Darby Allin: „Das alles ist nur eine Show bei MJF“

Darbya Allin sieht nachdenklich aus

Darby Allin hat sich in einem ausführlichen Interview bei TMZ zu einer breiten Themenpalette geäußert und dabei deutliche Botschaften nach allen Seiten geschickt. Der AEW-Star sprach unter anderem über den aktuellen Locker-Room-Zustand bei AEW, seinen Blick auf World Champion MJF, den Umgang mit den Risiken seines eigenen Stils, die Debatte um die „Four Pillars“ sowie eine frühere Anfrage an Steve-O für einen Auftritt im vierten Jackass-Film.

Ego als größte Gefahr für das AEW-Projekt

Im Gespräch betonte Allin, wie entscheidend die Stimmung im AEW-Locker-Room für den Erfolg des Unternehmens sei. Nach seiner Einschätzung sei Ego das Einzige, was Akteure im Roster wirklich ausbremsen könne. AEW sei nie darauf ausgelegt gewesen, einzelne „A-List-Celebrities“ zu kreieren, sondern solide und hochwertig inszeniertes Pro Wrestling zu präsentieren. Als Referenzen nannte er die Matches von Tiger Mask und Dynamite Kid aus den 1980er-Jahren sowie das In-Ring-Niveau von New Japan Pro Wrestling um das Jahr 2014. Für Allin bestehe der besondere Reiz von AEW darin, dass dieser Stil inzwischen Woche für Woche im US-Fernsehen als eigene Kunstform zu sehen sei. Damit das Konzept funktioniere, müssten alle Beteiligten ihre Egos kontrollieren und den Fokus auf das gemeinsame Produkt legen.

Harte Worte in Richtung MJF

Zur Titelverteidigung von AEW World Champion MJF fand Allin bemerkenswert klare Worte und stellte seinen eigenen Ansatz demonstrativ dem Charakter des Champions gegenüber. Er betonte, dass er seit seiner Ankunft bei AEW nichts an seiner Persönlichkeit im Ring oder im Privatleben habe ändern müssen und sein Ziel von Anfang an gewesen sei, ohne Anpassungen an die Spitze zu gelangen. Bei MJF hingegen habe er den Eindruck, dass dessen gesamtes Auftreten eine Inszenierung sei und nichts mit dem realen Max zu tun habe.

Nach Allins Einschätzung errichte MJF bewusst Schutzmauern um sich, weil er befürchte, sein wahres Ich könnte beim Publikum nicht ankommen. Aus dieser Angst heraus spiele er die Rolle des überzeichneten Heels. Für Allin sei es dagegen reizvoller, als er selbst an der Spitze von AEW zu stehen, ohne dafür eine Kunstfigur aufbauen zu müssen.

Stunts kommen aus dem eigenen Bauchgefühl

Allin räumte ein, dass viele seiner gefährlichsten Momente auf seinen eigenen Einfällen beruhen. Konkret angesprochen auf einen waghalsigen Stunt im Rahmen eines Auftritts mit Gabe Kidd erklärte er, dass solche Ideen selten von Produzenten oder einer durchdachten Planung stammten, sondern aus dem Moment heraus entstünden. Nach seiner Schilderung gehe die Initiative fast immer von ihm selbst aus, oft ausgelöst durch einen spontanen Einfall wie den Wunsch, über ein Auto zu springen.

In diesem Zusammenhang verwies Allin auch auf Kris Statlander, die geschildert habe, wie sie in solchen Momenten versuche, die geplanten Aktionen umsetzbar zu machen. Für ihn selbst seien solche Entscheidungen meist impulsiv, da sich Stunts für ihn nicht richtig anfühlten, sobald sie zu stark geplant oder kalkuliert seien. Seine Karriere sei auf dieser konsequenten Risikobereitschaft aufgebaut, von Casket Matches bis zu extremen Aktionen abseits des Rings.

