Sami Zayn steht nach seinem zweiten Gewinn der Undisputed WWE Championship erneut im Mittelpunkt der größten Titelgeschichte des Unternehmens. Mit der neuen Regentschaft sind jedoch nicht nur mögliche Herausforderer in den Fokus gerückt. Zayn hat nun ausführlich darüber gesprochen, wie er seinen eigenen Platz an der WWE-Spitze sieht und weshalb sich sein Blick auf einen prominenten Rivalen verändert hat.
Sami Zayn widerspricht dem klassischen Bild eines WWE Champions
Im Gespräch bei „Busted Open Radio“ wurde Zayn auf die immer wieder geäußerte Kritik angesprochen, er entspreche optisch nicht dem traditionellen Bild eines WWE Champions. Für den 42-Jährigen greift diese Betrachtungsweise allerdings zu kurz. Aussehen, Muskelmasse und selbst die Moves eines Wrestlers seien für ihn letztlich lediglich unterschiedliche Werkzeuge. Ihr gemeinsames Ziel bestehe darin, die Zuschauer emotional für eine Person und deren Geschichte zu gewinnen.
Zayn bestritt dabei keineswegs, dass ein beeindruckender Körperbau im Wrestling hilfreich sein könne. Auch dieser sei Teil der Präsentation und könne dazu beitragen, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Entscheidend sei jedoch nicht, auf welchem Weg ein Wrestler dieses Ziel erreiche. Als Beispiele führte Zayn seine eigene Karriere an. Während seiner frühen NXT-Zeit habe er die Zuschauer vor allem mit seinen Matches für sich gewonnen. Viele Jahre später sei ihm dies während seiner Zeit mit The Bloodline vorwiegend durch Storytelling gelungen.
Besonders viel bedeute ihm, wenn Fans ihm erzählten, durch eine seiner Geschichten nach längerer Pause wieder Wrestling verfolgt zu haben. Solche Reaktionen seien für ihn teilweise sogar bedeutender als das Lob für einzelne besonders starke Matches.
Die zweite Titelregentschaft fühlt sich für Zayn völlig anders an
Der aktuelle WWE-Titelgewinn besitzt für Zayn deshalb auch eine besondere persönliche Bedeutung. Seine erste Regentschaft begann Ende Juni und dauerte lediglich neun Tage, bevor CM Punk ihm die Championship wieder abnahm. Rückblickend habe sich dieser erste Erfolg für Zayn beinahe wie ein außergewöhnlicher Moment angefühlt, bei dem er selbst noch nicht vollständig wusste, wie dauerhaft sein Platz an der Spitze tatsächlich sein würde.
Mit seinem zweiten Titelgewinn habe sich dieses Gefühl verändert. Zayn machte deutlich, dass diese Regentschaft für ihn den Beweis darstelle, dass sein erster Erfolg kein Zufall gewesen sei. Demzufolge stellte er klar: „Das ist kein einmaliger Glückstreffer.“
Für ihn zementiere der erneute Gewinn der wichtigsten WWE Championship seinen Status auf eine Weise, wie es die erste Regentschaft allein noch nicht getan habe. Dass der zweite Titelgewinn ausgerechnet gegen CM Punk erfolgte, verleiht dieser Einschätzung zusätzlich Gewicht. Zayn besiegte Punk am 11. September bei SmackDown in Mexico City in einem chaotischen Main Event, bei dem Johnny Gargano, Candice LeRae und Kevin Owens eine Rolle spielten.
CM Punk hat Sami Zayns Meinung im Ring verändert
Überraschend offen sprach Zayn außerdem über seine persönliche Einschätzung von CM Punk. Vor ihren gemeinsamen Matches habe er dessen Fähigkeiten im Ring teilweise unterschätzt. Zayn räumte ein, sich früher gefragt zu haben, weshalb Punk im Wrestling einen derart hohen Stellenwert genieße. Die direkten Begegnungen hätten seinen Blick jedoch verändert. Nachdem er mehrfach mit Punk im Ring gestanden habe, könne er dessen Qualität nicht mehr abstreiten. Zayn bezeichnete Punk als außergewöhnlich guten Wrestler und erklärte, dass ihm die gemeinsamen Matches in dieser Hinsicht die Augen geöffnet hätten.
Damit fällt sein Urteil deutlich positiver aus, als man angesichts ihrer jüngsten Titelgeschichte vermuten könnte. Zayn ließ zwar erkennen, dass er Punk gerne kritisiere, seine Fähigkeiten im Ring könne er nach den gemeinsamen Erfahrungen jedoch nicht mehr ernsthaft infrage stellen.
Für Zayn müssen Wrestling-Moves einen Zweck erfüllen
Zayns Haltung zum klassischen Champion-Look ist Teil einer grundsätzlicheren Wrestling-Philosophie. Spektakuläre Aktionen sind für ihn kein Selbstzweck. Ein Move müsse dazu beitragen, dass die Zuschauer das Match nachvollziehen und emotional mitgehen können. Für Zayn kommt es deshalb weniger darauf an, wie viele spektakuläre Aktionen ein Wrestler zeigt, sondern darauf, ob diese innerhalb des Matches einen Zweck erfüllen und beim Publikum die gewünschte Reaktion hervorrufen.
Zahlreiche mögliche Herausforderer warten auf den WWE Champion
Auch über die Zukunft seiner aktuellen Regentschaft sprach Zayn. Mit Kevin Owens, Finn Bálor, Randy Orton, Cody Rhodes und CM Punk sieht er mehrere Gegner, mit denen sich unterschiedliche Geschichten erzählen ließen. Besonders Owens liegt aufgrund ihrer jahrzehntelangen gemeinsamen Vergangenheit als naheliegender Gegner auf der Hand. Gleichzeitig möchte Zayn nach eigener Aussage keine Geschichte zu früh auf einen bestimmten Ausgang festlegen.
Seine Vorstellung ist vielmehr, zunächst eine Richtung zu haben und trotzdem offen dafür zu bleiben, wenn sich währenddessen eine noch bessere Möglichkeit ergibt. Auch Johnny Gargano bleibt Teil des aktuellen Geschehens. Zayn hatte zuvor angedeutet, sich um ihn kümmern zu wollen, stellte im Interview jedoch klar, dass er ihm nicht ausdrücklich einen garantierten Titelkampf versprochen habe.

Unrecht hat Er nicht. Er ist ein Kämpfer, emotional und bringt Leidenschaft mit.. aber dennoch für mich kein Champion. Anfangs sah ich es anders. Aber auch Muskelmasse macht es nicht . Einfach der Charakter das was man verkörpert. Owens ist nun auch nicht der Muskelmann , aber der Typ Champion. Dennoch gönne ich es Sami