Zwei Frauen aus der Wrestling-Welt haben mit ungewöhnlich offenen Aussagen für Aufmerksamkeit gesorgt. So rechnete Karen Jarrett im Podcast ihres Mannes scharf mit der ehemaligen TNA-Präsidentin Dixie Carter ab und stellte gleichzeitig AEW-Präsident Tony Khan ein positives Zeugnis aus. Queen Aminata wiederum sprach in einem persönlichen Vlog über ihre Zukunft bei AEW und gewährte dabei einen sehr emotionalen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle.
Karen Jarrett verteidigt Tony Khan und kritisiert Dixie Carter scharf
Im Podcast My World with Jeff Jarrett wurde Karen Jarrett von Moderator Conrad Thompson auf die Unterschiede zwischen AEW-Präsident Tony Khan und der früheren TNA-Chefin Dixie Carter angesprochen. Dabei machte sie deutlich, dass Khan ihrer Meinung nach im Internet deutlich mehr Kritik bekomme, als er verdient habe. Sie bezeichnete ihn als einen der freundlichsten Menschen, denen sie jemals begegnet sei.
Besonders deutlich wurde Karen Jarrett beim Thema Bezahlung der Talente. Während Dixie Carter weibliche Wrestlerinnen und andere Talente ihrer Ansicht nach nicht angemessen bezahlt habe, gehe Tony Khan sogar über das hinaus, was viele Arbeitgeber tun würden.
Er sorge dafür, dass seine Wrestler und Mitarbeiter fair entlohnt würden. Teilweise gehe er ihrer Meinung nach sogar zu weit und zahle mehr, als nötig wäre. Trotzdem stelle er sicher, dass unabhängig von der Position jeder gut behandelt werde.
Noch deutlicher wurde Karen Jarrett bei ihrer Kritik an Dixie Carter. Sie erklärte, ihr sei erst vor etwa sechs Monaten bewusst geworden, wie viel Wut sie noch immer gegenüber der früheren TNA-Chefin empfinde. Ihrer Ansicht nach habe Carter versucht, Jeff Jarrett beruflich zu zerstören und gezielt Menschen ihre Jobs genommen, weil sie mit ihm in Verbindung standen.
Zudem bezeichnete sie Carter als eitel und bösartig. Jeff Jarrett und Vince Russo hätten sie ihrer Aussage nach jahrelang vor eigenen Fehlentscheidungen bewahrt, ohne dass Carter dies jemals erkannt habe.
Als Karen Jarrett zum Abschluss gefragt wurde, ob Dixie Carter dem Wrestling insgesamt mehr genutzt oder geschadet habe, antwortete sie ohne zu zögern. Carter sei „tausend Prozent schlecht für das Wrestling“ gewesen.
Awesome Kong schilderte ähnliche Erfahrungen
Karens Aussagen passen zu den Schilderungen von Awesome Kong in der neuen Staffel von Dark Side of the Ring. Kong berichtete, dass sie als mehrfache Knockouts-Championesse trotz ihrer Erfolge weniger verdient habe als eine McDonald’s-Filialleiterin und mehrere Titelträgerinnen auf Nebenjobs angewiesen gewesen seien.
Damit stützen ihre Aussagen Karen Jarretts Vorwürfe, dass weibliche Talente unter Dixie Carter finanziell nicht ausreichend wertgeschätzt wurden.
Queen Aminata spricht offen über ihre Zukunft bei AEW
Während Karen Jarrett über die Vergangenheit sprach, richtete Queen Aminata den Blick auf ihre Zukunft. In einem persönlichen Vlog erklärte die AEW-Wrestlerin, dass ihr aktueller Vertrag im Februar 2027 auslaufe. Hinzu komme allerdings noch die Zeit, die sie verletzungsbedingt ausgefallen sei. Wie lange sich ihr Vertrag dadurch verlängern werde, wisse sie selbst noch nicht.
Die 33-Jährige musste zwischen November 2025 und April 2026 wegen einer Nackenverletzung pausieren und verpasste unter anderem das erste Women’s Blood & Guts Match. Seit ihrer Rückkehr stand sie wieder regelmäßig im Ring und nahm unter anderem am Survival of the Fittest Match um die vakante TBS Championship teil, die Hikaru Shida am 1. Juli bei AEW Dynamite gewann.
Der Traum vom Vertrag ist nicht immer so, wie man ihn sich vorstellt
Aminata sprach offen über einen Zwiespalt, mit dem ihrer Meinung nach viele Wrestler zu kämpfen haben. Während ihrer Zeit in der Independent-Szene hatte sie den Traum, endlich einen Vertrag bei einer großen Promotion zu unterschreiben. Heute, da sie dieses Ziel erreicht hat, vermisst sie gleichzeitig vieles aus ihrer Indi-Zeit.
Sie erklärte, dass ihr die Freiheit fehle, Matches nach ihren Vorstellungen zu bestreiten. Außerdem vermisse sie die Herausforderung, die Atmosphäre ihrer Heimat und einfach Matches, die ihr besonders viel Spaß machten. Viele Wrestler würden glauben, dass sie nach einer Vertragsunterschrift dieselben Matches wie zuvor nun einfach im Fernsehen zeigen könnten. In Wirklichkeit funktioniere das TV-Wrestling jedoch ganz anders.
Der Tod ihres Vaters veränderte alles
Besonders emotional wurde Aminata, als sie über ihren verstorbenen Vater sprach. Wrestling sei in den vergangenen zweieinhalb Jahren ihr Zufluchtsort gewesen, nachdem sie ihn verloren habe. Ihr großer Traum sei immer gewesen, ihm eines Tages sagen zu können, dass sie es geschafft habe – dass sie professionelle Wrestlerin geworden sei, einen Vertrag unterschrieben habe und im Fernsehen auftrete.
Doch als dieser Traum schließlich Wirklichkeit wurde, war ihr Vater bereits verstorben. Aminata erzählte, dass sie in wichtigen Momenten noch immer automatisch zu ihrem Telefon greife, weil sie ihm am liebsten von ihren Erfolgen erzählen oder ihn um Rat fragen würde.
Sie erinnerte sich daran, dass ihr Vater ihr stets gesagt habe, Geduld sei eine Tugend. Gute Dinge bräuchten Zeit, und wenn der richtige Moment gekommen sei, könne niemand den eigenen Weg aufhalten. Diese Worte würden sie bis heute begleiten.
„Ich muss das Feuer in meinem Herzen wiederfinden“
Zum Abschluss machte Queen Aminata deutlich, dass sie ihre bisherige Karriere trotz aller Zweifel als großen Erfolg betrachtet. Als einzige afrikanische Wrestlerin im amerikanischen Fernsehen trage sie eine besondere Verantwortung. Gleichzeitig sei das für sie erst die Hälfte ihres Weges.
Sie wolle das Feuer und die Leidenschaft wiederfinden, die sie einst angetrieben hätten. Was nach dem Ende ihres aktuellen AEW-Vertrags passieren werde, könne sie heute noch nicht sagen. Das liege letztlich in Gottes Händen.
Einen Abschied von AEW kündigte sie damit ausdrücklich nicht an. Vielmehr schilderte sie ehrlich, dass auch ein erfüllter Traum neue Herausforderungen mit sich bringen kann und sie ihren inneren Antrieb wieder vollständig zurückgewinnen möchte.

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