CTE und Schutz des Kopfes als oberste Priorität

Trotz seines waghalsigen Stils betonte Allin, dass er den Schutz seiner psychischen Gesundheit und seines Gehirns sehr ernst nehme. Auf die im Wrestling zunehmend diskutierten Langzeitfolgen wie CTE angesprochen, erklärte er, dass dieser Punkt für ihn bei jedem Auftritt oberste Priorität habe:

„Ja, auf jeden Fall! Für mich ist der Geist das A und O. Es gibt aber noch viel mehr, was man tun kann, um sein Gehirn bestmöglich zu regenerieren. Deshalb bin ich bei DDP (Diamond Dallas Page) immer auf dem Laufenden. Er hat die neuesten und verrücktesten Geräte und ich bin das Versuchskaninchen, das alles ausprobiert. Also, ja, auf jeden Fall. Man muss seinen Geist jeden Abend schützen.“

Die regelmäßige Zusammenarbeit mit Diamond Dallas Page sowie unterschiedliche Regenerationsmethoden helfen ihm eigenen Angaben nach dabei, in einem der körperlich anspruchsvollsten Bereiche des Wrestlings aktiv zu bleiben.

Widerspruch gegen das Label „Four Pillars“

Eine klare Absage erteilte Allin der seit Jahren etablierten Bezeichnung der „Four Pillars of AEW“, zu denen er gemeinsam mit MJF, Sammy Guevara und Jungle Boy gezählt wird. Er machte deutlich, dass er sich mit diesem Begriff nicht identifizieren könne und ihn bewusst ablehne, da aus seiner Sicht weit mehr als vier Akteure nötig gewesen seien, um AEW zu dem zu machen, was das Unternehmen heute ist.
Als eines der schönsten Elemente seiner Zeit bei AEW bezeichnete er vielmehr die Erkenntnis, dass die höchsten Erfolge nicht durch eine einzelne Gruppe, sondern durch die gemeinsame Arbeit des gesamten Rosters erreicht worden seien. Damit unterstreicht er erneut, dass er das Wachstum von AEW als kollektive Leistung versteht und nicht auf eine Handvoll Aushängeschilder reduziert sehen möchte.

Gespräche mit Steve-O und die Bedeutung von Jackass

Zum Abschluss enthüllte Allin, dass er vor Jahren selbst bei Steve-O vorstellig geworden sei, um im damals geplanten vierten Jackass-Film mitzuwirken. Zuvor ordnete er den Status von Bam Margera rund um das Projekt ein und stellte klar, dass dieser nichts Neues für den Film gedreht habe. Stattdessen greife man ausschließlich auf altes Material aus früheren Produktionen zurück, da sich Margera mit der Crew und insbesondere den Regisseuren zerstritten habe und trotz einzelner privater Freundschaften nicht mehr zum Kernteam gehöre.

Zu seinem eigenen Vorstoß berichtete Allin, dass er Steve-O kurz vor Pandemiebeginn direkt darum gebeten habe, ihn in den Film aufzunehmen. Durch die anschließenden Einschränkungen sei aus dem Projekt jedoch nichts mehr geworden. In diesem Moment meldete sich nach seinen Angaben zudem Margera selbst per SMS mit der Bitte, abgeholt zu werden.

Darüber hinaus machte Allin deutlich, dass Jackass in seiner Jugend eine zentrale Rolle für seine Denkweise gespielt habe, noch stärker als das Wrestling. Seine Inspiration habe er eher aus dem Skateboarden und der Stunt-Kultur bezogen als aus klassischen Wrestling-Shows. Genau diese Mischung in den Wrestling-Kontext zu übertragen, sei für ihn besonders reizvoll gewesen. Obwohl ein Filmauftritt ausblieb, habe er das Gefühl, bei AEW Woche für Woche ein Stück Jackass zu leben.

1 Kommentar

  1. Mit Darby Allin kann ich einfach nichts anfangen. Ich halte es für einen großen Fehler ihm einen World Title um die Hüften zu schnallen. TNT ja, aber mehr nicht. Ein paar Stunts und ein Skateboard machen aus ihm keinen Big Man. Generell halte ich das Geschehen rund um den höchsten AEW Titel etwas langweilig. Man hat ein paar interessante Namen im Kader, denen ein Run gut zu Gesicht stehen würde.

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