Seth Rollins erklärt den schmalen Grat zwischen Promis und WWE

Seth Rollins streckt seinen Zeigefinger aus
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Seth Rollins steht prominenten Gastauftritten in der WWE grundsätzlich positiv gegenüber, betont aber, dass es auf das richtige Maß ankomme. In der ESPN-Sendung „UnSportsmanlike“ hat sich der ehemalige World Heavyweight Champion ausführlich zur wachsenden Zahl von Promi-Crossovern im Pro-Wrestling geäußert und dabei vor allem Bad Bunny und IShowSpeed hervorgehoben. Beide würden sich mit großer Ernsthaftigkeit auf ihre Einsätze im Ring vorbereiten, so Rollins.

Rollins sieht sich selbst als Quereinsteiger

Bevor er auf die WWE-Auftritte der beiden Stars einging, zog Rollins einen ungewöhnlichen Vergleich. Er bezeichnete sich selbst als den „Bad Bunny des Sport-Journalismus“. Er sei mit SportsCenter aufgewachsen, Stuart Scott, Rich Eisen und Dan Patrick seien seine prägenden Vorbilder gewesen. Wenn er heute regelmäßig hinter den Pulten von NFL Network, ESPN oder Good Morning Football säße, gäbe es sicher Ex-Sportler und Kommentatoren, die sich fragten, was dieser Quereinsteiger dort verloren habe.

Genau das läuft bei Promis im Wrestling oft genauso ab, nur eben aus umgekehrter Richtung. Er sei eben nicht Kevin Harlan oder Tom Brady, betonte Rollins, ein wenig hier und dort funktioniere aber. Genau dieses Prinzip übertrug er auf das Wrestling: In kleinen Dosen seien Auftritte von Bad Bunny oder IShowSpeed großartig für die Branche, weil sie der WWE Türen zu Zielgruppen öffneten, die das Produkt sonst womöglich nie kennenlernen würden.

Bad Bunny als „Michael Jackson dieser Generation“

Besonders euphorisch äußerte sich Rollins über Bad Bunny. Viele Fans würden gar nicht begreifen, was es bedeute, dass ein Künstler dieses Kalibers überhaupt für die WWE in den Ring steige. Bad Bunny sei der „Michael Jackson dieser Generation“, so Rollins. Der Musiker fülle weltweit Stadien mit Zehntausenden Menschen pro Konzert. Trotzdem komme er mit unverhohlener Begeisterung zur WWE, lasse sich nicht einfach am Showtag in den Ring stellen, sondern fordere aktiv Trainingsmöglichkeiten und Unterstützung an. WWE schicke Produzenten und Talente, die ihn auf seine Auftritte vorbereiteten, damit am Ende eine glaubwürdige Darbietung dabei herauskomme.

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IShowSpeed teilte mit Rollins einen Nachtflug

Auch IShowSpeed bekam ein ausdrückliches Lob. Rollins erzählte von einer Anekdote kurz vor WrestleMania, als er auf einem Nachtflug von Los Angeles direkt neben dem Streamer und dessen Crew gesessen habe. Speed sei unterwegs gewesen, um sich auf sein WrestleMania-Match vorzubereiten. Für Rollins ist genau diese Haltung der entscheidende Faktor: Promis, die das Wrestling-Business respektierten und sich seriös vorbereiteten, würden vom Publikum letztlich auch positiv aufgenommen.

Pat McAfee: Kritik mit Kontext

Etwas differenzierter betrachtete Rollins die Kritik, die Pat McAfee vor und während WrestleMania 42 entgegengeschlagen war. Der frühere NFL-Punter habe als Kommentator herausragende Arbeit geleistet und sei auch in vereinzelten Matches überzeugend gewesen, etwa bei NXT oder in einem viel beachteten Match gegen Gunther.

Das Problem sei nicht McAfees Präsenz an sich gewesen, sondern seine Platzierung in der Storyline rund um Cody Rhodes und Randy Orton: Diese Fehde habe eine zwanzigjährige Vorgeschichte, in die ein Außenstehender nur schwer ohne Reibung passe. Viele Fans hätten das genau so empfunden und entsprechend ablehnend reagiert. McAfee selbst entschied sich nach WrestleMania bekanntlich dazu, aus der Storyline auszusteigen.

Promi-Auftritte als Türöffner für neue Zielgruppen

Für Rollins zeigt der Vergleich, dass Promi-Crossover im Wrestling weder pauschal verdammt noch unbegrenzt eingesetzt werden sollten. Wenn die Auftritte gezielt platziert würden und die Gäste den nötigen Respekt vor dem Geschäft mitbrächten, könne die WWE neue Zuschauende gewinnen, ohne dass das Stammpublikum sich übergangen fühle. In dieser Balance liege für ihn der Schlüssel: Promis dürften die Bühne nicht dominieren, könnten aber als ergänzendes Element bestens funktionieren.

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