Booker T nimmt die WWE wegen der WrestleMania-42-Matchzeiten in Schutz und Jim Ross sorgt mit deutlichen Worten zu Brock Lesnars Zukunft für Aufsehen

Booker T trägt einen Anzug

Das vergangene Wochenende von WrestleMania 42 hat zwei sehr unterschiedliche Schlagzeilen produziert: Während einige Zuschauer die kurzen Matchzeiten der ersten Nacht diskutieren, feiert die WWE im Vertriebsgeschäft einen überraschenden Senkrechtstarter. Beide Geschichten zeigen, wie facettenreich und mitunter widersprüchlich die Stimmung rund um „The Show of Shows” im Jahr 2026 ist.

Booker T verteidigt die WWE-Linie

Auslöser der Debatte waren mehrere Matches der ersten Nacht von WrestleMania, die nicht einmal die Zehn-Minuten-Marke erreichten. Betroffen waren auch die Auftritte von Becky Lynch, AJ Lee und Liv Morgan – ausgerechnet jene Begegnungen, von denen viele Fans deutlich mehr Wrestling erwartet hatten.

Booker T kann die Empörung nicht nachvollziehen und bezog in seinem „Hall of Fame“-Podcast klar Position. Bevor der Hall of Famer die WWE in Schutz nahm, machte er deutlich, dass längere Matches auch während seiner eigenen Karriere nicht zwangsläufig die besseren gewesen seien. Gerade in jungen Jahren habe er sich über die Dauer eines Matches kaum Gedanken gemacht. Überzogene Matches seien ihm sogar eher unangenehm gewesen. Er fühle sich traditionell in einer Spanne von etwa 15 bis 18 Minuten am wohlsten.

WWE-Produkt heute weit mehr als Wrestling

Anschließend rückte Booker T das große Ganze in den Fokus. Aus seiner Sicht ist die Match-Länge bei der heutigen WWE nur noch ein Baustein in einem deutlich komplexeren Produktionsgefüge: „Aber viele dieser Matches waren kürzer. Die Zeiten haben sich geändert. Es geht nicht mehr nur ums Wrestling, sondern auch um die Partner, die Werbung und all das. Man ist heute viel stärker involviert als früher.“

Damit nicht genug: Der zweimalige WWE-Champion nutzte die Gelegenheit für einen Seitenhieb in Richtung der Konkurrenz und ließ durchblicken, warum die WWE bewusst auf straffer kalkulierte Matchzeiten setzt. Er verwies auf das aus seiner Sicht überladene Format der AEW-Shows, bei denen seines Erachtens eine Vielzahl an Matches angesetzt wird, denen jeweils viel Zeit eingeräumt wird, um sich im Ring auszubreiten.

So intensiv die Diskussion über die Matchzeiten auch geführt wird – an anderer Stelle drehen sich die Gespräche um eine deutlich emotionalere Frage. Parallel zur sportlichen Debatte beschäftigt viele Fans ein Bild, das im Eröffnungsmatch von Night Two für Gänsehaut sorgte: Brock Lesnars Stiefel und Handschuhe, die er nach seiner überraschenden Niederlage gegen Oba Femi im Ring zurückgelassen hatte. Genau hier setzt Jim Ross an und liefert eine Einschätzung, die den Spekulationen über ein endgültiges Karriereende den Wind aus den Segeln nimmt.

Jim Ross dämpft die Abschieds-Spekulationen

In einer aktuellen Folge seines Podcasts „Grilling JR“ widmete sich Jim Ross ausführlich der Zukunft von Brock Lesnar. Hintergrund sind die zahlreichen Berichte und Reaktionen, wonach „The Beast Incarnate“ mit dem Hinterlegen seiner Ring-Utensilien einen offiziellen Schlussstrich gezogen haben könnte.

Ross sieht das anders. Er geht nicht davon aus, dass die Karriere Lesnars an diesem Abend tatsächlich zu Ende gegangen ist, auch wenn er einräumt, dass ein Comeback als regelmäßig auftretender TV-Charakter nicht mehr realistisch ist. Für ausgewählte Großevents stehe Lesnar seines Erachtens nach wie vor zur Verfügung, allen voran für eine künftige WrestleMania.

Erinnerungen an die Lesnar-Verpflichtung

In diesem Zusammenhang erinnerte Ross an die Anfangszeit Lesnars in der WWE und an die Eindrücke, die er damals in seiner Funktion für die Liga gewonnen hatte. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen sei ihm klar gewesen, dass er einen außergewöhnlichen Athleten mit der Ausstrahlung eines geborenen Champions, dem nötigen Einschüchterungsfaktor und einem klaren wirtschaftlichen Anspruch vor sich habe. Lesnar habe von Beginn an nicht nach einer kleinen Karriere gestrebt, sondern nach den großen Beträgen. Entsprechend bot Ross ihm seinerzeit ein Einstiegsgehalt, das über dem aller bisherigen Newcomer lag.

Rematch gegen Oba Femi nicht ausgeschlossen

Mit Blick auf die Gegenwart verweist Ross auf die wirtschaftliche Logik der heutigen WWE. Angesichts der Investorenstruktur und des klaren finanziellen Fokus des Unternehmens halte er einen weiteren Lesnar-Auftritt für nahezu zwangsläufig, sobald sich ein zugkräftiges Match anbiete. Auch ein erneutes Duell mit Oba Femi sei aus seiner Sicht keineswegs ausgeschlossen – die bereits ausgetragene Begegnung spreche für ihn nicht gegen, sondern eher für eine Wiederauflage. Wer in seinem Beruf zur Spitze gehöre, müsse das auch mehr als nur einmal beweisen dürfen.

Dreammatch gegen GUNTHER nur für die ganz große Bühne

Besonders deutlich wird Ross bei dem seit Jahren herbeigesehnten Match zwischen Brock Lesnar und GUNTHER. Für ihn ist klar: Dieses Duell gehört weder zu einem SummerSlam noch zu einem Royal Rumble, sondern ausschließlich zu einer WrestleMania. Seiner Einschätzung nach wird es vor diesem Termin nicht stattfinden.

Die erzählerischen Grundlagen seien ohnehin längst gelegt, es fehle lediglich der Feinschliff – wie bei einer Festung, deren Fundament bereits steht. Ein solches Match auf einer kommenden WrestleMania würde sich aus seiner Sicht hervorragend verkaufen, gerade in einer Stadt wie Minneapolis, in der Lesnar zu Hause ist.

Sollte sich Ross‘ Prognose bewahrheiten, wäre die emotionale Szene aus Las Vegas nicht das Ende einer Ära, sondern lediglich ein weiteres Kapitel in einer Karriere, die offenbar noch für einige Schlagzeilen sorgen wird.

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