Cody Rhodes verteidigt junge WWE-Talente: Gleichzeitig spricht er über seinen größten persönlichen Fehler

Cody Rhodes hat ein „American Nightmare“-Tattoo auf der rechten Halsseite
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Cody Rhodes beschäftigt sich schon lange nicht mehr nur mit seiner eigenen Rolle im Ring. Als einer der erfahrensten aktiven WWE-Stars beobachtet er genau, wie sich Wrestling verändert und welche Erwartungen heute an eine neue Generation gestellt werden.

In seinem Podcast What Do You Wanna Talk About? sprach Rhodes gemeinsam mit Santino Marella ausführlich über die Diskussion zwischen traditioneller Matchpsychologie und einem immer athletischeren Stil. Dabei machte er deutlich, warum er manche Ratschläge erfahrener Wrestler kritisch sieht und weshalb für ihn mehr Aktionen nicht automatisch besseres Wrestling bedeuten.

Cody Rhodes hinterfragt das klassische „Less is more“

Rhodes griff eine seit Jahrzehnten bekannte Wrestling-Weisheit auf: „Less is more“. Gemeint ist damit die Vorstellung, dass ein Match nicht durch möglichst viele Aktionen besser wird, sondern vor allem durch Timing, Körpersprache und die richtige Reaktion auf das Publikum.

Grundsätzlich widerspricht Rhodes dieser Philosophie nicht. Er betonte vielmehr, dass darin sehr viel Wahrheit stecke. Gleichzeitig sieht er jedoch ein Problem darin, wenn ältere Wrestler diese Haltung pauschal auf jüngere Talente übertragen und ihnen grundsätzlich empfehlen, weniger zu zeigen.

Aus seiner Sicht kann hinter einem solchen Rat manchmal auch die Tatsache stehen, dass frühere Generationen bestimmte moderne Aktionen selbst gar nicht hätten ausführen können. Rhodes hält es deshalb für falsch, Wrestlern Grenzen zu setzen, nur weil ihr athletischer Stil nicht der eigenen Vorstellung von traditionellem Wrestling entspricht.

Je’Von Evans und Sol Ruca nennt Rhodes als Beispiele

Als konkrete Namen brachte Rhodes Je’Von Evans und Sol Ruca ins Gespräch. Beide stehen für eine neue Generation von WWE-Talenten, die durch außergewöhnliche Athletik und spektakuläre Bewegungsabläufe auffallen.

Gerade bei Wrestlern dieser Art könne man laut Rhodes beobachten, dass manche Veteranen schnell dazu neigen würden, ihnen zu empfehlen, weniger zu machen. Dabei sei nicht jeder dieser Hinweise automatisch falsch. Entscheidend sei vielmehr, aus welchem Grund er ausgesprochen werde und ob er dem jeweiligen Talent tatsächlich helfe.

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Rhodes sieht die richtige Antwort deshalb irgendwo zwischen beiden Extremen. Junge Wrestler sollten nicht zwangsläufig jede spektakuläre Aktion zeigen, nur weil sie dazu körperlich in der Lage seien. Gleichzeitig sollten sie ihre besonderen Fähigkeiten aber auch nicht künstlich einschränken, nur um einer älteren Vorstellung davon zu entsprechen, wie Wrestling auszusehen habe.

Eine Erfahrung in Japan veränderte seinen eigenen Blick

Dass Rhodes dennoch großen Respekt vor klassischer Matchpsychologie hat, erklärte er anhand einer persönlichen Erfahrung aus seiner Zeit nach dem ersten WWE-Abgang. Bei einem Match in Japan bemerkte er, dass das Publikum ihn besonders stark ausbuhte, sobald er sich selbst einwechselte.

Statt diesen Moment schnell hinter sich zu lassen und in eine komplizierte Matchphase überzugehen, begann Rhodes bewusst damit zu spielen. Ein anderer Wrestler wechselte sich ein und wurde bejubelt, Rhodes brachte sich erneut ins Match und wurde sofort wieder ausgebuht.

Dieses einfache Muster wiederholte er über mehrere Minuten. Für Rhodes war es eine wichtige Erkenntnis: Er musste in diesem Moment kaum etwas Spektakuläres zeigen, weil allein seine Präsenz und die Reaktion des Publikums bereits funktionierten.

Haku gab Cody Rhodes eines seiner größten Komplimente

Besondere Bedeutung erhielt diese Erfahrung dadurch, dass Haku das Match beobachtete. Rhodes wusste damals nicht, ob der erfahrene Wrestler seinen Ansatz als clever oder als peinlich empfinden würde. Nach dem Match zog Haku ihn jedoch zur Seite und machte ihm deutlich, dass genau diese Strategie funktioniert habe. Für Rhodes war das nach eigener Aussage eines der größten Komplimente, die er von einer Wrestling-Legende erhalten habe.

Für ihn bestätigte die Szene, dass Wrestling nicht zwingend davon lebt, möglichst viel zu zeigen. Vielmehr sei entscheidend, zu erkennen, was das Publikum in einem bestimmten Moment tatsächlich aufnimmt. Genau deshalb lehnt Rhodes die traditionelle „Less is more“-Philosophie nicht ab. Er wehrt sich jedoch dagegen, daraus eine starre Regel zu machen, die für jedes Match und jedes Talent gleichermaßen gelten soll.

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Auch bei Babyfaces sieht Rhodes eine zentrale Regel

Passend dazu sprach Rhodes in der aktuellen Folge auch über seine grundsätzliche Vorstellung davon, wie ein Babyface funktionieren sollte. Seine Aussagen passen unmittelbar zu seiner Sicht auf Matchpsychologie. Für Rhodes geht es bei einem erfolgreichen Babyface nicht darum, eine bestimmte Anzahl an Aktionen zu zeigen oder einen festgelegten Stil zu kopieren. Entscheidend sei vielmehr, eine glaubwürdige Verbindung zum Publikum aufzubauen und dessen Reaktionen zu verstehen.

Sein Hals-Tattoo bezeichnet Rhodes als größtes Bedauern

Neben der Diskussion über Wrestling-Philosophie sprach Rhodes mit Santino Marella auch über ein deutlich persönlicheres Thema. Dabei ging es um sein auffälliges „American Nightmare“-Tattoo am Hals.

Rhodes stellte klar, dass er weder das Motiv selbst noch die Arbeit des Tätowierers bereue. Die Entscheidung, das Logo in dieser Größe an seinem Hals platzieren zu lassen, bezeichnete er jedoch als das größte Bedauern seines Lebens.

Erinnerungen zufolge hatte er ursprünglich mit einem deutlich kleineren Tattoo gerechnet. Erst nach der Fertigstellung habe er erkannt, wie weit sich das Motiv tatsächlich bis in Richtung seines Kiefers erstreckte. Der erste Blick in den Spiegel habe seine Wahrnehmung sofort verändert.

Entfernen lassen möchte Cody Rhodes das Tattoo trotzdem nicht

Trotz seiner deutlichen Worte plant Rhodes keine Entfernung. Das Tattoo gehöre mittlerweile vollständig zu seiner Erscheinung und sei aus seiner heutigen Präsentation kaum noch wegzudenken. Dabei räumte er selbst ein, dass die Entscheidung geschäftlich Vorteile gehabt habe. Das American-Nightmare-Logo besitzt inzwischen einen enormen Wiedererkennungswert und ist eng mit seiner öffentlichen Marke verbunden.

Auch über die mögliche Reaktion seines verstorbenen Vaters Dusty Rhodes machte sich Cody Gedanken. Er scherzte darüber, dass sein Vater vermutlich weniger auf seine späteren Erfolge eingehen und stattdessen völlig außer sich über das große Hals-Tattoo sein würde.

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