Stephanie McMahon war über Jahrzehnte so eng mit WWE verbunden, dass Beruf, Familie und öffentliche Wahrnehmung kaum voneinander zu trennen waren. Im Gespräch mit Charlotte Flair bei „What’s Your Story?“ zeigte sich nun, wie sehr sich ihr Blick auf Erfolg, Familie und die eigene Rolle innerhalb des Unternehmens inzwischen verändert hat.
Stephanie McMahon musste ihren eigenen Wert neu definieren
Besonders persönlich wurde das Gespräch, als Stephanie auf die Zeit nach ihrem Rücktritt aus der WWE-Führung einging. Nachdem sie 2022 zunächst aus familiären Gründen eine Auszeit genommen hatte, kehrte sie nach dem damaligen Rücktritt ihres Vaters Vince McMahon zurück und führte das Unternehmen gemeinsam mit Nick Khan als Co‑CEO. Im Januar 2023 legte sie diesen Posten schließlich wieder nieder.
Die Rückkehr in ein Leben ohne diese Führungsposition fiel ihr deutlich schwerer, als sie zunächst erwartet hatte. Vor allem eine Frage ließ Stephanie dabei lange nicht los: War sie weniger wert, nur weil sie keine arbeitende WWE-Führungskraft mehr war?
Über viele Jahre hatte sie einen großen Teil ihrer Identität mit ihrer beruflichen Rolle verbunden. Als diese Position plötzlich wegfiel, begann sie deshalb, darüber nachzudenken, ob sie noch etwas beweisen müsse und wenn ja, wem eigentlich. Stephanie stellte sich schließlich selbst die entscheidende Gegenfrage: Warum sollte sie ihren persönlichen Wert weiterhin davon abhängig machen, welchen Titel oder welche Position sie innerhalb eines Unternehmens innehat?
Mit der Zeit habe sie gelernt, darauf eine andere Antwort zu geben. Sie müsse sich nichts mehr beweisen und dürfe ihr Leben genießen, weiterhin hart arbeiten und anderen etwas zurückgeben, ohne ihren Wert an eine Executive-Funktion zu knüpfen. Gleichzeitig könne sie mehr Energie in ihre Familie investieren und für die Menschen da sein, die ihr am wichtigsten seien.
Die Liebe zu WWE ist trotz des Rücktritts geblieben
Stephanie stellte allerdings klar, dass diese Erkenntnis keineswegs bedeutet, dass sie mit WWE abgeschlossen habe. Sie liebe das Wrestlinggeschäft weiterhin und werde diese Verbindung nach eigener Aussage wahrscheinlich nie verlieren. Auch heute investiere sie viel emotionale Energie in WWE und vor allem in die Menschen, die dort arbeiten. Ihre Rolle hat sich lediglich verändert.
Statt in einer leitenden Position wie etwa als Co-CEO aufzutreten, ist Stephanie inzwischen stärker als Medienpersönlichkeit und Markenbotschafterin präsent. Mit Formaten wie „What’s Your Story?“ und „Stephanie’s Places“ bleibt sie eng mit der WWE verbunden, ohne wieder die operative Verantwortung zu übernehmen, die ihr früherer Posten mit sich brachte. Dazu passt auch ihre Aufnahme in die WWE Hall of Fame Anfang dieses Jahres. Sowohl Triple H als auch Nick Khan hatten in der Vergangenheit betont, dass Stephanie für eine größere Rolle jederzeit willkommen wäre.
Im aktuellen Gespräch machte sie jedoch keine Andeutung, dass eine Rückkehr in eine Executive-Position unmittelbar bevorsteht. Vielmehr scheint sie inzwischen deutlich entspannter mit der Tatsache umzugehen, dass sie nicht mehr zwingend einen offiziellen Führungstitel benötigt, um sich als wichtiger Teil von WWE zu fühlen.
Familie hat für Stephanie heute einen anderen Stellenwert
Ein großer Teil dieser Veränderung hängt mit ihrer Familie zusammen. Stephanie und Triple H sind seit mehr als zwei Jahrzehnten verheiratet und haben drei Töchter. Im Gespräch wurde deutlich, dass sie ihre Zeit mit ihnen heute bewusster wahrnimmt als noch während ihrer intensivsten Jahre als Führungskraft. Besonders aktuell ist dabei Vaughn Evelyn Levesque, die beim SummerSlam vor die WWE-Kameras trat und „God Bless America“ sang. Für Stephanie sind solche Momente inzwischen offenbar von besonderer Bedeutung.
In dem Podcast sprach sie auch darüber, dass sie die Erinnerungen und Ratschläge älterer Familienmitglieder für ihre Kinder festhalten möchte. Dabei geht es ihr zunehmend darum, Zeit nicht als selbstverständlich zu betrachten. Diese Gedanken führten im Gespräch unmittelbar zu der Erkenntnis, dass es für sie inzwischen in Ordnung ist, einen größeren Teil ihrer Liebe und Aufmerksamkeit in die eigene Familie zu investieren, ohne deshalb das Gefühl zu haben, beruflich weniger erreicht zu haben.
Stephanie McMahon trainiert inzwischen Jiu-Jitsu
Auch körperlich hat Stephanie ein neues Interesse gefunden. Sie erklärte Charlotte, dass sie mittlerweile regelmäßig Jiu-Jitsu trainiere und dafür mit einem privaten Trainer arbeite. Ursprünglich sei die Idee aus einem ganz praktischen Grund entstanden. Stephanie wollte ihren Töchtern vor Schule und College einige Grundlagen der Selbstverteidigung vermitteln. Während dieses Prozesses habe sie selbst Gefallen an der Kampfsportart gefunden und weitertrainiert.
Inzwischen schätzt sie besonders die Herausforderung daran. Jiu-Jitsu verlangt nicht nur körperliche Fitness, sondern auch Konzentration, Technik und Geduld. Das Thema kam auf, nachdem Charlotte Stephanies aktuelle körperliche Verfassung gelobt hatte. Stephanie räumte zugleich ein, selbst schon immer kritisch mit ihrem eigenen Körper umgegangen zu sein. Gerade deshalb scheint ihr das Training heute weniger als reine Frage des Aussehens zu dienen, sondern vielmehr als neue persönliche Herausforderung.
Ein Match zwischen Stephanie und Charlotte kam nie zustande
Zum Ende des Gesprächs wurde es noch einmal deutlich wrestlingbezogener. Charlotte erinnerte Stephanie daran, dass beide trotz ihrer langen gemeinsamen WWE-Zeit nie ein Singles Match gegeneinander bestritten hatten. Stephanie antwortete, dass sie eine solche Begegnung selbst sehr gerne gehabt hätte.
Beide spielten anschließend mit der Vorstellung, wie verrückt eine entsprechende Storyline mit Ric Flair und Vince McMahon hätte werden können. Dabei handelte es sich allerdings nicht um die Enthüllung eines konkret geplanten WWE Matches. Stephanie machte vielmehr deutlich, dass sie die Idee persönlich reizvoll gefunden hätte.