John Cena verteidigt neue WWE-Idee und reagiert auf die Main-Event-Kritik

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John Cena hat in einem ausführlichen Gespräch mit Shakiel Mahjouri für CBS Sports und SHAK Wrestling gleich zwei der derzeit größten Wrestling-Debatten beantwortet. Zum einen reagierte er auf die teils kritische Resonanz zu seiner bei WWE Backlash 2026 in Tampa angekündigten John Cena Classic, zum anderen ordnete er die anhaltende Kritik an der gealterten Main-Event-Szene der WWE ein.

Der Ursprung des John Cena Classic und der Backlash-Anlass

Cenas neues Konzept geht auf einen ganz konkreten Moment zurück. Sein finaler Auftritt als aktiver Wrestler am 13. Dezember 2025 beim WWE Saturday Night’s Main Event in Washington, D.C., war als Abschiedsabend gegen Gunther angekündigt. Davor allerdings trafen mehrere NXT-Talente auf etablierte Main-Roster-Stars. Cena erklärte, er habe die Atmosphäre dieses Abends geliebt, sei selbst aber nur ein kleiner Teil davon gewesen. In seinem Kopf habe es zu rattern begonnen mit dem Gedanken, dass die WWE solche Konstellationen häufiger umsetzen solle.

Genau aus diesem Impuls entstand das bei Backlash 2026 in Tampa angekündigte Event-Format „John Cena Classic”, bei dem Main-Roster-Stars und NXT-Talente in Exhibition-Matches gegeneinander antreten und am Ende einen eigenen Belt erhalten, der Cenas Namen tragen wird. In einem weiteren Gespräch mit Adam’s Apple in New York stellte Cena zudem klar, dass das Konzept komplett aus seiner Feder stamme. An Datum und Veranstaltungsort werde noch gearbeitet.

Die Idee als WWE-Variante eines All-Star-Games

Mahjouri gegenüber fasste Cena das Konzept in einem Satz zusammen. „In einem Geschäft, in dem alle sagen, jede Geschichte sei schon erzählt, möchte ich nach etwas Neuem schwingen.“ Es könnte sich um die WWE-Variante eines All-Star-Games handeln. Der Abend bestehe ausschließlich aus Exhibition-Matches, weshalb keine langen Storylines vorbereitet werden müssten.

Im Zentrum stehen die aktuellen Stars und die zukünftigen Talente der Liga. Die Möglichkeiten der Paarungen sind endlos. Die verschiedenen Generationen müssen nicht zwingend in jedem Match gegeneinander antreten. Auch gemischte Teampaarungen sind möglich. Er glaube nach wie vor an die sportliche Leistungsgerechtigkeit der WWE, allerdings habe jede seiner Aussagen mehrere Seiten.

Die Kritik am Fan-Voting und Cenas Reaktion

Besonders ein Punkt rief in den vergangenen Tagen Widerspruch hervor. Da der oder die Siegerin des nach Cena benannten Belts per Fan-Voting bestimmt werden soll und alle Teilnehmenden des Events automatisch wahlberechtigt sind, drehte sich die Diskussion sehr schnell um die Frage, welche Bedeutung Match-Ergebnisse in diesem Format überhaupt noch hätten – wir berichteten.

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Cena schloss sich der Logik dieses Einwands an, er habe die Sicht durchaus gehört, dass Siege und Niederlagen dann keinen Stellenwert mehr hätten. Das sei ein berechtigter Punkt. Er höre Feedback gerne an, das Wahlverfahren müsse insgesamt noch genauer ausgearbeitet werden, da gebe es viel zu tun.

Die laute Debatte in der Wrestling-Community sei für ihn keine Überraschung gewesen, als einer der polarisierendsten WWE-Charaktere der vergangenen 23 Jahre wisse er, dass neue Ideen immer Lob und Gegenwind erzeugten. Ergänzend kritisierte unter anderem Lance Storm einen weiteren Logik-Aspekt. Bei einem Fan-Voting könnten Wrestler weniger geneigt sein, gegenseitig fürs gute Aussehen-Lassen zu arbeiten, da sie damit nur dem direkten Gegner zum Vote-Boost verhelfen würden.

