Nach AEW Redemption in Montreal stellten sich mehrere Mitglieder des Rosters sowie AEW Präsident Tony Khan den Fragen der anwesenden Medien. Im Mittelpunkt standen die neuen Champions, persönliche Geschichten der Beteiligten, der weitere Aufbau für All In im Wembley Stadium und die langfristige Zukunft von All Elite Wrestling.
Redemption stellte zugleich wichtige Weichen für das nächste Großereignis. Kenny Omega verteidigte die AEW World Championship und trifft bei All In auf Will Ospreay. Willow Nightingale gewann die AEW Women’s World Championship und sicherte sich damit das bereits vorgesehene Match gegen Mercedes Moné. Zudem werden Adam Copeland und Christian Cage ihre AEW World Tag Team Championship gegen die Young Bucks verteidigen.
Maya World nennt Athena als Wunschgegnerin
Zu den Teilnehmerinnen des Media Scrums gehörte die neue TBS Champion Maya World. Sie bedankte sich bei Tony Khan für das Vertrauen, das er ihr seit ihrer Verpflichtung entgegengebracht habe. Khan gratulierte ihr wiederum zu ihrem Geburtstag, der auf den Veranstaltungstag fiel.
World sprach außerdem über ihr bereits absolviertes Match gegen Mercedes Moné. Dabei stellte sie heraus, dass Moné ihr geholfen habe, sich weiterzuentwickeln und ihre Leistungen auf ein höheres Niveau zu bringen. Auf die Frage, ob sie sich das Aufeinandertreffen bereits noch einmal angesehen habe, reagierte World mit einem scherzhaften Kommentar und erklärte sinngemäß, dass es schließlich jemand tun müsse.
Als mögliche Gegnerin bei All In nannte World vor allem Athena. Ihre gemeinsame Geschichte sei aus ihrer Sicht noch nicht abgeschlossen. Gleichzeitig zeigte sich die neue Titelträgerin bereit, gegen jede Herausforderin anzutreten.
Der Gewinn der TBS Championship bedeutet offenbar auch nicht das Ende ihrer Zusammenarbeit mit Hyan. World habe ursprünglich nicht damit gerechnet, als Teil eines Tag Teams bei AEW unter Vertrag genommen zu werden, wolle diesen Weg jedoch neben ihrer Titelregentschaft fortsetzen. Beide würden sich regelmäßig Matches schicken und gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, sich als Team weiterzuentwickeln.
Mike Bailey erinnert an seine Wurzeln in Quebec
„Speedball“ Mike Bailey erschien mit dem Vertrag, den er durch seinen Sieg im Six-Way Ladder Match erhalten hatte. Dieser garantiert ihm ein Match um die AEW International Championship. Der Erfolg besaß für Bailey auch eine besondere persönliche Bedeutung, da seine Mutter ihn bei Redemption erstmals während seiner Karriere live bei einem Wrestling-Match erlebte.
Bailey blickte zudem auf seine enge Verbindung zur Wrestling-Szene in Quebec zurück. Viele Independent Wrestler aus der Region hätten zunächst das Ziel verfolgt, zu den Besten in Quebec zu gehören. Er selbst habe jedoch schon früh danach gestrebt, sich mit den besten Wrestlern der Welt zu messen. Seine Heimat und die dortige Szene hätten entscheidend dazu beigetragen, ihn zu dem Performer zu machen, der er heute sei.
Dabei würdigte Bailey auch mehrere bekannte Namen aus seiner Vergangenheit, darunter Sexxy Eddy, El Generico und Kevin Steen. Außerdem seien einige Wrestler, die er früher trainiert habe, bei Redemption als zusätzliche Darsteller beteiligt gewesen.
Als Bailey anschließend Kyle Fletcher begegnete, wollte er dem AEW International Champion die Hand reichen. Fletcher verweigerte den Handschlag und unterstrich damit die weiterhin angespannte Lage zwischen den beiden.
Fletcher äußerte sich später auch zu seinen Differenzen mit Kazuchika Okada. Vor einer erneuten Zusammenarbeit müssten beide einige schwierige Gespräche führen. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass ihre Verbindung stark genug sei, um diese Probleme zu überwinden. Auf die Frage nach einem möglichen Match gegen einen Prominenten nannte er den Schauspieler Tom Holland.
Willow Nightingale spricht über Titelgewinn und schwierige Monate
Besonders emotional wurde der Media Scrum beim Auftritt von Willow Nightingale. Mit ihrem Sieg über Thekla gewann sie die AEW Women’s World Championship und erreichte damit einen der größten Erfolge ihrer bisherigen Karriere.
Nightingale erinnerte sich an ein früheres Gespräch mit ihrer Schwester. Damals hatte sie ihr Mut zugesprochen und erklärt, dass sie eines Tages eine erfolgreiche Autorin oder Schauspielerin werden könne. Gleichzeitig hatte sie ihr versprochen, selbst irgendwann die Spitze des Wrestlings zu erreichen. Mit dem Titelgewinn bei „Redemption” hat sie dieses persönliche Ziel nun verwirklicht.
