AJ Styles hat seine aktive Karriere zwar beendet, dem Wrestling aber keineswegs den Rücken gekehrt. Der WWE Hall of Famer beschäftigt sich weiterhin intensiv mit dem Geschehen im Unternehmen und erhält dabei inzwischen auch Einblicke aus einer ganz neuen Perspektive. In der aktuellen Ausgabe von „The AJ Styles Show“ sprach er über seine persönliche Situation, die ersten Schritte seines Sohnes Avery und seine zunehmende Arbeit hinter den Kulissen von NXT.
Der Abschied vom Wrestling fällt AJ Styles schwerer als erwartet
Seit seinem Karriereende beim Royal Rumble 2026 befindet sich AJ Styles in einer ungewohnten Lebensphase. Im Gespräch über die Möglichkeit, eines Tages vielleicht gemeinsam mit einem oder mehreren seiner Söhne in den Ring zurückzukehren, machte der 49-Jährige deutlich, dass derzeit kein konkreter Comeback-Wunsch besteht.
Dennoch gebe es Tage, an denen sich sein Körper so gut anfühle, dass er sich vorstellen könne, noch einmal ein Match zu bestreiten. An anderen Tagen sei er wiederum froh darüber, die Belastungen einer aktiven Wrestling-Karriere nicht mehr auf sich nehmen zu müssen.
Styles räumte ein, dass ihm die Umstellung auf den Ruhestand schwieriger fällt, als er ursprünglich erwartet hatte. Mental sei der Gedanke, weiterhin wrestlen zu können, noch immer vorhanden. Gleichzeitig erinnere ihn sein Körper regelmäßig daran, weshalb es richtig gewesen sei, die aktive Karriere zu beenden.
Ein mögliches Match mit seinen Söhnen bleibt für ihn eines der wenigen denkbaren Szenarien für eine Rückkehr. Styles hatte allerdings bereits zuvor klargestellt, dass es dafür eine entsprechend große Bühne geben müsste. Aktuell existieren keinerlei konkrete Planungen für ein solches Comeback.
Avery Styles durfte bereits im WWE Performance Center trainieren
Während AJ Styles seinen eigenen Platz außerhalb des Rings neu definiert, beginnt sein Sohn Avery gerade erst, Erfahrungen im Wrestling zu sammeln. Der 19-Jährige konnte inzwischen sogar bereits im WWE Performance Center in Orlando trainieren. Styles erläuterte, dass Avery diese Gelegenheit bekam, während er selbst im Performance Center tätig war. Dabei habe er bewusst darauf verzichtet, seinen Sohn persönlich zu trainieren. Stattdessen sei es ihm wichtig gewesen, dass Avery von anderen Coaches lernt und unterschiedliche Sichtweisen kennenlernt.
Der Aufenthalt im Performance Center bedeutet nach aktuellem Stand weder einen WWE-Vertrag noch ein offizielles Tryout. Für den noch unerfahrenen Nachwuchswrestler war es vielmehr eine zusätzliche Trainingsmöglichkeit in einem professionellen Umfeld.
Avery sammelte außerdem bereits Erfahrungen im Dungeon von Natalya und TJ Wilson. AJ Styles hält diese Trainingsumgebung für besonders wertvoll, weil dort Wrestler mit unterschiedlichen Erfahrungsständen gemeinsam arbeiten und voneinander lernen können. Neben dem Erlernen einzelner Aktionen gehe es seiner Ansicht nach vor allem um Timing, Übersicht und darum, während eines Matches mehrere Abläufe gleichzeitig im Kopf zu behalten.
Styles lobte insbesondere die intensive Atmosphäre im Dungeon und die Arbeit von Natalya. Für seinen Sohn sieht er es als wichtigen Bestandteil der Entwicklung an, möglichst viele unterschiedliche Trainer und Wrestler kennenzulernen, statt ausschließlich von seinem berühmten Vater unterrichtet zu werden.
