AEW steht kurz vor einem der wichtigsten Events des Jahres. Während in London alles auf „All In” ausgerichtet ist, sorgen hinter den Kulissen mehrere Berichte für Aufsehen. Dabei geht es um den Konkurrenzkampf innerhalb des großen Kaders, die Frage, wie sich Wrestler möglichst dauerhaft im TV etablieren können, sowie mögliche Konsequenzen für Talente, deren Verträge in den kommenden Monaten zur Diskussion stehen könnten.
Parallel dazu präsentiert AEW am Samstag die letzte TV-Show vor All In London. Collision wurde bereits in Glasgow aufgezeichnet und bringt noch einmal zahlreiche Wrestler zusammen, die nur einen Tag später im Wembley Stadium im Einsatz sein werden.
AEW-Talente sollen sich bei ihrem Wrestling-Stil unter Druck fühlen
Einige Wrestler bei All Elite Wrestling sollen das Gefühl haben, dass ihnen ein bestimmter Matchstil bessere Chancen auf regelmäßige TV-Präsenz verschafft. Darüber berichtete Self Made Pro in einer Ausgabe der „Self Made Sessions“. Er erklärte, mit Personen innerhalb von AEW über die teilweise ähnlichen Strukturen verschiedener Matches gesprochen zu haben. Einige Talente hätten ihm dabei grundsätzlich zugestimmt, zugleich aber auf die Bedingungen hingewiesen, unter denen sie innerhalb des Unternehmens arbeiten.
Demnach herrscht bei manchen Wrestlern die Wahrnehmung, dass ein bestimmter, actionreicher Stil besonders gut beim Publikum der AEW ankommt. Wer auf diese Weise positive Reaktionen erhalte, könne sich dadurch bessere Chancen auf weitere Einsätze im Fernsehen erarbeiten. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um einen Bericht darüber, dass AEW seinen Wrestlern offiziell einen bestimmten Stil vorschreibt. Es geht vielmehr um die Einschätzung einzelner Talente, welche Art von Matches ihnen innerhalb des derzeitigen Systems die besten Möglichkeiten bietet.
Self Made Pro stellte diese Sichtweise jedoch infrage. Für ihn sei nicht eindeutig, ob Wrestler tatsächlich auf diesen Stil angewiesen seien oder ob sich innerhalb des Kaders lediglich die Überzeugung entwickelt habe, dass diese Formel funktioniere und andere Ansätze deshalb seltener ausprobiert würden. Gerade bei einem Kader mit zahlreichen Wrestlern unterschiedlicher Hintergründe und Wrestling-Stile stellt sich damit die Frage, wie stark sich einzelne Talente voneinander abheben können, wenn sie um begrenzte TV-Zeit konkurrieren.
Konkurrenz um TV-Zeit könnte auch bei Vertragsentscheidungen eine Rolle spielen
Dieser Konkurrenzkampf könnte im weiteren Jahresverlauf noch wichtiger werden. Laut Self Made Pro könnten Wrestler im unteren Bereich des AEW-Kaders bei zukünftigen Vertragsentscheidungen unter besonderer Beobachtung stehen. Einige Verträge laufen ab Oktober beziehungsweise zu einem späteren Zeitpunkt aus, wobei nicht jedes Arbeitspapier zwangsläufig verlängert werden muss. Besonders gefährdet seien nach seiner Darstellung Talente, bei denen über längere Zeit keine erkennbare Weiterentwicklung stattgefunden habe.
Dabei gehe es nicht ausschließlich darum, wie häufig ein Wrestler bei Dynamite oder Collision eingesetzt werde. Gerade Talente, die ihre Möglichkeiten vorwiegend bei Ring of Honor erhalten, müssten versuchen, aus ihren wenigen Chancen möglichst viel herauszuholen. Self Made Pro verwies unter anderem auf die Präsentation, die körperliche Verfassung und die Entwicklung eines Charakters. Wer längere Zeit auf derselben Position bleibe, ohne sein Auftreten anzupassen oder neue Impulse zu setzen, könnte bei einer anstehenden Vertragsverlängerung schlechtere Karten haben.
