Anthony Bowens erklärt verworfene AEW-Pläne: Knieverletzung und Zukunft ebenfalls Thema

Anthony Bowens steht im Ring und blickt besorgt in die Ferne

Anthony Bowens blickt auf eine AEW-Phase zurück, in der sich seine Rolle mehrfach veränderte. Im Gespräch mit Michael Fairman erklärt er, was hinter diesen Entwicklungen steckte, und äußert sich zugleich zu seiner Gesundheit und seiner beruflichen Zukunft.

Bowens wollte seine Figur schrittweise zum Heel entwickeln

Nach der Trennung von The Acclaimed sollte Bowens nach eigener Darstellung keineswegs dauerhaft als strahlender Einzelwrestler auftreten. Sein zunächst bewusst überzeichneter Auftritt war vielmehr als Beginn einer Entwicklung gedacht, die ihn zunehmend frustriert und verbittert zeigen sollte.

Der Plan sah vor, dass wichtige Niederlagen an seinem Selbstbild kratzen würden. Anstatt die Verantwortung bei sich zu suchen, sollte seine Figur Billy Gunn vorwerfen, ihn als Mentor nicht ausreichend voranzubringen. Gleichzeitig sollte ihn verärgern, dass die Zuschauer Max Caster unterstützten und dessen Selbstinszenierung als „Best Wrestler Alive“ mittrugen.

Für Bowens lag darin der entscheidende Widerspruch: Seine Figur betrachtete sich als engagierten Vertreter von AEW, erhielt aber aus ihrer Sicht nicht die verdiente Anerkennung. Aus diesem Gefühl sollte schließlich ein Heel-Turn entstehen. Eine kreative Richtungsänderung führte jedoch zunächst zu einer kurzen Annäherung zwischen den früheren Acclaimed-Partnern.

Was „The Pride of Pro Wrestling“ ausdrücken sollte

Auch seinen Beinamen erläuterte Bowens ausführlicher. „The Pride of Pro Wrestling“ sei zwar ein Wortspiel, die geplante Charakterentwicklung habe aber nicht auf seiner Homosexualität beruht. Im Mittelpunkt sollte ein Mann stehen, der viel für seine Promotion leistet, sich übergangen fühlt und immer verzweifelter um Wertschätzung kämpft.

Bowens wollte dafür auch eigene Empfindungen nutzen. Er habe AEW bei zahlreichen Gelegenheiten vertreten und dennoch mitunter den Eindruck gehabt, von den Fans weniger beachtet zu werden als andere Wrestler. Diese Gefühle sollten seiner Figur eine nachvollziehbare Motivation geben.

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Dass manche Zuschauer seine Rückkehr als gescheitert bewerteten, erklärt er mit dem abgebrochenen Aufbau. Die Niederlagen und das übersteigerte Selbstbewusstsein hätten auf einen späteren Wendepunkt hingearbeitet. Weil dieser nicht wie vorgesehen folgte, blieb für Teile des Publikums nur der wenig erfolgreiche Neustart sichtbar.

Ein früheres Interview liefert zusätzliche Hintergründe

Die Grundidee hatte Bowens bereits in einem im Mai veröffentlichten Interview mit PWTorch beschrieben. Damals verglich er den geplanten Einstieg mit einem überzeichneten Helden nach dem Vorbild des frühen Rocky Maivia. Auch Kurt Angles anfängliche Darstellung diente ihm als Vergleich: Ein vermeintlich vorbildlicher Mann versteht nicht, warum andere mehr Zuspruch erhalten.

Zusätzliche Einblicke gab er damals in die Acclaimed-Einspieler. Die Videos entstanden weitgehend improvisiert mit Max Caster und ihrem Kameramann. Nach drei veröffentlichten Beiträgen war eine weitere Folge vorgesehen, in der beide gemeinsam in der Wildnis übernachten sollten.

Ein Campingplatz war laut Bowens bereits gebucht. Jeder sollte drei Gegenstände zum Überleben mitbringen, ohne die Auswahl des anderen zu kennen. Schnee verhinderte jedoch die Dreharbeiten. Später folgte eine weitere kreative Änderung. Bowens bedauerte zudem, dass wichtige Teile der Storyline vor allem auf Social Media geblieben seien und deshalb nicht alle Zuschauer erreicht hätten.

Positive Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit The Opps

Bowens sprach anerkennend über seine anschließende Zeit bei The Opps. Nach Billy Gunn habe er mit Samoa Joe erneut einen erfahrenen und angesehenen Wrestler an seiner Seite gehabt. Auch das Wissen von Katsuyori Shibata schätzte er als Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Hinzu kamen HOOK und Action Andretti, die zu seinen engen Freunden zählen. Mit ihnen gemeinsam im Fernsehen aufzutreten, hat die Zusammenarbeit für ihn besonders gemacht. Eine konkrete Fortsetzung seiner Rolle innerhalb der Gruppierung bestätigte Bowens allerdings nicht.

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Aktueller Meniskusriss und frühere Verletzungen

Neben seinen kreativen Plänen thematisierte Bowens die körperlichen Belastungen seiner Karriere. Aktuell habe er einen leichten Meniskusriss im rechten Knie. Ob eine Operation notwendig ist oder die Verletzung seine nächsten Einsätze beeinflusst, erläuterte er nicht.

Darüber hinaus zählte er mehrere diagnostizierte Gehirnerschütterungen auf. Weitere, damals nicht diagnostizierte Fälle halte er für möglich. Dabei handelt es sich um seine persönliche Einschätzung. Auch einen Krampfanfall im Ring erwähnte er.

Ein gerissenes Innenband im Knie sowie ein früherer Meniskusriss auf der linken Seite hätten operativ behandelt werden müssen. Außerdem berichtete er von geprellten Nerven im unteren Rücken. Bowens merkte an, dass seine Aufzählung möglicherweise nicht vollständig gewesen sei.

Bowens kennt seinen Wunsch, bestätigt aber keine Entscheidung

Zur beruflichen Zukunft hielt sich Bowens zurück. Fightful Select hatte am 2. Oktober berichtet, dass er und Max Caster Free Agents seien. Eine neue Vereinbarung mit einer Promotion bestätigte Bowens im Gespräch mit Fairman nicht.

Er wolle ungeklärte Entwicklungen nicht kommentieren, da seine Worte schnell zahlreiche Berichte auslösen könnten. Stattdessen nehme er die Situation Tag für Tag. Für die Unterstützung und die unterschiedlichen Wünsche seiner Fans zeigte er sich dankbar.

Eine persönliche Vorstellung vom nächsten Schritt habe er durchaus. Ob sich dieser Wunsch verwirklichen lasse, müsse sich jedoch erst zeigen. Welche Promotion oder welches konkrete Vorhaben dahintersteht, ließ Bowens offen.

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