Chris Jericho wird bei seiner Zukunft konkret und sieht ein Problem für junge AEW-Talente

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Chris Jericho gehört seit der Gründung von AEW zu den prägendsten Persönlichkeiten der Promotion. Auch nach zahlreichen Veränderungen im Roster und mehreren eigenen Neuerfindungen sieht der 55-Jährige seine Aufgabe innerhalb des Unternehmens noch längst nicht als abgeschlossen an.

Bei „Wrestling Observer Radio“ sprach Jericho über seinen derzeitigen Platz bei AEW und darüber, wie sich die Bedingungen für eine neue Generation von Wrestlern verändert haben. Dabei machte er deutlich, welchen Beitrag er selbst in dieser Phase seiner Laufbahn noch leisten möchte.

Chris Jericho bezeichnet sich weiterhin als „Company Guy“

Auf die Frage nach seiner heutigen Rolle bei AEW erklärte Jericho, dass sich seine grundsätzliche Einstellung nicht verändert habe. Er sehe sich weiterhin als „Company Guy“ und werde dort eingesetzt, wo Tony Khan ihn benötige. Damit widersprach Jericho zugleich der gelegentlich geäußerten Wahrnehmung, er würde innerhalb von AEW vor allem eigene Interessen verfolgen. Nach seiner Darstellung habe er sich stets danach gerichtet, welche Aufgabe ihm die Unternehmensführung zugedacht habe.

Gleichzeitig räumte Jericho ein, dass er inzwischen eine andere Phase seiner Karriere erreicht habe. Ihm sei bewusst, dass seine Zeit als aktiver Wrestler nicht unbegrenzt weitergehen werde. Ein festes Datum für seinen Rücktritt nannte er allerdings auch diesmal nicht.

Jericho möchte noch gegen zahlreiche neue Gegner antreten

Statt sich mit einem konkreten Abschiedstermin zu beschäftigen, richtet Jericho seinen Blick darauf, wie er seine verbleibende Zeit im Ring nutzen kann. Besonders wichtig sei ihm dabei, mit Wrestlern zu arbeiten, gegen die er bislang noch nicht angetreten sei. Der AEW-Kader biete dafür weiterhin zahlreiche Möglichkeiten. Gerade unter den jüngeren Talenten gebe es viele Namen, mit denen Jericho bisher noch kein längeres Match bestritten habe.

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Dabei geht es ihm nach eigener Darstellung nicht lediglich darum, seiner Karriere weitere Begegnungen hinzuzufügen. Jericho sieht einen erfahrenen Gegner auch als Möglichkeit, jüngeren Wrestlern in Situationen zu helfen, in denen ihnen heute häufig eine wichtige Form der praktischen Erfahrung fehlt.

Fehlende House Shows erschweren die Entwicklung junger Wrestler

Jericho verwies in diesem Zusammenhang auf die geringe Anzahl regelmäßiger House Shows bei AEW. Für ihn unterscheidet sich der heutige Karriereweg junger Wrestler damit deutlich von den Bedingungen, unter denen er selbst seine Erfahrung sammelte. Früher konnten Talente dieselben Gegner bei nicht im Fernsehen übertragenen Veranstaltungen wiederholt treffen. Dadurch ließen sich Abläufe ausprobieren, Fehler korrigieren und einzelne Elemente eines Matches über mehrere Abende hinweg verbessern.

Junge AEW-Wrestler haben diese Möglichkeit häufig nicht. Es könne stattdessen passieren, dass zwei Wrestler erstmals unmittelbar vor einer Live-TV-Ausstrahlung intensiver miteinander arbeiten und ihr gemeinsames Match anschließend sofort vor einem großen Fernsehpublikum funktionieren müsse. Jericho bezeichnete diese Situation als beinahe unfair gegenüber den Talenten, betonte jedoch gleichzeitig, dass dies inzwischen zum modernen Wrestling-Geschäft gehöre.

Ein einziges TV-Match kann die Wahrnehmung eines Talents verändern

Für Jericho erhöht dieser Umstand den Druck auf weniger etablierte Wrestler erheblich. Wenn ein Match live im Fernsehen stattfinde, müsse die Begegnung möglichst sofort die bestmögliche Version erreichen. Eine zweite Gelegenheit mit demselben Gegner sei schließlich keineswegs garantiert. Sollte die erste Begegnung nicht funktionieren, könne dies die öffentliche Wahrnehmung eines jüngeren Wrestlers negativ beeinflussen.

Jericho sieht sich selbst in einer deutlich komfortableren Position. Nach mehr als drei Jahrzehnten im Wrestling sei seine Karriere so etabliert, dass einzelne Siege, Niederlagen oder schwächere Matches sein Ansehen kaum noch grundlegend verändern würden. Er bezeichnete diesen Status sinngemäß als nahezu „bulletproof“.

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Das bedeute jedoch nicht, dass ihm die Qualität seiner eigenen Matches gleichgültig sei. Jericho betonte, weiterhin möglichst starke Leistungen zeigen zu wollen. Für jüngere Gegner stehe bei solchen Begegnungen allerdings häufig wesentlich mehr auf dem Spiel.

Jericho sieht Erfahrung als Teil seiner heutigen AEW-Rolle

Gerade deshalb erhält sein Wunsch nach neuen Gegnern eine zusätzliche Bedeutung. Jericho kann seine jahrzehntelange Erfahrung in Matches mit Wrestlern einbringen, die nicht dieselben Möglichkeiten hatten, außerhalb des Fernsehens über Hunderte Auftritte hinweg Routine zu entwickeln.

Seine eigene Karriere begann in einer völlig anderen Wrestling-Landschaft. Jericho arbeitete in verschiedenen Ländern und Promotions, darunter Mexiko, Japan, ECW, WCW und WWE, bevor er 2019 zu den wichtigsten Namen beim Aufbau von AEW gehörte.

Heute befindet er sich damit in einer Position, in der einzelne Ergebnisse für seine eigene Karriere weniger entscheidend sind, während ein überzeugender Auftritt gegen ihn einem jüngeren Talent zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen kann.

Jerichos Verbindung zu AEW bleibt ein wichtiger Faktor

Jericho hatte zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass seine Beziehung zu AEW für ihn eine besondere Bedeutung besitzt. Im Gegensatz zu seinen früheren Arbeitgebern war er bereits bei der Entstehung der Promotion beteiligt und wurde zum ersten AEW World Champion der Geschichte.

Diese Verbindung spielte auch bei seiner Entscheidung eine Rolle, seine Zusammenarbeit mit AEW fortzusetzen. Jericho betrachtet es als etwas Besonderes, weiterhin für ein Unternehmen zu arbeiten, an dessen Aufbau er selbst beteiligt war.

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