Am besten passt dieser Block direkt nach dem Abschnitt über Averys Training im Performance Center und Dungeon, weil er dessen aktuelle Entwicklung sinnvoll ergänzt:
AJ Styles verteidigt seinen Sohn nach öffentlicher Kontroverse
Rund um Avery Styles sorgte zuletzt auch eine Auseinandersetzung aus der Independent-Szene für Aufmerksamkeit. Arik Cannon hatte dem Nachwuchswrestler vorgeworfen, bei einer Veranstaltung nicht beim Auf- beziehungsweise Abbau geholfen zu haben, obwohl er dazu aufgefordert worden sei. AJ Styles widersprach dieser Darstellung nun erneut und erklärte, sowohl Avery als auch dessen damaliger Gegner Marcus Mathers hätten unabhängig voneinander versichert, eine entsprechende Aufforderung nicht wahrgenommen zu haben.
Styles stellte sich dabei klar hinter seinen Sohn und verwies darauf, dass Avery und Mathers für die Veranstaltung eine lange Fahrt auf sich genommen und sogar im Auto übernachtet hätten. Gleichzeitig räumte er ein, dass die gesamte Angelegenheit besser niemals öffentlich eskaliert wäre.
Rückblickend hält Styles es für möglich, dass auch seine eigene Reaktion unnötig gewesen sei. Als Vater habe er jedoch den Eindruck gehabt, dass die Integrität seines Sohnes öffentlich infrage gestellt werde, weshalb er sich zu Wort gemeldet habe. GCW hatte sich zuvor bereits von Cannons Aussagen distanziert und klargestellt, dass dieser nicht im Namen der Promotion gesprochen habe.
AJ Styles sammelt selbst neue Erfahrungen als NXT-Producer
Styles verbringt derzeit nicht nur als Beobachter Zeit im WWE Performance Center. Der ehemalige WWE Champion übernimmt vorübergehend Aufgaben als Coach und wurde zuletzt auch mehrfach als Producer bei NXT eingesetzt. Bei der NXT-Ausgabe vom 11. August 2026 war Styles für das Match zwischen Grayson Waller und Cruz Montana zuständig. Dabei musste er nach eigener Einschätzung vergleichsweise wenig eingreifen, da beide Wrestler über ausreichend TV-Erfahrung verfügen und wissen, wie ein Match innerhalb einer vorgegebenen Zeit umgesetzt werden muss.
Styles verstand seine Aufgabe daher vor allem darin, einzelne Ideen und Hinweise beizusteuern. Einen kompletten Matchablauf habe er den beiden nicht vorgeben müssen. Dieses Vorgehen verglich er mit seiner eigenen Zusammenarbeit mit erfahrenen Producern wie Abyss oder P.D. Williams, die seinen Stil kennen und deshalb gezielte Vorschläge einbringen können.
Besonders beeindruckt zeigte sich Styles von der Intensität des Matches. Waller und Montana hätten sich körperlich nichts geschenkt und nach der Begegnung sichtbare Spuren davongetragen.
Grayson Waller erhält besonderes Lob von AJ Styles
Vor allem Grayson Waller hinterließ bei Styles einen starken Eindruck. Der Hall of Famer hält den Australier für deutlich unterschätzt und sieht viel Qualität in dessen aktueller Präsentation. Styles gefällt insbesondere Wallers gegenwärtige Ausrichtung als selbstbewusster und konfrontativer Heel. Die Art, wie Waller seine Meinung offensiv vertritt und dabei bewusst Reaktionen provoziert, passe nach seiner Einschätzung sehr gut zu ihm.
Das Lob erhält zusätzliches Gewicht, weil Styles Waller bei diesem NXT-Match nicht nur aus Zuschauersicht beurteilen konnte, sondern unmittelbar an der Produktion beteiligt war. Der Einsatz war zudem nicht Styles‘ erste Tätigkeit als Producer bei NXT. Bereits beim NXT Underground Match zwischen NXT Women’s Championesse Kendal Grey und Lola Vice am 4. August hatte er gemeinsam mit Johnny Moss hinter den Kulissen mitgewirkt.
Eine dauerhafte Vollzeitstelle als NXT-Coach hat Styles bislang allerdings nicht übernommen. Er hilft derzeit vorübergehend aus, nachdem sich ein anderer Coach einer Knieoperation unterziehen musste. Gleichzeitig hat er bereits deutlich gemacht, dass er sich vorstellen kann, WWE künftig in unterschiedlichen Bereichen zu unterstützen.
