Wenige Tage vor AEW All In London laufen die letzten Vorbereitungen für die Rückkehr ins Wembley-Stadion. Während ein Großteil der Matchcard feststeht, gibt es weiterhin offene Fragen und kurzfristige Entwicklungen rund um eine der wichtigsten Shows des AEW-Jahres.
Beim offiziellen Media Call am Donnerstag sprach Tony Khan ausführlich über die Veranstaltung, mögliche Überraschungen, Verletzungen, die Zukunft einzelner Stars und die wirtschaftliche Entwicklung von AEW. Dabei bestätigte der AEW-Präsident auch mehrere Informationen, die zuvor lediglich als Backstage-Berichte kursierten.
Willow Nightingale tritt mit gebrochener Hand an
Besonders schlechte Nachrichten gibt es für AEW Women’s World Championesse Willow Nightingale. Nachdem zunächst lediglich eine legitime Handverletzung gemeldet worden war, bestätigte Khan nun, dass ihre Hand tatsächlich gebrochen ist. AEW musste deshalb bei den Dynamite- und Collision-Aufzeichnungen in Glasgow kurzfristig geplante Inhalte verändern. Khan hatte ursprünglich andere Pläne für Nightingale, die innerhalb weniger Stunden angepasst werden mussten.
Das Titelmatch gegen Mercedes Moné soll trotzdem stattfinden. Nightingale möchte laut Khan unbedingt antreten und ihre Championship im Wembley-Stadion verteidigen. AEW hatte die tatsächliche Verletzung bei Dynamite bereits in die Storyline eingebaut, als Moné gezielt die betroffene Hand attackierte.
Sieben Teams kämpfen in der Trios Roulette Royale
Auch die bislang offene Situation rund um die AEW World Trios Championship ist geklärt. Khan kündigte für den Buy-In eine Trios Roulette Royale mit sieben Teams an. Die Stipulation erinnert an eine ähnliche Casino Trios Battle Royal aus dem Jahr 2022. Neben den Champions Hangman Page, Bandido und Brody King nehmen The Dogs, The Demand, die Bang Bang Gang, Death Riders und The Conglomeration teil.
Der siebte Platz bleibt bewusst frei. Khan arbeitet eigenen Aussagen zufolge weiterhin daran, ein interessantes Wildcard-Trio für Wembley zusammenzustellen. Damit bestätigt sich ein vorheriger Backstage-Bericht grundsätzlich, dem zufolge AEW die ursprünglich kleineren Pläne für die Trios Championship deutlich erweitern wollte.
Thekla könnte sehr bald zurückkehren
Auch Theklas Abwesenheit wurde thematisiert. Die frühere AEW Women’s World Championesse ist seit ihrer Titel-Niederlage gegen Nightingale im Juli nicht mehr im AEW-TV aufgetreten. Khan bezeichnete Thekla als äußerst wertvollen Bestandteil des Rosters und erklärte, dass die Zuschauer sie sehr bald wieder sehen dürften. Einen Auftritt bei All In bestätigte er allerdings nicht und forderte die Fans stattdessen auf, die weitere Entwicklung abzuwarten.
Grundsätzlich sei die Show trotz der bereits angekündigten Matches noch nicht vollständig abgeschlossen. Sowohl während des Pay-per-Views als auch beim Buy-In seien weitere Auftritte möglich.
Auch Britt Bakers All-In-Rückkehr bleibt offen
Eine ähnlich ausweichende Antwort gab Khan bei Britt Baker. Die ehemalige AEW Women’s World Championesse hatte kurz zuvor selbst positiv auf den Wunsch eines Fans nach einer Rückkehr bei All In reagiert.
Khan erinnerte daran, dass Baker zu den AEW-Originalen gehört und bereits bei einer früheren Wembley-Show auftrat. Eine Rückkehr bestätigte er nicht, antwortete jedoch auch hier mit einem „Stay tuned“. Damit bleibt offen, ob AEW für Wembley tatsächlich eine Überraschung mit Baker vorbereitet.
Noch ein weiteres Womens Match möglich
Khan wurde außerdem gefragt, weshalb es in diesem Jahr keinen Women’s Casino Gauntlet bei All In gibt. Er verwies darauf, dass ein solches Match erst kürzlich stattgefunden habe.
Gleichzeitig deutete der AEW-Präsident an, dass seine Planungen für Wembley noch nicht vollständig abgeschlossen seien. Es gebe eine bislang nicht angekündigte Möglichkeit, durch die mehrere weitere Wrestlerinnen auf der Show eingesetzt werden könnten. Ob es sich dabei tatsächlich um ein zusätzliches Match handelt und welche Frauen beteiligt wären, ließ Khan offen.
Khan räumt mögliche Überbelastung von Kenny Omega ein
Ausführlicher äußerte sich Khan auch zum Main Event zwischen Kenny Omega und Will Ospreay. Das World Championship Match sei spätestens seit Omegas Titelgewinn bei Beach Break konkret in den Planungen gewesen. Grundsätzlich habe er diese Begegnung um die AEW World Championship jedoch schon lange sehen wollen.
