Erst wollte WWE Santos Escobar unbedingt halten: Monate später war alles vorbei

Santos Escobar ist außerordentlich wütend
wrestling-point.de Newsquelle festlegen

Santos Escobar blickt inzwischen mit etwas Abstand auf seine letzten Monate bei WWE zurück. Was von außen wie eine weitere Personalentscheidung des Unternehmens wirkte, stellte sich für den früheren Legado Del Fantasma-Anführer deutlich komplizierter dar.

In einem ausführlichen Interview schildert er nun erstmals, welche Erwartungen er nach seiner erneuten Unterschrift hatte, wie unerwartet ihn das Ende traf und warum ausgerechnet der Zeitpunkt seiner Entlassung besonders schwer für ihn war.

Nick Khan überzeugte Escobar persönlich von einer WWE-Rückkehr

Im Gespräch mit „TMZ Inside The Ring“ erinnerte Escobar zunächst an den Herbst 2025. Sein damaliger WWE-Vertrag war im Oktober ausgelaufen und er war nach eigener Aussage bereit, das Unternehmen zu verlassen und andere Möglichkeiten zu prüfen.

Lange blieb er allerdings nicht ohne Vertrag. Escobar zufolge meldete sich WWE-Präsident Nick Khan bereits wenige Stunden nach Ablauf seines Deals persönlich bei ihm. Sein Vertrag sei um Mitternacht ausgelaufen, während der Anruf ungefähr gegen 13 oder 14 Uhr erfolgt sei.

Khan habe sich für den bisherigen Umgang mit Escobars WWE-Charakter entschuldigt. Dabei habe er ausdrücklich zwischen Escobar als Person und seiner Darstellung im Fernsehen unterschieden. Gleichzeitig sei ihm versichert worden, dass WWE die Dinge künftig besser angehen und ihm die Voraussetzungen geben wolle, um erfolgreich zu sein. Genau dieses Gespräch überzeugte Escobar schließlich davon, erneut bei WWE zu unterschreiben.

Er habe danach keinen Grund gehabt, anzunehmen, dass seine Zeit beim Unternehmen schon wenige Monate später enden könnte. Aus seiner Sicht habe sein neuer Run zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal richtig begonnen.

Escobar glaubte, für WWE besonders vielseitig zu sein

Auch seine eigene Entwicklung habe dazu beigetragen, dass er eine Entlassung nicht erwartete. Escobar erklärte, dass er während seiner Jahre bei WWE bewusst daran gearbeitet habe, möglichst viele Fähigkeiten mitzubringen. Er verwies auf seine Erfahrung vor der Kamera, seine Leistungen im Ring und sein Verständnis für die Abläufe hinter den Kulissen.

Auch seine Sprachkenntnisse hätten dabei eine Rolle gespielt. Escobar spricht Englisch, Spanisch und Französisch und betrachtete diese Vielseitigkeit als zusätzlichen Vorteil. Besonders wichtig sei für ihn außerdem seine Zeit bei NXT gewesen.

Siehe auch  AJ Styles übernimmt neue Aufgaben bei NXT: Mehrere Matches für die nächste Ausgabe bestätigt

Dort habe er nicht nur wrestlerisch dazugelernt, sondern auch besser verstanden, wie WWE und das amerikanische Wrestling-Geschäft funktionieren und was von einem WWE-Superstar außerhalb des Rings erwartet werde. Menschen in seinem Umfeld hätten ihm deshalb sogar vermittelt, dass er aufgrund dieser Fähigkeiten wahrscheinlich niemals um einen Arbeitsplatz fürchten müsse.

Zweite Operation nur wenige Tage vor der Entlassung

Umso härter traf ihn schließlich der April 2026. Escobar hatte zunächst eine Trizepsverletzung behandeln lassen. Später wurde ein weiteres Problem mit seinem Ulnarnerv festgestellt, weshalb ein zweiter operativer Eingriff notwendig wurde. Nach seiner heutigen Darstellung lag diese Operation erst ungefähr sechs Tage zurück, als WWE ihn über seine Entlassung informierte.

Escobar bezeichnete diesen Tag rückblickend als einen der schlimmsten seiner Karriere. Gleichzeitig habe er unter erheblichem Zeitdruck gestanden, weil wenige Tage später bereits eine Reise nach Mexiko für ein geplantes TV-Projekt anstand. Sein Hauptaugenmerk habe deshalb auf seiner Rehabilitation gelegen.

