Neue Debatte um Vince McMahon: Wie realistisch ist eine WWE-Rückkehr?

Vince McMahon steht lächelnd im WWE Ring
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Vince McMahon spielt seit seinem Rücktritt als Executive Chairman von TKO Anfang 2024 keine Rolle mehr bei WWE. Dennoch reißen die Spekulationen über eine mögliche Rückkehr nicht ab. In den vergangenen Wochen haben sich gleich mehrere bekannte Persönlichkeiten aus der Wrestling-Welt zu diesem Thema geäußert.

Meltzer hält Auftritt als Galionsfigur für möglich

Dave Meltzer erklärte im „Wrestling Observer Radio“, dass er sich eine Rückkehr McMahons in einer rein repräsentativen oder zeremoniellen Rolle durchaus vorstellen könne. Denkbar wäre beispielsweise ein überraschender Auftritt bei einer großen WWE-Veranstaltung, ohne dass McMahon dabei Einfluss auf Entscheidungen oder die Führung des Unternehmens hätte. Nach Meltzers Einschätzung würde ein solcher Auftritt vor Publikum eine gewaltige Reaktion auslösen.

Gleichzeitig schloss Meltzer aus, dass McMahon jemals wieder tatsächliche Macht innerhalb des Unternehmens erhalten werde. Er werde weder Nick Khan ersetzen, der inzwischen eine zu einflussreiche Position besitze und wirtschaftlich zu erfolgreich arbeite, noch Paul „Triple H“ Levesque als Verantwortlichen für die kreative Ausrichtung ablösen. Auch Mark Shapiro und Ari Emanuel hätten keinen Grund, ihre Positionen für McMahon aufzugeben.

Bereits Anfang 2026 hatte Meltzer in einer früheren Ausgabe des „Wrestling Observer Radio“ deutlich weitergehende Vermutungen geäußert. Seiner damaligen Einschätzung zufolge sei McMahons Rücktritt ein geplantes Manöver gewesen, mit dem die öffentliche Kritik zunächst beruhigt werden sollte. Meltzer vermutete, dass die TKO-Führung im Grunde nur darauf warte, dass die gegen McMahon gerichtete Klage verschwinde, um ihn anschließend zurückzuholen.

Dabei gehe es nach Meltzers damaliger Darstellung nicht darum, dass das Unternehmen McMahon unbedingt benötige. Vielmehr könne eine spätere Rückkehr bereits durch Verträge oder andere interne Vereinbarungen vorgesehen gewesen sein. Meltzer erklärte außerdem, McMahon habe am Tag seines Rücktritts offenbar nicht die Absicht gehabt, seine Verbindung zu WWE dauerhaft zu beenden.

Alvarez widerspricht: McMahons kreatives Chaos sei nicht tragbar

Bryan Alvarez, der gemeinsam mit Meltzer das „Wrestling Observer Radio“ moderiert, widersprach der Vorstellung einer ernsthaften Rückkehr McMahons deutlich. Seiner Meinung nach könne WWE McMahon unmöglich erneut die Kontrolle über die kreative Ausrichtung der Shows übertragen, nachdem dessen letzte Jahre an der Spitze von erheblichem Chaos geprägt gewesen seien.

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Die Drehbücher für „Monday Night RAW“ seien unter McMahons Führung regelmäßig noch kurz vor der Ausstrahlung umgeschrieben worden. Bereits angekündigte Matches seien ohne Erklärung aus den Shows verschwunden, während ganze Ausgaben den Eindruck vermittelt hätten, erst wenige Stunden vor der Ausstrahlung vollständig auseinandergenommen und neu zusammengesetzt worden zu sein.

Meltzer stimmte Alvarez in diesem Punkt zu. Auch er hält eine Rückkehr McMahons an die Spitze der kreativen Abteilung für ausgeschlossen. Selbst wenn WWE ihn irgendwann noch einmal für einen öffentlichen Auftritt einsetzen sollte, werde er nach Meltzers Einschätzung keine Verantwortung mehr für die Inhalte oder die strategische Ausrichtung des Unternehmens übernehmen.

