Randy Orton spricht Klartext: Warum er mit dem Ende von Kayfabe hadert und junge Talente kritisiert

Randy Orton spricht ins WWE Mikrofon
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Randy Orton hat sich in der The Pat McAfee Show ausführlich zur Entwicklung des professionellen Wrestlings geäußert. Im Mittelpunkt standen dabei seine Sicht auf das Ende von Kayfabe, die Transparenz moderner Formate wie WWE Unreal sowie seine Erfahrungen im Umgang mit jüngeren WWE-Talenten.

Während D-Von Dudley die zunehmende Offenlegung interner Abläufe kritisch bewertet hatte, schilderte Orton eine differenzierte Perspektive. Er machte deutlich, dass er den Wandel zwar nachvollziehen könne, sich damit aber nicht vollständig wohlfühle: „Es ist schwer. Das hängt davon ab, zu welcher Tageszeit Sie mich fragen.“

Orton erklärte, dass sich die Branche stark verändert habe. Früher hätten Wrestler die Illusion ihrer Rollen auch außerhalb der Arena konsequent aufrechterhalten. „Es gab eine Zeit, in der man, wenn man mit einem anderen Mann zusammenarbeitete – ich bin der Heel und er ist der Gute – vielleicht Freunde war, aber nicht zusammenfuhr, selbst wenn man wollte. Man zeigte sich nicht gemeinsam in der Öffentlichkeit, vor allem nicht in der Stadt, in der man wrestelte.“

Heute existiere diese klare Trennung kaum noch. Orton formulierte seine Haltung dazu eindeutig: „Heutzutage ist das überhaupt nicht mehr so. Wir sind alle Superstars und Kayfabe ist tot. Es ist Unterhaltung. Ich verstehe das – und irgendwie hasse ich es auch. Aber ich denke, es ist notwendig.“

Gleichzeitig räumte er ein, dass Formate wie WWE Unreal neue Zielgruppen erreichen und für mehr Verständnis sorgen könnten: „Durch diese Vermischung können Menschen, die keine Fans sind, zu Fans werden und mehr Respekt für das entwickeln, was wir tun. Wenn man nicht weiß, was dahintersteckt, und dann WWE Unreal sieht und feststellt: ‚Oh mein Gott – fast jeden Tag Live-Fernsehen?‘ Es ist verrückt, wenn man bedenkt, wie viel Content produziert wird.“

Dennoch blieb ein ambivalentes Gefühl bestehen. Besonders ungewohnt sei es für ihn gewesen, sich selbst in Backstage-Szenen zu sehen: „Ich empfinde es als sinnvoll, dass es so etwas gibt. Aber das heißt nicht, dass ich es mögen muss. Ich habe mir ein paar Folgen angesehen und mich selbst im Backstagebereich bei verschiedenen Tätigkeiten entdeckt, und ich dachte mir nur, na ja.“

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Für Sommer 2026 ist eine dritte Staffel von WWE Unreal angekündigt. Die Diskussion um Transparenz und Tradition bleibt damit ein Thema innerhalb der Branche.

Klare Worte an junge WWE-Talente

Abseits seiner Aussagen zu Kayfabe ging Orton auch auf seine Verantwortung im Umgang mit jüngeren Talenten ein. Er machte deutlich, dass professionelles Wrestling nicht nur das Geschehen zwischen den Ringseilen umfasst, sondern als Gesamtpaket verstanden werden müsse. Für ihn gehört dazu sowohl die Wirkung vor dem Live-Publikum in der Arena als auch die Präsentation für die Zuschauer vor den Bildschirmen zu Hause, da viele unterschiedliche Faktoren zusammenwirken.

Orton gab offen zu, dass er zu Beginn seiner Karriere nicht daran interessiert gewesen sei, potenzielle Konkurrenten zu fördern: „Was junge Talente angeht, habe ich in meinem hohen Alter eine gewisse Erfüllung darin gefunden, den jungen Leuten zu helfen. Zu Beginn meiner Karriere wollte ich das nicht, weil ich nicht wollte, dass mir jemand meinen Platz wegnimmt. Dann wurde mir klar, dass sie mir meinen Platz nicht wegnehmen können, denn ich bin Randy Orton.“

Er bekräftigte dieses Selbstbewusstsein erneut und erklärte, dass auch er sich gelegentlich selbst ins Gedächtnis rufen müsse, wer er ist. Zwar sei er nur ein Mensch und vergesse mitunter Dinge, doch letztlich erinnere er sich stets daran, welchen Stellenwert er habe und dass er bereit sei, den jüngeren Talenten Unterstützung zu bieten.

Deutliche Kritik äußerte er jedoch an Talenten, die aktiv um Rat bitten, diesen anschließend aber nicht umsetzen: „Manchmal gibt es jemanden, der sagt: ‚Hey, würdest du dir mein Match ansehen?‘ Man sieht es sich an, spricht mit ihm, aber er ändert nichts und nimmt keine Ratschläge an.“Orton erklärte, dass ihm in solchen Momenten bewusst wird, dass manche Talente zwar oft um Rat bitten, diesen am Ende aber nicht annehmen, sondern ihren eigenen Weg gehen. Das sorgt bei ihm für deutliche Frustration und teilweise auch für Verärgerung.

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Gleichzeitig hob er positive Beispiele hervor und nannte unter anderem Je’Von Evans sowie Trick Williams als Talente, denen ihre Entwicklung am Herzen liege.