Beim Media Scrum nach „AEW Forbidden Door” wurde AEW-Präsident Tony Khan auf die jüngste Terminankündigung von WWE angesprochen. Diese hatte zuvor bekannt gegeben, am 30. August gleich zwei Veranstaltungen im texanischen Edinburg auszurichten: zunächst eine AAA-Show und anschließend NXT Heatwave. Beide Events finden am selben Tag wie AEW All In im Wembley-Stadion in London statt.
Khan ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Statt Kritik an WWE zu üben, zog er einen historischen Vergleich zur Wrestling-Branche der 1980er Jahre. Damals setzte die WWF ihre Großveranstaltungen gezielt gegen die Shows von Jim Crockett Promotions an, um der Konkurrenz Zuschauer und Aufmerksamkeit zu nehmen.
Khan bewertete die Terminüberschneidung nicht als Provokation, sondern vielmehr als Anerkennung für die Bedeutung von AEW. Dabei zog er einen Vergleich zu Jim Crockett Promotions, gegen deren Veranstaltungen die damalige WWF in den 1980er Jahren ebenfalls gezielt Gegenprogramme setzte. Als bekanntestes Beispiel gilt die erste Survivor Series im Jahr 1987, die bewusst parallel zu Starrcade veranstaltet wurde, um der Konkurrenz Zuschauer abzunehmen.
Für Khan zählt hauptsächlich AEW All In
Auf die konkreten Pläne der WWE wollte Khan nicht weiter eingehen. Stattdessen machte er deutlich, dass sein voller Fokus auf der eigenen Veranstaltung liegt. Bereits am vergangenen Wochenende hatte WWE mit NXT Great American Bash eine Show zeitgleich zu „AEW Forbidden Door“ angesetzt. Für Khan ist deshalb entscheidend, dass AEW sich auf das eigene Produkt konzentriert.
„Ich kann nicht für das sprechen, was andere Promotions machen. Ich habe die Ankündigung gesehen, genauso wie unsere eigene Show. Mehr kann ich nicht tun, als dafür zu sorgen, dass wir eine großartige Veranstaltung auf die Beine stellen und uns bestmöglich auf AEW All In: London vorbereiten“, erklärte der AEW-Präsident.
AEW denkt bereits an WrestleMania 43
Ein weiteres Thema während des Media Scrums war WrestleMania 43. Da WWE die Veranstaltung im Jahr 2027 erstmals nach Saudi-Arabien verlegt, bleibt das traditionelle WrestleMania-Wochenende in den USA erstmals seit vielen Jahren frei.
Khan bestätigte, dass AEW diese Entwicklung aufmerksam beobachtet. Zwar wollte er keine konkreten Pläne verraten, deutete jedoch an, dass das Unternehmen bereits über mögliche Veranstaltungen in diesem Zeitraum nachdenkt.
Ganz neu ist diese Idee allerdings nicht. Schon nach AEW Double or Nothing im Mai hatte Khan erklärt, dass ein eigenes AEW-Event während des WrestleMania-Wochenendes grundsätzlich denkbar sei. Auch in einem späteren Interview mit dem Radiosender Q93 bekräftigte er, dass dieses Szenario weiterhin eine Option sei.
Tony Khan kann bei Warner Bros. Discovery aufatmen
Neben den Terminüberschneidungen mit WWE wurde auch die Zukunft von AEWs TV-Partner Warner Bros. Discovery thematisiert. In der aktuellen Ausgabe von „Wrestling Observer Radio“ erklärte Dave Meltzer, warum Tony Khan in dieser Frage inzwischen deutlich entspannter sein dürfte als noch vor einigen Monaten.
Hintergrund ist der monatelange Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery zwischen Netflix und Paramount Skydance. Netflix zog sich inzwischen aus dem Rennen zurück und erhielt dafür nach eigenen Angaben eine Abfindung in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar.
Für AEW war diese Entwicklung von großer Bedeutung. Netflix arbeitet bereits eng mit WWE zusammen und zeigt dort unter anderem Monday Night Raw sowie internationale Premium Live Events. Hätte Netflix zusätzlich Warner Bros. Discovery übernommen, hätte dies aus Sicht von AEW problematisch werden können.
Dave Meltzer erklärte, dass intern die Sorge bestand, Netflix könnte zwar HBO Max übernehmen, die klassischen Fernsehsender TBS und TNT jedoch außen vor lassen. Gerade diese beiden Sender sind für AEW von zentraler Bedeutung, da dort jede Woche Dynamite und Collision ausgestrahlt werden.
Fusion rückt einen Schritt näher
Die eigentliche Entscheidung fiel bereits am 12. Juni. Damals genehmigte die Kartellabteilung des US-Justizministeriums die geplante Fusion zwischen Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery, ohne den beteiligten Unternehmen Auflagen zu machen.
Durch die rund 111 Milliarden US-Dollar schwere Fusion würden unter anderem CBS, Paramount Pictures und Paramount+ mit CNN, den Warner-Studios, HBO Max sowie den TV-Sendern TBS und TNT unter einem gemeinsamen Dach zusammengeführt.
Vollständig abgeschlossen ist die Übernahme allerdings noch nicht. Mehrere demokratisch regierte US-Bundesstaaten, darunter Kalifornien unter Generalstaatsanwalt Rob Bonta, prüfen weiterhin rechtliche Schritte gegen die Fusion.
Außerdem stehen noch die Genehmigungen der US-Medienaufsicht FCC sowie der Europäischen Union aus. Paramount geht derzeit davon aus, den Deal spätestens bis zum 30. September 2026 abzuschließen.
Positive Aussichten für AEW
Tony Khan hatte sich bereits in den vergangenen Monaten mehrfach optimistisch über die Zukunft der Zusammenarbeit mit Warner Bros. Discovery geäußert. Er betonte wiederholt, dass er langfristig mit den Sendern TBS und TNT plane.
Die aktuellen Entwicklungen dürften diese Einschätzung weiter stärken, auch wenn die endgültige Übernahme und die künftigen Eigentumsverhältnisse erst in den kommenden Monaten endgültig feststehen werden.

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