TKO meldet Milliardenumsatz: WWE wächst – doch mehrere Rechtsfälle sorgen für neue Fragen

Statistische TKO/WWE Grafik zum Geschäftsbericht mit grünem Pfeil der nach oben zeigt
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TKO Group Holdings hat für das zweite Quartal 2026 erneut starke Geschäftszahlen vorgelegt. Vor allem WWE und UFC sorgten für deutliches Wachstum, weshalb die Muttergesellschaft ihre Prognose für das Gesamtjahr anhob. Gleichzeitig beschäftigen mehrere Rechtsstreitigkeiten das Unternehmen, darunter die Janel-Grant-Klage, ein Verfahren in Maryland und eine neue Sammelklage zum ESPN-Zugang.

WWE steigert Quartalsumsatz um zwölf Prozent

TKO erwirtschaftete im zweiten Quartal einen Umsatz von 1,547 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn belief sich auf 303,9 Millionen US-Dollar, während das bereinigte EBITDA um 23 Prozent auf 649,9 Millionen US-Dollar stieg.

WWE steuerte 620,9 Millionen US-Dollar zum Gesamtumsatz bei und lag damit zwölf Prozent über dem Vorjahreswert. Das bereinigte EBITDA der Wrestling-Promotion erhöhte sich ebenfalls um zwölf Prozent auf 368,3 Millionen US-Dollar.

Der wichtigste Wachstumstreiber waren die Medienrechte. Die Einnahmen aus Medienrechten, Produktion und Content stiegen um 80,8 Millionen auf 359,7 Millionen US-Dollar. TKO führte dies insbesondere auf den im September 2025 gestarteten ESPN-Vertrag zurück.

Auch die Einnahmen aus Konsumprodukten und Lizenzierung erhöhten sich auf 46 Millionen US-Dollar. Partnerschaften und Marketing brachten 63,2 Millionen US-Dollar ein.

Nicht alle Bereiche entwickelten sich positiv. Die Einnahmen aus Live-Events und Hospitality gingen um 33,7 Millionen auf 152 Millionen US-Dollar zurück. TKO begründete dies nahezu vollständig mit niedrigeren Ticketeinnahmen von WrestleMania 42 im Vergleich zur Veranstaltung des Vorjahres.

Zusätzliche Kosten entstanden durch die gestiegene Zahl internationaler WWE-Shows. Höhere Produktions-, Reise- und Talentkosten konnten jedoch durch das Wachstum der Medien- und Lizenzeinnahmen ausgeglichen werden.

TKO erhöht die Jahresprognose

UFC erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 535,7 Millionen US-Dollar, während IMG einschließlich On Location 354,7 Millionen US-Dollar beisteuerte. TKO erwartet für das Gesamtjahr nun einen Umsatz zwischen 5,775 und 5,825 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 2,275 und 2,305 Milliarden US-Dollar liegen.

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Das Unternehmen betonte zudem, seit Jahresbeginn bereits mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar durch Dividenden, Aktienrückkäufe und weitere Ausschüttungen an seine Anteilseigner zurückgegeben zu haben. Weitere Aktienrückkäufe sind vorgesehen.

WWE wird wegen des ESPN-Zugangs verklagt

Ausgerechnet der für das Umsatzwachstum wichtige ESPN-Vertrag ist Gegenstand einer Sammelklage. Michael Diesa und Rebecca Toback werfen WWE vor, Kunden über den Zugang zu den Premium-Live-Events auf der neuen ESPN-Plattform in die Irre geführt zu haben.

Eine Anhörung ist für den 20. August 2026 vor einem Bundesgericht in Connecticut angesetzt. Dort soll unter anderem entschieden werden, ob ESPN und das Disney-Unternehmen BAMTech in das Verfahren eingreifen dürfen und ob der Streit vor Gericht oder in einem privaten Schiedsverfahren weitergeführt wird.

Die Kläger argumentieren, WWE und ESPN hätten den Eindruck vermittelt, bestehende ESPN-Kunden könnten die Premium-Live-Events ohne zusätzliche Gebühren sehen. Tatsächlich hing der Zugriff jedoch davon ab, ob Disney mit dem jeweiligen Kabel- oder Streaminganbieter eine Vereinbarung getroffen hatte.

