspielen.
Vielleicht hat es eine hohe Geldstrafe gegeben und man hat sich darauf geeinigt, nichts darüber zu sagen und hat die Angelegenheit für beendet erklärt. Maßnahmen müssen nicht immer für jeden sichtbar sein, ein Unternehmen kann sowas auch intern klären.
Noch einmal. Geldstrafe hin oder her. Ich beurteile die Dinge, die für JEDEN sichtbar sind. Und ich sehe einen Wrestler, der WEIT über das Ziel hinausgeschossen hat und nach einer Woche Pause eingesetzt wird, als wäre nichts geschehen. Und um dem ganze noch die „Krone“ aufzusetzen, wird er nicht nur beim nächsten PPV eingesetzt, sondern darf das Match auch noch gewinnen. Mit Strafe o. Ä. hat das nichts zu tun.
Bei der WWE sitzt derjenige sofort im Doghouse und darf die nächsten Monate entweder verlieren oder darauf hoffen überhaupt eingesetzt zu werden.
Was soll eigentlich die ganze Diskussion? Jeder führt sein Unternehmen so wie er es für richtig hält und nicht so wie es sich irgendwelche Leute im Netz wünschen.