Teddy Long fordert McMahons Rückkehr öffentlich

WWE Hall of Famer Teddy Long befeuerte die Diskussion mit einem Interview bei „TMZ Sports“ zusätzlich an. Long sprach sich offen dafür aus, McMahon zu WWE zurückzubringen. Nach seiner Ansicht könnte das Unternehmen dadurch bestimmte Entwicklungen korrigieren und einen Teil der Fans wieder stärker für das Produkt begeistern.

Auf die Frage, ob das Kapitel Vince McMahon endgültig abgeschlossen sei, erklärte Long, dass er nicht daran glaube, dass dieses Kapitel jemals vollständig geschlossen worden sei. Wrestling sei über Jahrzehnte McMahons gesamtes Leben gewesen, weshalb Long eine dauerhafte Trennung nur schwer für vorstellbar hält.

Long verwies außerdem auf seinen eigenen WWE-Legends-Vertrag. Sollte er selbst noch einmal in einer größeren Rolle zu WWE zurückkehren, würde er sich nach eigener Aussage wünschen, erneut unter McMahons Führung zu arbeiten. Damit stellte sich der frühere SmackDown-General-Manager öffentlich hinter seinen langjährigen ehemaligen Arbeitgeber.

Vince Russo sieht McMahon auf dem Weg zurück in den Sattel

Auch der frühere WWE-Head-Writer Vince Russo hält eine Rückkehr McMahons für realistisch. Gegenüber „Wrestling Epicenter“ erklärte Russo, er hätte früher nie für möglich gehalten, dass WWE eines Tages nicht mehr von Vince McMahon geführt werde. Seiner Einschätzung nach habe sich das Wrestling-Geschäft seit McMahons Rückzug deutlich verschlechtert.

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Außerdem behauptete Russo, dass McMahon derzeit den Weg für ein großes Comeback bereite. Als mögliche Voraussetzungen dafür nannte er die Beilegung der Aktionärsklage sowie die Verlagerung der von Janel Grant eingereichten Klage in ein privates Schiedsverfahren. Diese Entwicklungen könnten nach Russos Ansicht die Hindernisse beseitigen, die einer Rückkehr bislang im Weg gestanden haben.

Darüber hinaus behauptete Russo, dass die Verantwortlichen von TKO mit den aktuellen TV-Zuschauerzahlen von WWE unzufrieden seien. Die wirtschaftlichen Geschäftsabschlüsse des Unternehmens seien zwar weiterhin erfolgreich, doch die Entwicklung der klassischen Fernsehzuschauerzahlen könne intern für Unzufriedenheit sorgen.

Auf die Frage, ob er mit seiner Prognose eine Rückkehr zu WWE oder den Aufbau eines völlig neuen Wrestling-Projekts meine, stellte Russo klar, dass er ausschließlich von WWE spreche. Er gehe davon aus, dass McMahon noch vor dem Jahr 2027 wieder eine Rolle innerhalb des Unternehmens übernehmen werde.

Anteilsverkauf als deutliches Gegenargument

Gegen die Spekulationen über eine Rückkehr spricht ein konkreter Schritt, den McMahon selbst vollzogen hat. Im Mai 2024 verkaufte er sämtliche noch in seinem Besitz befindlichen TKO-Anteile für mehr als 776 Millionen US-Dollar. Damit kappte er nach über 50 Jahren seine letzten formellen geschäftlichen Verbindungen zu WWE.

Durch den vollständigen Verkauf seiner Anteile entfiel zugleich ein wichtiger möglicher Weg zurück in das Unternehmen. Eine Position im Vorstand oder ein vergleichbares Mitspracherecht sind häufig an eine bedeutende Beteiligung am Unternehmen geknüpft. Da McMahon keine TKO-Anteile mehr besitzt, verfügt er über keinen entsprechenden wirtschaftlichen Hebel.

Bislang gibt es weder von WWE noch von TKO ein konkretes Anzeichen dafür, dass eine Rückkehr McMahons geplant oder von den Verantwortlichen erwünscht ist. Die Aussagen von Meltzer, Long und Russo beruhen auf persönlichen Einschätzungen, Vermutungen oder Wünschen und stellen keine Bestätigung für tatsächliche Gespräche dar.

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