Schon vor dem WWE-Anruf kam ihm etwas merkwürdig vor

Am Tag seiner Entlassung wollte Escobar eigentlich wie gewohnt zu seiner Therapie. Ihm sei jedoch überraschend mitgeteilt worden, dass er nicht kommen solle. Zunächst habe er überhaupt nicht vermutet, dass seine eigene WWE-Zukunft dahinterstecken könnte. Stattdessen habe er sogar angeboten, vorbeizukommen und zu helfen, falls das Unternehmen Unterstützung benötige.

Erst als ihm erneut ausdrücklich davon abgeraten wurde, zur Therapie zu erscheinen, kam ihm die Situation ungewöhnlich vor. Da Escobar seine Behandlung wegen seiner bevorstehenden Reise nach Mexiko unbedingt fortsetzen wollte, suchte er sich selbst eine andere Einrichtung in Orlando. Genau dort erreichte ihn schließlich der Anruf der WWE.

Den Entlassungsanruf erhielt Escobar mitten in der Rehabilitation

Escobar erinnert sich noch sehr genau an den Moment. Während des Telefonats habe eine seiner Hände in einem Behälter mit Reis gesteckt, mit dem er Übungen für seine Griffkraft absolvierte. Eine Diskussion über die Entscheidung habe er nicht geführt. Stattdessen verwies er WWE lediglich an seinen Anwalt.

Siehe auch  Roman Reigns: WWE enthüllt weitere Termine – Bloodline-Streit beschäftigt weiter die Gerichte

Escobar erklärte, dass solche Telefonate seiner Ansicht nach ohnehin nicht dazu dienen würden, einen Wrestler seinen Fall vortragen zu lassen oder eine bereits getroffene Entscheidung noch umzukehren. In diesem Augenblick habe er zudem andere Sorgen gehabt. Seine Verletzung, die Rehabilitation und die unmittelbar bevorstehende berufliche Verpflichtung in Mexiko hätten seine Gedanken bestimmt.

Escobar vergleicht die Situation mit Mickie James

Trotz seiner Enttäuschung möchte Escobar seine frühere Arbeitgeberin heute nicht öffentlich attackieren. Er machte deutlich, dass er keine Brücken abbrechen wolle und eine offene Abrechnung letztlich weder seiner Karriere noch dem Wrestling-Geschäft helfen würde.

Einen kritischen Punkt sprach er dennoch deutlich an: die Außenwirkung seiner Entlassung. Escobar zog dabei einen Vergleich mit Mickie James, deren persönliche Gegenstände nach ihrer WWE-Entlassung 2021 bekanntermaßen in einem Müllsack verschickt worden waren. Er habe sich in seiner eigenen Situation ähnlich gefühlt.

Für ihn sei besonders problematisch gewesen, wie es nach außen wirkte, einen verletzten Wrestler nur wenige Tage nach einer Operation während seiner laufenden Rehabilitation zu entlassen.

Nur wenige Tage später musste Escobar bereits weitermachen

Viel Zeit zur Verarbeitung blieb ihm nicht. Nach dem Ende seiner WWE-Zeit habe er lediglich ungefähr drei Tage gehabt, um sich mental auf das bereits geplante TV-Projekt in Mexiko einzustellen.

Escobar beschrieb diese Phase als einen schnellen Übergang: das alte Kapitel schließen, sich sammeln und unmittelbar mit dem nächsten Abschnitt beginnen. Inzwischen richtet sich sein Blick vollständig nach vorne.

Für Escobar beginnt als Romeo Malverde ein neues Kapitel

Nach Ablauf seiner WWE-Verpflichtungen verabschiedete sich Escobar von seinem bisherigen Ringnamen und kündigte an, künftig unter dem Namen Romeo Malverde aufzutreten. Eine Rückkehr zu seiner früheren Identität „El Hijo del Fantasma” mit Maske schloss er zuletzt ebenfalls aus.

Für ihn sei dieses Kapitel abgeschlossen. Heute beschreibt Escobar sich selbst als körperlich und mental wieder in sehr guter Verfassung und möchte mit Romeo Malverde eine neue Version seiner selbst präsentieren.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*