Der NXT-Tipp aus dem Cena-Lager und der Full-Circle-Moment

Auf die Frage, welches NXT-Talent ihn aktuell besonders interessiere, lieferte Cena keinen Namen, sondern einen Chant. Es sei kein Geheimnis für diejenigen, die sich auskennen, dass er mit den Fans im Chant „He’s big. He’s bad. He’ll body slam your dad.“ mitsinge. Wer nicht wisse, von wem die Rede sei, solle sich diesen Wrestler anschauen, er sei Fan.

Englischsprachige Medien wie CBS Sports und Heavy ordneten den Chant unmittelbar Mason Rook zu, dem in der Indie-Szene als Will Kroos bekannten Newcomer, der sein NXT-Debüt am 28. April mit einer Attacke auf NXT-Champion Tony D’Angelo gegeben hatte. Cenas Indizien-Tipp passt damit zu einem Wrestler, dessen NXT-Karriere gerade erst Fahrt aufnimmt. Für Cena selbst schließt sich mit dem Classic-Format zugleich ein persönlicher Kreis.

Er erinnerte daran, dass er einst in Ohio Valley Wrestling gesessen und sich gefragt habe, wie er je eine Chance bekommen solle, weil das Main Roster mit Triple H, Kane, The Undertaker, Shawn Michaels, Steve Austin und The Rock voll belegt gewesen sei. Sein Abschiedsabend, ein Vierteljahrhundert nach jener OVW-Zeit, sei rückblickend die exakte Auflösung genau dieser jungen-OVW-Sorgen gewesen.

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Cenas Sicht auf die alternde Main-Event-Szene

Im selben Gespräch ordnete Cena auch die Kritik ein, die WWE-Main Event Szene werde von älteren Stars dominiert. Auf den Hinweis, dass es seit fast einem Jahrzehnt keinen World Champion unter dreißig mehr gegeben habe, verwies Cena auf einen Grund, der in seiner eigenen Generation liege. Er selbst habe mit einer 23-Jahre-Karriere eine Ausnahme dargestellt, die nicht der üblichen Laufbahn eines WWE-Champions entspreche.

Neben ihm hat Randy Orton parallel auf höchstem Niveau gewrestelt. Dave Batista hatte einen etwas kürzeren Top-Run und Brock Lesnar kam und ging zwischendurch. Diese OVW-Klasse, bestehend aus Cena, Orton, Batista und Lesnar, war in puncto Langlebigkeit und Erfolg eine Ausnahmeerscheinung und beanspruchte über Jahre hinweg Plätze in der oberen Main-Card.

Übergangsphase und Ausblick auf jüngere Champions

Mit Cena, Batista und größtenteils auch Lesnar im Abschluss-Modus und Orton als letztem aktiven Vertreter dieser Klasse stehe die WWE jetzt in einer Übergangsphase. Die nun frei werdenden Main-Event-Plätze würden an die erfahrensten Wrestler gehen, die eine Verbindung zum Publikum aufgebaut hätten, und diese seien eben aktuell noch etwas älter. Das bedeute aber nicht, dass die Möglichkeit eines jungen World Champions in absehbarer Zeit ausgeschlossen sei, denn das Unternehmen verfüge über reichlich Jugend, Tempo und Talent.

Cenas Argumentation deckt sich diesbezüglich inhaltlich mit jüngeren Aussagen von Cody Rhodes, der die aktuelle Main Event Szene als nicht alt, sondern erfahren beschrieb und auf Namen wie Roman Reigns, CM Punk, Randy Orton und sich selbst als Beleg verwies, dass die WWE auf bewährte Performer setze.

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