Die ehemalige WWE Women’s Championesse Layla hat in einem ausführlichen Interview mit Chris Van Vliet über ihre Karriere, eine mögliche Rückkehr zur WWE und die Herausforderungen der Divas-Ära gesprochen. Dabei machte sie deutlich, dass ein reguläres In-Ring-Comeback für sie heute praktisch ausgeschlossen ist.
Eine WWE Rückkehr kommt für Layla kaum infrage
Layla beendete ihre aktive WWE-Karriere im Jahr 2015 nach neun Jahren im Unternehmen. Zwar nimmt sie inzwischen wieder regelmäßig an Fan-Events und Autogrammstunden teil, an eine Rückkehr als aktive Wrestlerin denkt sie jedoch nicht.
Im Gespräch erklärte sie, dass sie sich inzwischen nicht mehr in der körperlichen Verfassung sehe, um wieder regelmäßig in den Ring zu steigen. Zudem sei ihr ihr Vermächtnis im Wrestling zu wichtig, um es durch einen Auftritt zu gefährden, für den sie sich nicht ausreichend vorbereitet fühle.
Eine Ausnahme würde sie allerdings machen. Sollte WWE sie für einen gemeinsamen Auftritt mit Michelle McCool als LayCool zurückholen wollen, würde sie darüber ernsthaft nachdenken. Ein längerer Run oder regelmäßige Matches kommen für sie jedoch nicht infrage.
Eine geplante WWE-Rückkehr scheiterte an ihrer Schwangerschaft
Layla verriet außerdem, dass eine Rückkehr zur WWE bereits vor einigen Jahren möglich gewesen wäre. Nach ihren Angaben erhielt sie mehrfach Einladungen zu besonderen WWE-Veranstaltungen.
Die letzte Einladung erreichte sie im Jahr 2021. Zu diesem Zeitpunkt war sie jedoch schwanger und hatte die Schwangerschaft noch nicht öffentlich gemacht. Deshalb kam ein Auftritt für sie nicht infrage.
Damit erklärte sie auch, warum sie bei einigen WWE-Veranstaltungen fehlte, bei denen Fans damals mit ihrem Erscheinen gerechnet hatten.
Hall of Fame nur gemeinsam mit Michelle McCool?
Auch zur WWE Hall of Fame äußerte sich Layla offen. Sie glaubt nicht, dass sie eines Tages als Einzelperson aufgenommen wird. Deutlich realistischer hält sie eine Aufnahme gemeinsam mit Michelle McCool als Teil von LayCool. Für Layla wäre dies die wahrscheinlichste Möglichkeit, selbst in die Ruhmeshalle aufgenommen zu werden.
Michelle McCool wurde bereits im Rahmen der WrestleMania-41-Woche als Mitglied der Hall of Fame Class 2025 geehrt. Layla war bei der Zeremonie persönlich anwesend und unterstützte ihre langjährige Weggefährtin.
Warnung vor einem Trainer beeinflusste ihre Karriere
Im Interview sprach Layla auch über ihre ersten Jahre bei WWE. Damals wollte sie ihre Fähigkeiten in einem der damaligen Entwicklungsprogramme wie OVW oder Deep South Wrestling verbessern.
John Laurinaitis soll ihr jedoch erklärt haben, dass sie als TV-Persönlichkeit kein zusätzliches Training im Nachwuchssystem benötige. Als später ein Aufenthalt in Atlanta diskutiert wurde, erhielt sie nach eigenen Angaben eine Warnung, die ihre Entscheidung beeinflusste.
Layla berichtete, man habe ihr erzählt, dass ein Trainer dort ihr Foto als Bildschirmschoner verwende und sie als sein „nächstes Opfer“ bezeichne. Einen Namen nannte sie nicht. Die Information habe jedoch ausgereicht, um die Reise nicht anzutreten.
Fit Finlay spielte eine entscheidende Rolle
Als wichtigste Person ihrer Entwicklung bezeichnete Layla dagegen Fit Finlay. Er habe die Frauen im Roster intensiv unterstützt und gefördert.
Laut Layla setzte Finlay die Wrestlerinnen früh bei Live Events ein und bestand darauf, dass Frauen im Ring denselben intensiven Wrestling-Stil zeigen konnten wie die Männer.
Darüber hinaus habe er sich intern stark dafür eingesetzt, dass sie im Jahr 2010 erstmals die WWE Women’s Championship gewinnen durfte.
Layla blickt kritisch auf die Divas-Ära zurück
Zum Abschluss sprach Layla über die oft kritisierte Divas-Ära. Ihrer Meinung nach besteht das größte Missverständnis darin, dass viele Fans glauben, die Wrestlerinnen jener Zeit hätten nicht wrestlen können.
Sie widersprach dieser Sichtweise deutlich und verwies auf Namen wie Michelle McCool, Beth Phoenix, Gail Kim, Victoria, Melina und Natalya. Diese Frauen hätten das Wrestling-Handwerk hervorragend beherrscht.
Das eigentliche Problem sei gewesen, dass die Frauen häufig nur sehr wenig Zeit für ihre Matches erhalten hätten. Oft hätten sie kurz vor ihrem Auftritt mit ansehen müssen, wie ihre geplante Matchzeit immer weiter gekürzt wurde, weil andere Segmente mehr Zeit benötigten.
Teilweise hätten die Wrestlerinnen ihre Einzüge, die Storyline und das komplette Match in weniger als zwei Minuten unterbringen müssen. Nach Ansicht von Layla lag die Herausforderung daher nicht am fehlenden Talent, sondern an der damaligen Darstellung der Frauen.
WWE habe die Frauen damals nicht als Profi-Wrestler, sondern als Eyecandy gesehen – und genau das, nicht fehlendes Talent, erkläre die Erinnerung vieler Fans an diese Ära. Layla machte dabei deutlich, dass sie die Entwicklung der Womens Division bis heute verfolgt und der Evolution im Frauenwrestling gegenüber aufrichtig dankbar ist – auch wenn der Weg dorthin für ihre Generation ein anderer war.

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