Der Tod des TBS-Gründers und ehemaligen WCW-Besitzers Ted Turner am 6. Mai 2026 hat in der Wrestling-Welt für sichtbare Reaktionen gesorgt. Noch am selben Abend reagierte AEW mit einer komplett umgeschriebenen Dynamite-Collision-Sondershow in North Charleston, die dem Andenken des Medienmoguls gewidmet war. Wie aus Berichten des Wrestling-Insiders Dave Meltzer hervorgeht, war einer der zentralen Auftritte des Abends ursprünglich überhaupt nicht vorgesehen.
Tony Khan reagiert mit kurzfristigen Programmänderungen
Hintergrund der spontanen Umplanung war Turners Tod im Alter von 87 Jahren am vergangenen Mittwochnachmittag, dem 06. Mai 2026. AEW-Präsident und CEO Tony Khan habe Teile der ohnehin als dreistündige Dynamite-Collision-Sondershow angesetzten Live-Show kurzfristig neu konzipiert, um den Abend mit einem würdigen Tribute-Segment zu eröffnen. Khan habe Tony Schiavone und Sting persönlich darum gebeten, das Tribute gemeinsam zu übernehmen. Zur Show gehörte zusätzlich ein 10-Bell-Salute, mit dem AEW Turners Bedeutung für den Wrestling-Sport und für das US-Fernsehen ausdrücklich würdigte.
Sting wollte ursprünglich gar nicht im TV erscheinen
Die Vorgeschichte zu Stings Auftritt ist besonders interessant. Laut Meltzer war der WWE Hall of Famer und frühere WCW-Star an diesem Tag ursprünglich aus einem ganz anderen Grund in North Charleston. AEW hatte ihn in die Region eingeflogen, um Promotion- und Medientermine zu absolvieren, da er einen bedeutenden Teil seiner frühen Karriere vor Ort bestritten hatte. Auf einen Auftritt in der Live-Show selbst hatte Sting jedoch bereits im Vorfeld bewusst verzichtet.
Bei seiner Ankunft machte er den AEW-Verantwortlichen gegenüber deutlich, dass er nicht im Fernsehen erscheinen wolle. Meltzer gibt Stings Position sinngemäß wie folgt wieder: „Es ist nicht mehr meine Zeit. Ich möchte niemandem den Platz im Rampenlicht wegnehmen. Ich möchte nicht in der Show sein.“
Schiavone und Sting improvisieren das Tribute
Mit dem plötzlichen Tod Turners änderte sich die Lage. Sting zeigte sich bereit, das Tribute zu übernehmen, nachdem Tony Khan ihn direkt darum gebeten hatte. Das Segment selbst wurde dabei vollständig improvisiert. Schiavone und Sting traten ohne ausformulierten Skript-Text vor die Kamera und formulierten ihre Aussagen frei, was nach Meltzers Eindruck auch für die Zuschauenden klar erkennbar gewesen sei.
Trotz der knappen Vorbereitung bewertete Meltzer die Umsetzung als sehr gelungen, beide Männer hätten die Worte improvisiert und einfach drauflosgesprochen. Inhaltlich rückten Turners weitreichender Einfluss auf den Wrestling-Sport sowie seine Rolle bei der Entwicklung des US-Fernsehens in den Mittelpunkt.
Champion-vs-Champion-Match und ein zweiter Sting-Moment
Spät in der Show kehrte Sting noch ein zweites Mal zurück. Anlass war das Main Event, in dem AEW World Champion Darby Allin seinen Belt gegen TNT Champion Kevin Knight in einem Champion vs. Champion Match verteidigte. Allin konnte die Begegnung knapp für sich entscheiden und seinen Titel halten.
Im Anschluss feierte Sting gemeinsam mit Allin im Ring, ein Moment, der bei den Fans als zusätzlicher emotionaler Höhepunkt der Show wahrgenommen wurde. Damit fanden beide Sting-Auftritte des Abends sowohl in der Eröffnung als auch nach dem Main Event ihren Platz, ohne dass einer davon ursprünglich vorgesehen gewesen war.
Wer war Ted Turner für den Wrestling-Sport
Ted Turner, der am 6. Mai 2026 im Alter von 87 Jahren verstorben ist, zählt zu den einflussreichsten Medienunternehmern der US-Geschichte. Der Gründer von TBS und CNN war zugleich langjähriger Besitzer der World Championship Wrestling (WCW), die unter seiner Führung in den 1990er Jahren während der sogenannten Monday Night Wars zeitweise sogar die damalige WWF im Wettstreit um die Marktführerschaft schlagen konnte.
Erst mit dem Verkauf der WCW im Jahr 2001 endete diese Ära. Für viele Wrestling-Fans bleibt Turner damit untrennbar mit einem der prägendsten Kapitel der Branchengeschichte verbunden. Dass ausgerechnet Sting, einer der größten WCW-Stars überhaupt, das Tribute an diesem Abend improvisieren konnte, wirkte laut Meltzer wie ein besonders stimmiger Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

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