Kunden einiger Anbieter mussten deshalb zusätzlich 29,99 US-Dollar für ESPN Unlimited bezahlen. Diesa gab an, bereits mehr als 100 US-Dollar monatlich für einen Kabeldienst mit ESPN gezahlt zu haben, sein Disney-Paket aber dennoch erweitern zu müssen. Toback zahlte als YouTube-TV-Kundin am Tag eines WWE-Events für ESPN Unlimited und kündigte das Abonnement danach wieder.

Die Klage verweist unter anderem auf frühere Aussagen von WWE-Präsident Nick Khan, wonach für WWE-Veranstaltungen keine zusätzlichen Kosten anfallen sollten. Bei WrestlePalooza 2025 besaßen Kunden verschiedener Anbieter jedoch keinen automatischen Zugang zur ESPN-App.

ESPN und BAMTech berufen sich auf die Abonnementbedingungen von Disney, die ein verpflichtendes Schiedsverfahren vorsehen und Sammelklagen ausschließen. Obwohl WWE selbst keine Vertragspartei ist, soll die Promotion nach Auffassung der Unternehmen ebenfalls von dieser Klausel profitieren können, da die Vorwürfe unmittelbar mit der Geschäftsbeziehung zwischen WWE und ESPN verbunden seien.

Die Kläger fordern Schadensersatz, die Erstattung ihrer Anwaltskosten und eine gerichtliche Anordnung gegen eine aus ihrer Sicht irreführende Vermarktung.

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Janel-Grant-Verfahren wechselt ins Schiedsverfahren

TKO bestätigte außerdem, dass Janel Grant, Vince McMahon und WWE am 20. Juli 2026 eine Vereinbarung über ein privates Schiedsverfahren getroffen haben. Vier Tage später wurde Grants Klage vor dem Bundesgericht endgültig zurückgenommen.

Die darin erhobenen Vorwürfe sind damit nicht beigelegt. Grant kann ihre Ansprüche im Schiedsverfahren weiterverfolgen. Sie hatte McMahon und WWE unter anderem sexuelle Übergriffe, Menschenhandel und weitere schwere Verfehlungen vorgeworfen. McMahon bestreitet die Anschuldigungen. John Laurinaitis war bereits im Mai 2025 endgültig aus dem Verfahren entlassen worden.

Weitere Klagen beschäftigen WWE

Unabhängig davon bleibt eine Klage in Maryland aktiv. Mehrere anonyme Kläger werfen einem früheren WWF-Ringsprecher sexuellen Missbrauch während ihrer Minderjährigkeit in den 1980er-Jahren vor. Vince und Linda McMahon, WWE sowie TKO wird unter anderem vorgeworfen, von den mutmaßlichen Vorgängen gewusst oder nicht ausreichend eingegriffen zu haben. Die Beklagten weisen die Vorwürfe zurück.

Auch der Aktionärsrechtsstreit im Zusammenhang mit der Fusion von WWE und TKO ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Zwar wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt, diese muss jedoch noch gerichtlich genehmigt werden.

Der auf WWE entfallende Vergleichsanteil beträgt 105 Millionen US-Dollar. Voraussichtlich werden 75 Millionen US-Dollar durch Versicherungen abgedeckt, wodurch TKO mit einer Belastung von rund 30 Millionen US-Dollar rechnet.

TKO präsentiert sich damit wirtschaftlich äußerst stark, während WWE gleichzeitig mit mehreren juristischen Risiken konfrontiert bleibt. Besonders auffällig ist, dass der ESPN-Vertrag einerseits das Wachstum antreibt, andererseits aber bereits einen neuen Rechtsstreit ausgelöst hat.

2 Kommentare

  1. Diese Zahlen sind Ausdruck von beschleunigtem Ausverkauf. Das Produkt wird für Fremdinteressen ausgehöhlt und Teile der Zielgruppe vertrieben. Umso mehr auf diese Weise kurzfristig rausgepresst wird, desto weniger Fähigkeit zur Wertschöpfung bleibt übrig.

    • Ähm ja oooooder man hat einfach einen Weg gefunden im Mainstream Bereich nochmal mehr Umsatz und Gewinn zu erzielen. Nur so ein Gedanke

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