Nikki Cross blickt auf einen der prägendsten Abschnitte ihrer bisherigen Wrestling-Karriere zurück. Nach fast einem Jahrzehnt bei WWE hatte die Schottin zahlreiche unterschiedliche Rollen übernommen und sich dabei immer wieder neu erfunden. Inzwischen hat sie ausführlicher darüber gesprochen, wie sie die letzten Monate ihrer WWE-Zeit erlebt hat und was ihr Abschied emotional mit ihr gemacht hat.
Dabei geht es vor allem um die Wyatt Sicks, eine besondere Verbindung innerhalb der Gruppe und um Entwicklungen, die offenbar nicht vollständig in der Hand der Beteiligten lagen. Gleichzeitig macht Cross deutlich, dass sie trotz des abrupten Endes längst damit begonnen hat, ein neues Kapitel ihrer Karriere aufzuschlagen.
Nikki Cross wurde von ihrer WWE-Entlassung überrascht
Im Gespräch mit Chris Van Vliet bestätigte Nikki Cross, dass ihre Entlassung im April für sie unerwartet kam. Nach rund zehn Jahren bei WWE musste sie damit nicht nur das Unternehmen verlassen, sondern gleichzeitig erneut Abschied von einer Figur nehmen, mit der sie sich stark verbunden hatte. Cross erklärte, dass ihr solche Übergänge grundsätzlich schwerfallen. Das sei bereits bei früheren Charakteren wie Nikki Storm, ihrer Zeit bei SAnitY oder Nikki A.S.H. so gewesen.
Bei den Wyatt Sicks verkörperte sie zuletzt Abby the Witch. Auch diese Rolle hatte für sie offenbar eine persönliche Bedeutung entwickelt, weshalb das Ende der Gruppe für sie weit mehr gewesen sei als lediglich der Abschluss einer Storyline. Gerade nach so vielen Jahren innerhalb desselben Unternehmens sei es schwierig gewesen, einen derart bedeutenden Abschnitt plötzlich hinter sich lassen zu müssen.
Die Wyatt Sicks verbindet laut Cross eine besondere Erfahrung
Besonders emotional sprach Cross über ihre ehemaligen Kollegen Bo Dallas, Dexter Lumis, Joe Gacy und Erick Rowan. Nach ihrer Einschätzung haben die fünf Mitglieder der Wyatt Sicks gemeinsam eine Erfahrung durchlebt, die Außenstehende nur schwer vollständig nachvollziehen könnten. Durch die besondere Geschichte der Gruppe, ihre Verbindung zu Bray Wyatt und die gemeinsame Arbeit an der Präsentation sei zwischen den Beteiligten eine enge Bindung entstanden.
Genau deshalb habe ihr der Abschied von den Personen hinter den Charakteren ebenso schwergefallen wie das Ende von Abby the Witch selbst. Cross betonte gleichzeitig, dass sie die während ihrer WWE-Zeit entstandenen Freundschaften unabhängig von der Entlassung behalten werde. Für sie seien gerade diese persönlichen Beziehungen ein wichtiger Teil der zehn Jahre im Unternehmen.
Mehrere Dinge lagen offenbar außerhalb der Kontrolle der Gruppe
Im Interview wurde Cross auch darauf angesprochen, warum die Wyatt Sicks nach ihrem viel beachteten Debüt nicht dauerhaft denselben Schwung entwickeln konnten. Ihre Antwort fiel bewusst zurückhaltend aus. Nach ihrer Darstellung habe es während der gemeinsamen Zeit mehrere Umstände gegeben, die außerhalb der Kontrolle der Mitglieder lagen. Cross ging allerdings nicht konkret darauf ein, welche Entscheidungen oder Entwicklungen sie damit meinte.
Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Gruppe selbst weiterhin versucht habe, kreativ an ihren Charakteren und möglichen Storylines zu arbeiten. Die Mitglieder hätten Ideen eingebracht und sich mit ihrer Präsentation beschäftigt. Dennoch seien bestimmte Entwicklungen eingetreten, auf die sie selbst keinen Einfluss gehabt hätten. Eine direkte Schuldzuweisung an WWE oder einzelne Verantwortliche nahm Cross dabei nicht vor.
Joe Gacy äußerte sich zuletzt ähnlich
Die Aussagen sind besonders interessant, weil sich erst kurz zuvor auch Joe Gacy mit der Entwicklung der Wyatt Sicks beschäftigt hatte. Gacy erklärte ebenfalls bei Chris Van Vliet, dass die einzelnen Mitglieder seiner Ansicht nach nicht genügend Möglichkeiten erhalten hätten, ihre Charaktere ausführlicher zu entwickeln – siehe hier.
Abby the Witch war für Nikki Cross mehr als eine gewöhnliche Rolle
Cross sprach im Interview außerdem ausführlicher darüber, wie sie Abby the Witch interpretierte. Ihr Ziel sei nicht gewesen, lediglich eine bekannte Figur aus Bray Wyatts Firefly Fun House zu kopieren. Stattdessen wollte sie der Rolle eine eigene Identität geben und gleichzeitig respektvoll mit Wyatts ursprünglicher Idee umgehen.
Dabei entwickelte sie für Abby sogar eine eigene Hintergrundgeschichte und integrierte Elemente, die zu ihrer bisherigen Wrestling-Persönlichkeit passten. Die Figur sei für sie entsprechend mehr als nur ein Kostüm oder eine Maske gewesen. Cross wollte mit ihrer Darstellung nach eigener Aussage auch Bray Wyatt und dessen Familie stolz machen. Dieser persönliche Anspruch erklärt zusätzlich, warum ihr das Ende der Wyatt Sicks besonders naheging.
Trotz des abrupten Endes blickt Nikki Cross nach vorn
So schwer ihr der Abschied gefallen sei, möchte Cross nicht dauerhaft auf ihre WWE-Zeit zurückblicken. Sie bezeichnet ihre zehn Jahre im Unternehmen weiterhin als bedeutenden Abschnitt ihres Lebens, macht aber zugleich deutlich, dass ihre Karriere damit nicht beendet ist. Inzwischen tritt sie wieder unter ihrem früheren Namen Nikki Storm an und ist bereits auf die Independent-Bühne zurückgekehrt.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Big Damo hat sie zudem PROGRESS Wrestling übernommen und ist auch an DEFY Wrestling beteiligt. Damit beginnt für Cross ein völlig neuer Abschnitt, in dem sie nicht mehr ausschließlich als Wrestlerin aktiv ist, sondern zunehmend auch Verantwortung hinter den Kulissen übernimmt.

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