Bei den Ticketverkäufen von AEW zeichnet sich ein gespaltenes Bild ab. Während Double or Nothing 2026 am 24. Mai in New York auf einen ausverkauften Veranstaltungsort zusteuert, hinkt All In 2026 am 30. August im Wembley Stadion in London den Vorjahresmarken klar hinterher. Dave Meltzer hat sich am heutigen Freitag direkt zur Lage geäußert, zudem ordnete er aufgekommene Spekulationen über einen möglichen AEW-Event im Madison Square Garden ein.
Double or Nothing 2026, kurz vor dem Ausverkauf
Bei „Double or Nothing 2026” läuft es derzeit erkennbar gut. Laut WrestleTix sind aktuell rund 13.848 Tickets im Umlauf, was einen deutlichen Sprung gegenüber den 8.200 Tickets der Vorjahresausgabe in Glendale, Arizona, darstellt. Allein innerhalb eines Tages stieg die Zahl um rund 360 Tickets, weshalb F4W Online von einer Show spricht, die auf dem besten Weg zum Ausverkauf sei.
Der niedrigste Standardticketpreis liegt bei 225,40 US-Dollar, was die starke Nachfrage zusätzlich einordnet. Veranstaltungsort ist das Louis Armstrong Stadium in Flushing im New Yorker Stadtbezirk Queens, dessen aktuell konfigurierte Bestuhlung 13.680 Plätze umfasst, während die theoretische Maximalkapazität laut WrestleTix bei 14.823 liegt. AEW hat bereits zusätzliche Reihen geöffnet, die teilweise sofort vergriffen oder von Resellern aufgekauft wurden. Realistisch ist damit ein Endstand jenseits der 14.000er-Marke.
Was den Verkaufsschub erklärt: Card und Premiere in New York
Verantwortlich für die starken Zahlen dürfte vor allem die Matchcard sein. Als Main Event gilt das angekündigte Title vs. Hair Match zwischen AEW World Champion Darby Allin und Ex-Champion MJF. Allin forderte MJF in der jüngsten Dynamite zu dieser Stipulation heraus, ein offizielles Vertrags-Segment ist für kommenden Mittwoch angesetzt. Zusätzlich bestätigt ist ein Stadium-Stampede-Match, an dem unter anderem Chris Jericho, Bobby Lashley, Shelton Benjamin, Kenny Omega, Jack Perry und The Young Bucks gegen Ricochet, Gates of Agony, Mark Davis, The Dogs und Andrade El Idolo antreten.
Hinzu kommt der symbolische Wert des Veranstaltungsorts. Es ist das erste Double or Nothing innerhalb der fünf New Yorker Stadtbezirke, was AEW einen klaren Premium-Markt-Anker liefert.
Spekulationen um das Madison Square Garden und was wirklich dahintersteckt
Mit der starken Nachfrage rund um das Louis Armstrong Stadium rückte in dieser Woche auch eine andere New Yorker Spielstätte wieder in den Fokus, nämlich der Madison Square Garden. Auslöser waren nahezu zeitgleich erfolgte Aussagen von The Young Bucks und MJF, die unabhängig voneinander den MSG als Traum-Veranstaltungsort bezeichneten, an dem sie noch immer gerne wrestlen würden. Im Netz machte daraufhin rasch die Vermutung die Runde, AEW könne sich auf ein Debüt in der legendären Arena vorbereiten.
Dave Meltzer dämpfte diese Erwartungen im „Wrestling Observer Newsletter” allerdings deutlich. Die zeitliche Nähe der beiden Aussagen sei reiner Zufall gewesen. Gebucht sei im MSG derzeit nichts. Bislang sei es AEW nicht gelungen, dort überhaupt einen Termin zu sichern. Bereits 2019 sei dem Unternehmen ein Datum im MSG angeboten, dann jedoch wieder zurückgezogen worden. Seither habe sich an der Lage nichts geändert.
Meltzer geht zwar davon aus, dass AEW ein Premium Live Event im MSG bei einer Premiere problemlos ausverkaufen würde, hält den Schritt aus wirtschaftlicher Sicht aber für wenig sinnvoll. Eine TV-Produktion im MSG sei zwischen Hallenmiete und Gewerkschaftskosten extrem teuer, weshalb das Louis Armstrong Stadium die kosteneffizientere Wahl darstelle. Genau diese Logik liefert auch eine zusätzliche Erklärung dafür, warum AEW seinen New-York-Anker derzeit bewusst in Queens setzt.
All In 2026 deutlich unter den Erwartungen
Während AEW in New York klare strategische Prioritäten verfolgt, sieht die Lage in London anders aus. „All In 2026” findet am 30. August erneut im Wembley-Stadion statt. Laut WrestleTix sind dort aktuell rund 24.347 Tickets im Umlauf. Das ist zwar absolut betrachtet eine respektable Zahl, im Vergleich zu früheren Wembley-Ausgaben jedoch deutlich zurückhaltend.
Die aktuelle Konfiguration umfasst 36.777 Plätze, wovon noch über 12.000 verfügbar sind. Die volle Stadionkapazität liegt bei 93.556, von der allerdings nur ein Teil für Wrestling-Shows bestuhlt wird. Wichtig für den Jahresvergleich ist außerdem, dass All In 2025 nicht im Wembley stattfand, sondern in Arlington im US-Bundesstaat Texas. Bei der diesjährigen Ausgabe handelt es sich also um die erste Wembley-Rückkehr seit 2024.
Dave Meltzers Einordnung und die historischen Vergleichszahlen
Eine besonders gewichtige Stimme zur Lage kommt vom heutigen Freitag selbst. Dave Meltzer ordnete die Wembley-Zahl auf X klar ein: „Unter 30.000 wäre nicht gut. Historisch gesehen ist ein Publikum über 30.000 für Pro Wrestling grundsätzlich stark.“
Meltzer verwies zudem darauf, dass es einen Grund gebe, warum mit Ausnahme von New Japan Pro Wrestling und dessen traditionellem Wrestle Kingdom am 4. Januar niemand jährlich wiederkehrende Stadion-Shows am gleichen Ort durchziehe. WWE habe in diesem Jahr genau das versucht, sei AEW in der Zugkraft allerdings deutlich voraus. Bereits Ende März hatte Meltzer im Wrestling Observer Newsletter eine konkrete Prognose abgegeben. Er rechne mit rund 35.000 zahlenden Zuschauern, deutlich unter den 53.922 Tickets der 2024er-Ausgabe.
Die Vergleichszahlen früherer Wembley-Auftritte rahmen diese Erwartung zusätzlich. Für die 2024er-Ausgabe hatte WrestleTix bei der ersten Erhebung 33.923 verteilte Tickets gemessen, am Ende kam AEW auf 53.922. Die 2023er-Premiere im Wembley setzte schon Anfang Mai rund 60.000 Tickets ab und schloss historisch noch deutlich höher.
Auffällig ist zudem, dass der niedrigste Preis für ein Standardticket 2026 bei 31,70 Pfund (umgerechnet rund 36,40 Euro) liegt und damit unter dem Niveau von 2024. Dennoch zieht die Nachfrage nicht entsprechend an. Meltzer führt ein weiteres Argument an: AEW Forbidden Door 2025 in der O2 Arena war erst am Veranstaltungstag selbst ausverkauft. Im Rückblick sei das für eine Stadion-Show in der Größe Wembleys ein Warnsignal gewesen.

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