AJ Styles über das chaotische WrestleMania 42 Wochenende: Fans schwärmten wie Bienen und überlastete Sicherheitskräfte

AJ Styles reiht sich in die immer länger werdende Liste von WWE-Stars ein, die sich nach dem WrestleMania 42 Wochenende kritisch zur Sicherheitslage und zum Fan-Verhalten geäußert haben. Im Phenomenally Retro Podcast schilderte der frisch gebackene WWE Hall of Famer, wie er von Fans regelrecht „wie Bienen umschwärmt“ wurde und warum die Sicherheitskräfte mit der Situation überfordert waren.

„Wir versuchen nur, zu unserem Zimmer zu kommen“

Styles begann seine Schilderung mit einem Appell an das Verständnis der Fans. Nach stundenlangen Autogrammstunden und Fototerminen wurde es für die Superstars zunehmend schwierig, im Hotel zwischen Tür und Aufzug überhaupt zu ihren Zimmern zu gelangen. Styles sagte dazu: „Das ist es, was die Fans akzeptieren müssen. Nur weil wir durch das Hotel gehen, um zu unseren Zimmern zu gelangen, heißt das nicht, dass wir dort herumhängen. Wir versuchen lediglich, unsere Zimmer zu erreichen. Wir waren den ganzen Tag bei Autogrammstunden, was anstrengend ist. Natürlich versuchen wir zu diesem Zeitpunkt, gut gelaunt zu sein. Vor allem für diejenigen, die dafür bezahlt haben, uns zu sehen.“

Dabei betonte Styles, dass er die Erwartungen der Fans grundsätzlich nachvollziehen könne. Er räumte ein, dass er das Bedürfnis der Fans nach einem Erlebnis mit ihren Lieblings-Wrestlern verstehe und es ihm wichtig sei, dass die Besucher den Wert ihres bezahlten Treffens auch wirklich bekommen.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die stundenlangen Termine für die Wrestler eine erhebliche Belastung darstellen, auch wenn das von außen kaum sichtbar werde. Bei den Fan-Begegnungen rund um die WrestleMania-Termine selbst habe er niemanden als unhöflich erlebt. Was Fotos außerhalb offizieller Termine angeht, bleibt Styles jedoch konsequent: Sobald er einmal beginne, gebe es keinen klaren Endpunkt mehr. Wenn er mit seiner Familie unterwegs sei, müsse er solche Anfragen daher grundsätzlich ablehnen.

„Sie schwärmen einfach wie Bienen um mich herum“

Besonders eindrücklich schilderte Styles eine konkrete Situation, in der er trotz eindeutiger Ablehnung von einem Fan körperlich bedrängt wurde. Styles beschrieb, wie er Fans mehrfach freundlich, aber bestimmt mitteilte, dass er gerade keine Fotos mache. Statt diese Bitte zu respektieren, hätten sich die Anwesenden weiter um ihn versammelt und seinen Weg blockiert.

Besonders ein Fan habe sein klares Nein komplett ignoriert, sei trotzdem näher gekommen und habe sich dabei körperlich an ihn gedrängt. Die Situation sei für Styles unangenehm gewesen, ehe ihn das Sicherheitspersonal aus der Menge herausführen und sicher zum Aufzug bringen konnte.

„Nein heißt nein“

Styles richtete einen klaren Appell an Fans, die Wrestler in solchen Situationen ansprechen. Er machte deutlich, dass die Wrestler trotz ihrer öffentlichen Rolle Privatsphäre verdienen und Grenzen respektiert werden müssen. Er räumte ein, dass viele Fans nach jahrelangem Verfolgen der Karriere ihrer Lieblings-Wrestler eine gewisse Vertrautheit empfinden würden, die er nachvollziehen könne.

Gleichzeitig appellierte er daran, nicht zu vergessen, dass hinter jeder Persönlichkeit ein Mensch stehe, der von solchen Situationen schlicht überrollt werden könne. Sein zentrales Anliegen formulierte Styles dabei mit einer klaren Botschaft: Eine Absage müsse als Absage akzeptiert werden, ganz gleich ob es um Fotos, Autogramme oder andere Anliegen gehe. Wenn ein Wrestler bitte, eine Situation zu beenden, sollten Fans das ohne Diskussion respektieren.

Styles erläuterte auch, warum er an Flughäfen und in größeren Menschenmengen besonders zurückhaltend ist. Hintergrund seien negative Erfahrungen mit professionellen Autogrammjägern, die signierte Gegenstände anschließend weiterverkaufen: „Normalerweise mache ich an Flughäfen nicht viel, weil die Leute, die dort warten, um fünf, sechs oder sieben ihrer Sachen signieren zu lassen, diese anschließend verkaufen. Damit haben sie es vielen anderen kaputtgemacht. Wenn ich dich draußen treffe und wir ganz allein in einem Restaurant sind, signiere ich dir aber gerne etwas. Ich mache auch ein Foto mit dir. Das stört mich überhaupt nicht. Aber wenn wir in einer Gruppe von Hunderten von Leuten sind, kann ich das nicht machen.“

Sicherheitskräfte „völlig überlastet“

Styles machte deutlich, dass er das Sicherheitspersonal nicht als alleinigen Verursacher der Probleme sehe. Vielmehr seien diese schlicht mit der Lage überfordert gewesen: „In all diesen unterschiedlichen Situationen kann es schwierig sein. Die Sicherheitsvorkehrungen waren also, wie man weiß, unzureichend, und sie waren sicher überlastet, weil sie so viel zu tun hatten. Sie hatten keine Ahnung, dass es so schlimm werden könnte.“

Eine wachsende Liste von Stimmen

Styles ist die jüngste WWE-Legende, die sich zu den Vorfällen rund um das WrestleMania-42-Wochenende geäußert hat. Hall of Famer Booker T hatte zuvor in seinem Podcast deutlich gemacht, dass er sogar im Bad gefilmt worden war, und forderte bessere Sicherheitsvorkehrungen – siehe hier.

CM Punk hatte einem Fan das Handy aus der Hand geschlagen, der AJ Lee und Bayley trotz Bitten weiter filmte –  wir berichteten.

Damian Priest griff Berichten zufolge ein, um eine WWE-Wrestlerin vor einer Fan-Gruppe zu schützen. Auch Sean „X-Pac“ Waltman, Royce Keys und Drew McIntyre hatten zuvor von vergleichbaren Erlebnissen berichtet – siehe hier.

Die Häufigkeit der Aussagen und die Übereinstimmung der Schilderungen machen deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelte, sondern um ein strukturelles Problem rund um das WrestleMania-Wochenende. Die Erwartung an WWE und TKO, künftig deutlich mehr in Sicherheit und Privatsphäre der Talente zu investieren, dürfte nach Styles‘ Aussagen weiter wachsen.

Siehe auch: Jade Cargill spricht über Fan-Chaos und skurrile Begegnungen

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