Besonders bemerkenswert war Khans Rückblick auf Omegas Comeback nach seiner Divertikulitis. AEW sei nach dessen Rückkehr zunächst mit voller Intensität gestartet, was möglicherweise zu viel gewesen sei. Khan räumte ein, Omega im vergangenen Jahr womöglich stärker belastet zu haben, als es sinnvoll gewesen wäre.
Inzwischen arbeite man gemeinsam an einem besser abgestimmten Zeitplan. Omega kümmert sich äußerst sorgfältig um seinen Körper und sein Training, weshalb AEW ihn teilweise bewusst über Videos präsentiert, statt ihn ständig körperlich einzusetzen.
Jamie Hayter erhält großes Lob
Auch Jamie Hayter wurde von Khan hervorgehoben. Er erinnerte daran, dass sie bereits beim ersten AEW Full Gear im Jahr 2019 dabei war und bezeichnete sich als großen Fan der Britin. Bei All In fordert Hayter gemeinsam mit Alex Windsor die amtierenden AEW Women’s Tag Team Championessen Megan Bayne und Lena Kross heraus. Khan zeigte sich besonders gespannt auf diese Begegnung vor dem britischen Publikum.
All In nähert sich einem Gate von sechs Millionen Dollar
Wirtschaftlich entwickelt sich die Veranstaltung ebenfalls erfolgreich. Khan erklärte, dass All In auf ein Live-Gate von rund sechs Millionen Dollar zusteuere. Die bisherigen Wembley-Veranstaltungen gehören bereits zu den erfolgreichsten Shows der Unternehmensgeschichte.
Eine erneute Rückkehr ins Wembley-Stadion im kommenden Jahr bestätigte Khan trotzdem nicht. Er sprach jedoch ausgesprochen positiv über den britischen Markt und erklärte, dass AEW künftig auch weitere Städte im Vereinigten Königreich besuchen könnte. Darüber hinaus möchte Khan die Zusammenarbeit mit dem britischen TV-Partner ITV weiterentwickeln.
Vier Stunden für die Main Show und große Erwartungen an HBO Max
Für die Main Show plant AEW derzeit mit einer maximalen Laufzeit von ungefähr vier Stunden. Der Pay-per-View soll um 13 Uhr Eastern Time beginnen und gegen 17 Uhr enden, was in Deutschland 19 bis 23 Uhr entspricht.
Khan erwartet zudem, dass All In der bislang erfolgreichste AEW-Pay-per-View auf HBO Max wird. Auch Dynamite und Collision würden nach seinen Angaben im Jahresvergleich besser abschneiden. Konkrete Streaming-Zahlen seien zwar nicht öffentlich transparent, AEW gehöre auf HBO Max jedoch zu den erfolgreichen Angeboten.
Khan bezeichnete die derzeitige Lage im Wrestling insgesamt als positiv. Besonders für die führenden Unternehmen sehe die mediale Entwicklung gut aus. AEWs schnelles Wachstum führte er auch auf die finanzielle Stärke der Eigentümerfamilie und den bisherigen Geschäftserfolg zurück.
MyAEW-Archive benötigen Zustimmung von Warner Bros. Discovery
Auch die Zukunft der Streamingplattform MyAEW wurde angesprochen. Auf die Frage, ob dort langfristig die vollständigen AEW- und ROH-Bibliotheken verfügbar sein könnten, verwies Khan auf die Partnerschaft mit Warner Bros. Discovery.
Entsprechende Erweiterungen würde AEW nur mit Zustimmung des Medienpartners vornehmen. Khan bezeichnete die Zusammenarbeit mit WBD als elementar für das Unternehmen.
Wie AEW neue Verpflichtungen im großen Roster einsetzen will
Angesprochen wurde zudem die Frage, wie AEW verhindert, dass neu verpflichtete Wrestler nach ihrem Debüt schnell im umfangreichen Roster untergehen. Khan verwies darauf, dass Verletzungen und andere unerwartete Entwicklungen die Planungen regelmäßig verändern. Sein Ziel bestehe darin, die bestmöglichen Shows zusammenzustellen und gleichzeitig möglichst vielen Wrestlern sinnvolle Möglichkeiten zu geben.
Zukunft des Continental Challenge Cup noch offen
Auch der erstmals ausgetragene Continental Challenge Cup war Thema des Gesprächs. Khan zeigte sich mit dem bisherigen Turnier zufrieden und freut sich auf das Finale zwischen Jon Moxley und Nigel McGuinness im Wembley Stadium.
Ob der Wettbewerb künftig jährlich stattfinden wird, wollte er jedoch noch nicht bestätigen. Diese Entscheidung müsse nach Abschluss des Turniers bewertet werden. Gleichzeitig blickt Khan bereits auf den Continental Classic im kommenden Winter.

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