Jim Ross hat in den vergangenen Monaten eine schwierige gesundheitliche Phase durchlebt. Trotzdem richtete der 74-Jährige seinen Blick früh wieder auf den Kommentatorenplatz und setzte sich ein konkretes Ziel für seine Rückkehr zu AEW.
In der aktuellen Ausgabe von „Grilling JR“ schilderte Ross nun, wie es ihm nach seiner Gehirnoperation geht und weshalb seine ursprünglichen Pläne kurzfristig geändert werden mussten. Dabei berichtete er auch von einem weiteren beunruhigenden Zwischenfall in seinem eigenen Zuhause.
Jim Ross wollte bei AEW All In zurückkehren
Nach seiner Gehirnoperation am 12. August hatte Ross bereits wenige Tage später deutlich gemacht, dass er Ende des Monats wieder arbeiten wollte. Sein erklärtes Ziel war AEW All In am Sonntag im Londoner Wembley Stadium. Ross betrachtete die Veranstaltung als wichtigen Orientierungspunkt während seiner Rehabilitation. Er habe sich darauf gefreut, einige der hochkarätigen Matches der Show wieder selbst kommentieren zu können.
Dazu wird es jedoch nicht kommen. Nach Angaben von Ross rieten ihm sowohl sein Gehirnchirurg als auch ein weiterer behandelnder Arzt ausdrücklich davon ab, die Reise nach England anzutreten.
Ärzte halten die Flugreise für zu riskant
Ausschlaggebend sind die weiterhin bestehenden Gleichgewichtsprobleme von Ross. Seine Ärzte machten ihm deutlich, welche Folgen ein erneuter Sturz während der Reise haben könnte. Sollte Ross bereits im Flugzeug zu Fall kommen und sich ernsthaft verletzen, könnte im schlimmsten Fall sogar eine außerplanmäßige Landung erforderlich werden. Auch ein medizinischer Zwischenfall in London würde bedeuten, dass er fernab seines gewohnten Umfelds und seiner behandelnden Ärzte in ein Krankenhaus eingeliefert werden müsste.
Ross akzeptiert die Entscheidung, verheimlichte seine Enttäuschung jedoch nicht. Er habe unbedingt nach London reisen wollen und sei besonders traurig darüber, nicht wieder am Kommentatorenpult sitzen zu können. Seine Genesung mache zwar Fortschritte, verlaufe aber langsamer, als er es sich selbst wünsche.
Erneuter schwerer Sturz im eigenen Schlafzimmer
Wie berechtigt die Vorsicht seiner Ärzte ist, zeigte sich erst wenige Tage vor der Podcast-Aufzeichnung. Ross berichtete, dass er zwei Nächte zuvor in seinem Schlafzimmer erneut das Gleichgewicht verloren habe. Dabei stürzte er auf eine kleine Bank am Fußende seines Bettes. Diese hatte seine verstorbene Ehefrau Jan ursprünglich angeschafft, damit ihre Katze leichter auf das Bett gelangen konnte. Ross traf das Möbelstück bei seinem Sturz derart heftig, dass es unter ihm zerbrach und sogar Schrauben herausgerissen wurden.
Im ersten Moment habe er aufgrund der Geräusche befürchtet, sich möglicherweise die Rippen gebrochen zu haben. Tatsächlich stammte das Knacken jedoch von der beschädigten Bank. Über Knochenbrüche oder andere schwere Verletzungen berichtete Ross nicht. Der Vorfall verdeutlicht dennoch, wie sehr ihn seine Gleichgewichtsprobleme weiterhin einschränken.
Ross muss teilweise weiterhin einen Walker benutzen
Ross erklärte, dass er sich inzwischen vergleichsweise gut bewegen könne, solange er langsam und konzentriert vorgehe. Besonders Richtungswechsel seien jedoch problematisch. Wenn er sich zu schnell bewege oder nicht ausreichend auf seine Schritte achte, müsse er weiterhin auf einen Walker zurückgreifen. Diesen selbst innerhalb des eigenen Hauses zu benötigen, empfinde er als demütigende Erfahrung.
Stürze bezeichnete Ross inzwischen als einen seiner größten Gegner während der Genesung. Er müsse lernen, alltägliche Bewegungen bewusster und langsamer auszuführen, statt sich zu sehr zu beeilen.
Operation sollte überschüssige Flüssigkeit ableiten
Ross hatte sich Mitte August einer Gehirnoperation unterzogen, nachdem Ärzte eine Ansammlung überschüssiger Flüssigkeit festgestellt hatten. Diese wurde unter anderem mit seinen Kopfschmerzen sowie Problemen mit Gedächtnis und Gleichgewicht in Verbindung gebracht. Bei dem erfolgreichen Eingriff wurde ein Shunt eingesetzt, über den die Flüssigkeit vom Gehirn in den Bauchraum abgeleitet werden kann.
Nach der Operation absolvierte Ross weiterhin Rehabilitation und Physiotherapie. Schon am 18. August erklärte er, Wembley als nächstes großes Ziel vor Augen zu haben. Die erhoffte schnelle Verbesserung seiner Gleichgewichtsprobleme ist bislang allerdings noch nicht vollständig eingetreten. Ross erhält Unterstützung von seiner Familie und Freunden, die ihn unter anderem zu Arztterminen begleiten und bei seiner weiteren Behandlung helfen.
Jim Ross möchte weiterhin an den Kommentatorenplatz zurückkehren
Trotz des Rückschlags denkt Ross nicht daran, seine Tätigkeit bei AEW freiwillig zu beenden. Er betonte erneut, wie sehr ihm das Kommentieren von Wrestling-Matches fehlt und dass er wieder arbeiten möchte, sobald es seine Gesundheit erlaubt. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Situation durch seinen aktuellen AEW-Vertrag. Ross hatte Anfang August erklärt, dass seine Vereinbarung noch im Laufe dieses Monats auslaufe und zu diesem Zeitpunkt keine Verlängerung abgeschlossen worden sei.
Der WWE Hall of Famer hatte zugleich deutlich gemacht, dass er sich für das Ende seiner Kommentatorenkarriere einen geplanten Abschluss wünsche und nicht einfach aus dem Wrestling verschwinden wolle. Ob inzwischen eine neue Vereinbarung mit AEW getroffen wurde, ist bislang nicht öffentlich bekannt.

Jim Ross sollte seinen Job aufgeben und das Leben als Rentner genießen. Wenn ihm zu Hause langweilig ist, kann er sich im eigenen Garten beschäftigen, viel Urlaub nehmen und die Welt bereisen.