Auch hier ist eine wichtige Einschränkung notwendig: Bislang gibt es keine öffentlich bestätigte Liste von AEW-Wrestlern, deren Verträge aufgrund mangelnder Entwicklung nicht verlängert werden sollen. Der Bericht beschreibt vielmehr eine allgemeine Einschätzung darüber, welche Kriterien bei zukünftigen Entscheidungen eine Rolle spielen könnten.
Bryan Alvarez erwartet zahlreiche auslaufende AEW-Verträge
Zu diesem Thema passen Aussagen von Bryan Alvarez, der zuletzt ebenfalls über die Größe des AEW-Kaders gesprochen hatte. Nach Informationen des Wrestling-Observer-Reporters habe Tony Khan offenbar wenig Interesse daran, größere Gruppen von Wrestlern vorzeitig aus ihren Verträgen zu entlassen. Stattdessen könnten zahlreiche Arbeitspapiere in den kommenden Monaten einfach regulär auslaufen. Alvarez sprach dabei von einem Zeitraum von ungefähr sechs bis 18 Monaten, in dem dadurch eine größere Zahl an Wrestlern zu Free Agents werden könnte.
Dieser Bericht sollte allerdings nicht mit der konkreten Oktober-Aussage von Self Made Pro gleichgesetzt werden. Alvarez nannte keine bestimmten AEW-Talente, die im Oktober das Unternehmen verlassen sollen. Ein separater Bericht von Alvarez über mehrere im Oktober auslaufende Verträge bezog sich auf WWE und nicht auf AEW.
Zusammengefasst zeichnen die verschiedenen Meldungen dennoch ein ähnliches Bild: AEW verfügt weiterhin über einen sehr großen Kader, die verfügbare TV-Zeit ist jedoch begrenzt. Dadurch könnte die individuelle Entwicklung einzelner Wrestler bei zukünftigen Vertragsentscheidungen an Bedeutung gewinnen.
Tony Khan hat selbst zuletzt darauf hingewiesen, dass AEW bei weiteren Verpflichtungen besonders sorgfältig abwägen muss. Trotz des großen Talentangebots seien die Möglichkeiten, Wrestler regelmäßig bei Dynamite, Collision und den Pay-per-Views einzusetzen, naturgemäß begrenzt.
AEW Collision bildet den letzten TV-Stopp vor All In London
Bevor sich der Blick vollständig auf das Wembley Stadium richtet, steht am Samstag, dem 29. August 2026, noch eine neue Ausgabe von AEW Collision auf dem Programm. Die Show wurde bereits am Mittwoch im OVO Hydro in Glasgow, Schottland aufgezeichnet und ist die letzte AEW-TV-Ausgabe vor All In London am Sonntag.
Für die finale AEW Collision am 29. August 2026 vor All In London angekündigt
12-Man Tag Team Match
„Hangman“ Adam Page, Bandido, Brody King, Jay White, Austin Gunn & Colten Gunn vs. Lethal Twist: Jay Lethal, Blake Christian & Lee Johnson & The Demand: Ricochet, Bishop Kaun & Toa Liona
Trios Match
Chris Jericho, „Speedball“ Mike Bailey & Komander vs. Nick Wayne, Tommaso Ciampa & Mark Davis
Singles Match
Mercedes Moné vs. Isla Dawn
Singles Match
Konosuke Takeshita vs. The Beast Mortos
Singles Match
Skye Blue vs. Harley Cameron
Trios Match
The Dogs: David Finlay, Gabe Kidd & Clark Connors vs. noch nicht angekündigte Gegner
Außerdem angekündigt:
TNT Champion Kevin Knight wird sich zu Wort melden
Jon Moxley und Nigel McGuinness treten vor ihrem Continental Challenge Cup Finale bei AEW All In London auf
AEW Collision in voller Länge und mit deutschem Kommentar
Hier gibt es AEW Collision aus der Vorwoche in voller Länge und mit deutschem Kommentar: