Chris Jericho weist WWE Light-Vergleich zurück und erklärt AEWs Aufschwung

Chris Jericho erhebt während eines Interviews die linke Hand
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Anfang 2026 gehörte Chris Jericho zu den prominentesten Namen, über deren Zukunft monatelang spekuliert wurde. Nach seiner langen Abwesenheit von den AEW-Shows rechneten zahlreiche Fans nicht mehr damit, dass der frühere AEW World Champion zu All Elite Wrestling zurückkehren würde. Doch dann unterzeichnete er einen neuen Mehrjahresvertrag.

In zwei aktuellen Interviews erläuterte Jericho nun ausführlicher, weshalb er sich trotz seiner langjährigen WWE-Vergangenheit für einen Verbleib bei AEW entschied. Gleichzeitig widersprach der 55-Jährige der verbreiteten Annahme, AEWs derzeitige Entwicklung sei vor allem auf eine bewusste Abgrenzung von WWE zurückzuführen.

Chris Jericho prüfte seine Möglichkeiten

Im Gespräch mit SHAK Wrestling bestätigte Jericho, dass er seine verschiedenen Möglichkeiten abgewogen habe. Welche konkreten Angebote dabei auf dem Tisch lagen, ließ er allerdings offen. Entscheidend sei für ihn letztlich gewesen, dass er 2019 unmittelbar am Aufbau von AEW beteiligt war.

Jericho verwies darauf, während seiner Karriere für zahlreiche bedeutende Promotions wie WWE, WCW, ECW, New Japan Pro Wrestling und CMLL gearbeitet zu haben. Keine dieser Ligen habe er jedoch selbst mit auf den Weg gebracht. Bei AEW sei das anders gewesen.

Seine damalige Entscheidung bezeichnete Jericho rückblickend als großes Risiko. Als er Anfang 2019 bei der neu gegründeten Promotion unterschrieb, habe es keine Garantie dafür gegeben, dass AEW dauerhaft bestehen oder sich als ernst zu nehmender Bestandteil der Wrestlingbranche etablieren würde. Viele Beobachter hätten dem Unternehmen damals nur eine kurze Lebensdauer vorausgesagt.

Dass sich AEW dennoch behaupten konnte, betrachtet Jericho deshalb als einen wichtigen Teil seines persönlichen Vermächtnisses. Der Erfolg der Promotion sei für ihn nicht nur die Entwicklung eines Arbeitgebers, sondern zugleich das Ergebnis eines Projekts, an dessen Entstehung er selbst beteiligt gewesen sei.

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Jericho nennt weitere Gründe für seine Entscheidung

Bereits wenige Tage zuvor hatte Jericho im Podcast von Beef Vegan ausführlicher über seine Vertragssituation gesprochen. Dort stellte er klar, dass er sich trotz seiner monatelangen Abwesenheit nie als von AEW getrennt betrachtet habe. Er sei lediglich längere Zeit nicht im Fernsehen aufgetreten, während im Hintergrund verschiedene Angelegenheiten geklärt worden seien.

Nach Jerichos Darstellung endete sein bisheriger Vertrag, bevor er praktisch unmittelbar in eine neue Vereinbarung mit AEW wechselte. Er arbeite gerne mit Tony Khan zusammen, schätze das Unternehmen und sei stolz auf dessen bisherige Entwicklung.

WWE habe bereits vor seiner dortigen Zeit existiert und werde auch unabhängig von ihm weiter bestehen. AEW habe es dagegen vor seinem Einstieg nicht gegeben. Die weitere Mitarbeit an einem Unternehmen, das er selbst mit aufgebaut habe, sei für ihn daher reizvoller gewesen.

Neuer Mehrjahresvertrag nach langer TV-Pause

Jericho war seit April 2025 nahezu ein Jahr lang nicht mehr im AEW-TV zu sehen. Am 1. April 2026 kehrte er schließlich bei „AEW Dynamite“ in seiner Heimatstadt Winnipeg zurück und machte deutlich, dass er AEW weiterhin als sein Zuhause betrachtet.

Wenig später bestätigte Tony Khan während des Media Calls zu „AEW Dynasty“, dass Jericho einen neuen Mehrjahresvertrag unterschrieben habe. Der AEW-Präsident erklärte zudem, Jericho sei zwischenzeitlich tatsächlich Free Agent gewesen und habe sich bewusst für eine weitere Zusammenarbeit mit AEW entschieden.

AEW habe sich niemals an WWE orientiert

Im Interview mit SHAK Wrestling äußerte sich Jericho außerdem zur aktuellen Wahrnehmung der beiden großen US-Promotions. Auf die Frage, ob AEW unter anderem deshalb wieder an Momentum gewinne, weil einige Fans das WWE-Produkt inzwischen als zu stark von Werbung und einer betont unternehmerischen Präsentation geprägt empfänden, verwies er vor allem auf die eigene Arbeit von All Elite Wrestling.

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AEW habe sich nach Jerichos Überzeugung niemals danach gerichtet, was WWE oder andere Unternehmen täten. Im Mittelpunkt hätten stets das eigene Produkt, die Qualität der Shows, das Roster, Tony Khan und der Aufbau eigener Stars gestanden. Was außerhalb der Promotion geschehe, sei für diese Ausrichtung nicht entscheidend. Jericho wies deshalb auch die Bezeichnung „WWE Light“ zurück. AEW sei seit dem ersten Tag seiner eigenen Identität treu geblieben, unabhängig davon, ob diese Ausrichtung jedem Zuschauer gefalle.

Als Beleg für den aktuellen Aufschwung nannte Jericho unter anderem Ticketverkäufe und TV-Ratings. Die linearen Zuschauerzahlen zeigen tatsächlich ein gemischtes, insgesamt aber teilweise positives Bild. „Dynamite“ erreichte am 22. Juli 2026 auf TBS 706.000 Zuschauer und eine Woche später 676.000 Zuschauer.

Der bisherige Durchschnitt des dritten Quartals lag damit bei den Gesamtzuschauern rund 18 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Jericho argumentierte zudem, dass die parallel über HBO Max erreichten Zuschauer zu den linearen Werten hinzugerechnet werden müssten.

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