Die neue Championesse sprach außerdem offen über ihre mentale Gesundheit. Sie stellte klar, dass bei ihr keine Depression offiziell diagnostiziert worden sei. Im vergangenen Jahr habe sie jedoch selbst erkannt, dass sie sich in einer schwierigen Verfassung befand und Unterstützung benötigte. Unter anderem habe sie Hilfe durch AEW erhalten.
Für Nightingale sei es zeitweise belastend gewesen, öffentlich nahezu ausschließlich als fröhliche und dauerhaft positive Person dargestellt zu werden. Niemand könne rund um die Uhr glücklich sein. Deshalb halte sie es für wichtig, auch schwierige Tage und persönliche Probleme anzuerkennen. Wrestling bereitete ihr trotz aller Rückschläge weiterhin sehr viel Freude.
Ein weiterer Tiefpunkt war ihre verletzungsbedingte Pause. Nightingale wollte unbedingt rechtzeitig für Double or Nothing zurückkehren, war körperlich jedoch noch nicht dazu in der Lage. Tony Khan erinnerte daran, dass sie ihren Arm damals kaum anheben konnte. Später wurde bekannt, dass sie eine Verstauchung des AC-Gelenks in der Schulter erlitten hatte.
Tony Khan sieht Redemption als wichtigen Schritt auf dem Weg zu All In
Tony Khan bewertete Redemption vor allem als bedeutenden Teil des Aufbaus für All In. Zahlreiche Ereignisse der Show hätten die Geschichten für das große Event im Wembley Stadium vorangetrieben. Besonders die Präsentation der ersten drei Matches habe verdeutlicht, in welche Richtung sich AEW in den kommenden Wochen bewege.
Der AEW Präsident verwies außerdem auf die jüngsten Zuschauerzahlen und die aus seiner Sicht erfolgreiche Entwicklung der wöchentlichen Shows und Pay-per-Views. Er sei derzeit stärker von der Zukunft des Unternehmens überzeugt als zu jedem anderen Zeitpunkt seit der Gründung von AEW.
Auch die zuletzt wiederholt aufgetretenen Visa-Probleme wurden thematisiert. Khan verwies darauf, dass Komander, The Beast Mortos, El Clon und Mark Davis inzwischen wieder zur Verfügung stünden. Einzelne Hindernisse seien zwar weiterhin vorhanden, die Situation habe sich insgesamt jedoch deutlich verbessert.
Bei der Frage, welchen Rat er seinem jüngeren Ich aus dem AEW-Gründungsjahr 2019 geben würde, wurde Khan emotional. Besonders die Todesfälle von Brodie Lee und Jay Briscoe hätten ihn nachhaltig geprägt. Die Tribute Show für Brodie Lee zähle für ihn weiterhin zu den besten Veranstaltungen, die AEW jemals produziert habe. Auch durch die Zusammenarbeit mit Jay Briscoe sei er persönlich gewachsen. Beide seien aufgrund ihres Einflusses weiterhin ein Teil von AEW.
Podcast Network, Fanangebote und Místicos möglicher Auftritt
Für All In und spätere Großveranstaltungen plant AEW weitere interaktive Erlebnisse für die Fans. Konkrete Einzelheiten nannte Khan noch nicht.
Darüber hinaus bestätigte er, dass das bereits angekündigte AEW Podcast Network weiterhin geplant sei. Die Verantwortlichen würden an dem Projekt arbeiten. Einen Starttermin, konkrete Sendungen oder beteiligte Moderatoren gab Khan allerdings noch nicht bekannt.
Auch Místico war ein Thema. Der mexikanische Star sollte ursprünglich bei Redemption auftreten, fiel jedoch nach einem Angriff in der Arena México aus. Khan hofft weiterhin, dass Místico rechtzeitig für AEW Grand Slam Mexico wieder einsatzbereit sein wird.
Zur kanadischen Wrestling-Szene erklärte Khan, dass er die aktuelle Independent-Landschaft nicht in allen Einzelheiten verfolge. Die lange Geschichte des Wrestlings in Quebec schätze er jedoch sehr. Positiv hob er auch die Zusammenarbeit mit Maple Leaf Pro Wrestling und Scott D’Amore hervor.
Für Tony Khan wäre AEW ohne Kenny Omega nicht entstanden
Besonders deutlich äußerte sich Khan zum Stellenwert von Kenny Omega. Noch bevor Dynamite als wöchentliche TV-Show existierte, habe er bereits mögliche Episoden und langfristige Geschichten entworfen. Omega sei von Beginn an ein zentraler Bestandteil dieser Planungen gewesen.
Khan machte damit deutlich, dass Omega nicht nur als Wrestler und Champion eine bedeutende Rolle einnimmt. Sein Einfluss sei eng mit der Entstehung und der ursprünglichen kreativen Ausrichtung der Promotion verbunden. Nach Khans Einschätzung hätte AEW ohne Kenny Omega in dieser Form nicht existiert.
Zum Abschluss wurde Khan auf die Zukunft der AEW-Videospiele angesprochen. Eine Fortsetzung von „AEW Fight Forever“ wurde zwar nicht offiziell angekündigt, Khan bezeichnete ein weiteres Spiel jedoch als interessante Möglichkeit, an der weiterhin Interesse bestehe. Konkrete Planungen, ein Entwicklerstudio oder ein möglicher Veröffentlichungstermin wurden nicht genannt.

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