Paul Heyman wirkt im WWE-Fernsehen meist ruhig und souverän, selbst in den emotionalsten Momenten. Wie schwierig die vergangenen Monate für ihn tatsächlich waren, wussten jedoch nur die wenigsten. In einem ausführlichen Interview mit Chris Van Vliet sprach der WWE Hall of Famer erstmals offen über eine schwere gesundheitliche Krise, die er während seiner TV-Auftritte durchstand.
Heyman kämpfte nach WrestleMania 41 mit einer schweren Infektion
Paul Heyman erklärte, dass er nach WrestleMania jedes Jahr gesundheitlich angeschlagen sei. Der Grund dafür sei, dass er sich während der intensiven Vorbereitungen komplett verausgabt habe. Normalerweise hat dies eine Bronchitis oder eine Nebenhöhlenentzündung zur Folge.
Nach WrestleMania 41 sei die Situation jedoch deutlich ernster gewesen. Mehrere Nierensteine hätten sich gleichzeitig gelöst, wobei einer seinen Harntrakt verletzt habe. Dadurch habe sich eine schwere Infektion entwickelt, die sich von den Harnwegen über die Prostata bis in den gesamten Körper ausbreitete.
Heyman wurde daraufhin ins White Plains Hospital eingeliefert. Dort kümmerten sich Spezialisten für Infektionskrankheiten um seine Behandlung. Da er gegen Penicillin allergisch ist und die zunächst eingesetzten Antibiotika nicht anschlugen, stieg sein Fieber immer weiter an.
Für WWE Raw verließ er das Krankenhaus gegen den Rat der Ärzte
Trotz seines Gesundheitszustands wollte Heyman den geplanten WWE-Raw-Auftritt nicht absagen. Er berichtete, dass er sich am Montagmorgen gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzte selbst aus dem Krankenhaus entlassen habe. Anschließend charterte er einen Privatjet, flog zur Raw-Ausgabe, kehrte danach mit dem WWE-Flugzeug wieder nach White Plains zurück und ließ sich unmittelbar nach seiner Rückkehr erneut im Krankenhaus aufnehmen. Nach außen bekam davon niemand etwas mit.
Besonders bemerkenswert ist, dass Heyman während dieses TV-Auftritts und auch bei mehreren weiteren WWE-Shows einen Blasenkatheter sowie einen sogenannten PICC-Katheter trug. Nach eigener Aussage war dies, abgesehen von seinem Versuch, das ECW-Revival im Jahr 2006 aufzubauen, die unangenehmste Zeit seines Lebens.
Selbstbräuner sollte seine Erkrankung verbergen
Vor den Fernsehkameras waren Heymans gesundheitliche Probleme kaum anzusehen. Er erzählte, dass er und Bron Breakker damals sogar scherzhaft darüber gesprochen hätten, wer von ihnen mit dem verwendeten Selbstbräuner auffälliger aussehe. Tatsächlich hatte der Selbstbräuner jedoch einen ernsten Hintergrund. Heyman nutzte ihn, damit sein Gesicht trotz der schweren Infektion nicht blass und kraftlos wirkte.
Der emotionale Moment mit Jey Uso war nicht gespielt
Während dieser Zeit entstand auch das inzwischen viel diskutierte Segment mit Jey Uso, in dem dieser Heyman vorwarf, Roman Reigns verraten zu haben. Viele Fans machten den emotionalen Moment später zu einem Meme. Heyman stellte jedoch klar, dass seine Reaktion keineswegs gespielt gewesen sei. Er habe sich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich in einem sehr schlechten körperlichen Zustand befunden.
Eigentlich habe er gar nicht arbeiten wollen. Gleichzeitig wollte er aber auf keinen Fall fehlen, weil die The Vision Gruppierung gerade erst eingeführt worden war und seine Abwesenheit die laufende Geschichte beeinträchtigt hätte.
Rückblickend erklärte Heyman sogar, dass ihm die insgesamt rund 18 Stunden Reisezeit nach Raw und zurück besser geholfen hätten als jedes Medikament. Die Arbeit bei der WWE sei für ihn in dieser schwierigen Zeit die beste Medizin gewesen, weil er seinen Beruf liebe.
Heute arbeitet Heyman vorwiegend hinter den Kulissen
Im weiteren Verlauf des Interviews sprach Heyman auch über seine heutige Rolle innerhalb der WWE. Er konzentriert sich inzwischen vor allem auf die langfristige kreative Planung und unterstützt an den Veranstaltungstagen aus der sogenannten Gorilla Position heraus das Kreativteam sowie die Wrestler bei kurzfristigen Entscheidungen und Änderungen.
Der Blick richtet sich bereits auf WrestleMania 43
Heyman verriet außerdem, dass sein derzeitiger Schwerpunkt auf der langfristigen Planung zukünftiger Großveranstaltungen liegt. Aktuell beschäftigt er sich vor allem mit den Vorbereitungen für WrestleMania 43 in Saudi-Arabien. Gleichzeitig werden bereits erste Ideen für die WrestleMania-Ausgabe im Jahr 2028 entwickelt.
Nach seiner Ansicht ist eine langfristige Planung unverzichtbar, auch wenn sich viele Ideen später noch verändern. Nur wer das angestrebte Ziel kenne, könne eine Geschichte sinnvoll entwickeln.

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