Neues WWE-Buch enthüllt: Vince McMahon wollte Saudi-Deal nach Khashoggi-Fall stoppen

Vince McMahon in Saudi-Arabien
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Am Dienstag, dem 2. Juni 2026, ist das Buch „Sometimes Wrong but Never in Doubt” von George Barrios erschienen. Barrios war früher Co-Präsident der WWE. In „Sometimes Wrong but Never in Doubt“ schildert Barrios unter anderem, wie die WWE im Jahr 2018 nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi intern über die Fortsetzung des Saudi-Arabien-Deals debattierte und wie nah Vince McMahon daran war, das gesamte Vorhaben zu stoppen.

Der Zehnjahresvertrag und Khashoggis Ermordung

Im Januar 2018 gab die WWE einen Zehnjahresvertrag mit der saudischen General Sports Authority bekannt, um dort Großveranstaltungen durchzuführen. Die Partnerschaft begann im April 2018 mit dem Greatest Royal Rumble, für November war Crown Jewel geplant. Im Oktober 2018 betrat der Washington-Post-Journalist Jamal Khashoggi das saudische Konsulat in Istanbul und kam nie wieder heraus. Die CIA schloss später, dass Khashoggi auf Befehl von Kronprinz Mohammed bin Salman ermordet wurde.

Die WWE setzte daraufhin den Ticketverkauf für Crown Jewel zunächst aus. Zeitgleich brach die WWE-Aktie ein: Sie stand im September 2018 noch bei 93 US-Dollar und fiel im Oktober auf unter 70 Dollar. Der externe Druck war erheblich: Der heutige TKO-CEO Ari Emanuel gab nach dem Mord eine saudische Regierungsinvestition in Höhe von 400 Millionen Dollar zurück. Die WWE stand damit vor einer der schwierigsten Entscheidungen ihrer Unternehmensgeschichte.

Die interne Debatte: Vinces Sorge und Barrios‘ Argumentation

Wie die interne Debatte verlief, schildert Barrios in seinem Buch sehr detailliert. Er, Vince McMahon und Co-Präsidentin Michelle Wilson hätten viel Zeit damit verbracht, abzuwägen, ob die WWE weitermachen solle. Vince sei angesichts der Ungewissheit rund um die Ereignisse besonders beunruhigt gewesen. Immer wieder habe er den Kopf geschüttelt und erklärt, dass es das größte Risiko sein könnte, den Deal fortzuführen.

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Barrios selbst war anderer Meinung. Er habe den Vertrag für zu wertvoll gehalten, um ihn platzen zu lassen, und argumentierte gegenüber McMahon, niemand wisse zu diesem Zeitpunkt wirklich, was vor sich gegangen sei. Barrios räumt im Buch ein, über das Geschehene empört gewesen zu sein, fordere jedoch jeden heraus zu behaupten, er wisse wirklich, wer am Ende schuld gewesen sei.

WWE Crown Jewel fand statt: John Cena und Bryan Danielson verweigern Teilnahme

Trotz der öffentlichen Debatte führte die WWE Crown Jewel am 2. November 2018 in Riad durch und berief sich dabei auf vertragliche Verpflichtungen gegenüber der saudischen General Sports Authority. Nicht alle Topstars zogen mit: Bryan Danielson, damals noch unter seinem Ringnamen Daniel Bryan aktiv, und John Cena verweigerten aus ethischen Gründen die Teilnahme an der Veranstaltung.

Die Entscheidung, den Deal trotzdem durchzuziehen, brachte der WWE heftige öffentliche Kritik ein. Barrios‘ Schilderung macht deutlich, dass die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen wurde. Dennoch entschied sich das Unternehmen letztendlich für das Geld und die langfristigen Geschäftsvorteile, und die Partnerschaft mit Saudi-Arabien wurde danach noch jahrelang fortgesetzt.

Barrios‘ Buch und der bevorstehende Aktionärsprozess

Das Buch „Sometimes Wrong but Never in Doubt: How a Cuban Kid from Queens Transformed WWE“ ist heute bei Skyhorse Publishing erschienen. Es schildert Barrios‘ Weg vom Aufwachsen in einer beengten Wohnung in Queens als Sohn kubanischer Einwanderer bis hin zu den höchsten Positionen der WWE-Unternehmensführung. Unter seiner Mitführung wuchs die WWE von einem 800-Millionen-Dollar-Unternehmen zu einer 9,3-Milliarden-Dollar-Marke.

Barrios wurde im Januar 2020 zusammen mit Michelle Wilson von Vince McMahon gefeuert, kehrte nach McMahons kurzzeitiger Rückkehr 2023 jedoch als Vorstandsmitglied zurück. Die Veröffentlichung fällt mit einem brisanten Termin zusammen: Barrios ist einer der Beklagten in der laufenden WWE-Aktionärsklage. Die Hauptverhandlung beginnt am kommenden Montag beim Delaware Court of Chancery.

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