Adam Copeland übt deutliche Kritik an WWE: Was er bei AEW anders erlebt

Adam Copeland sichtlich verägert
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Adam Copeland befindet sich in einer Phase seiner Karriere, in der viele Entscheidungen längst nicht mehr nur auf den nächsten großen Auftritt ausgerichtet sind. Der frühere Edge blickt inzwischen stärker darauf, wie seine aktive Laufbahn eines Tages enden soll und welche Rolle er bis dahin noch im Wrestling übernehmen möchte.

In einem neuen Interview mit Ariel Helwani sprach der 52-Jährige offen über seinen Wechsel zu AEW, seine letzten Jahre bei WWE und darüber, warum er sich bei seinem heutigen Arbeitgeber nicht nur als Wrestler sieht.

Ohne AEW wäre Adam Copeland wohl bereits zurückgetreten

Copeland blickte zunächst auf seine Entscheidung zurück, WWE im Jahr 2023 zu verlassen und zu All Elite Wrestling zu wechseln. Gegen Ende seines zweiten WWE-Runs habe er das Gefühl gehabt, dort nahezu alles erreicht und die meisten noch verfügbaren Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Auch für WWE selbst habe es kaum noch neue Wege gegeben, ihn dauerhaft anders einzusetzen.

Für Copeland lief die damalige Entscheidung deshalb letztlich auf zwei Möglichkeiten hinaus: entweder ein Wechsel zu AEW oder die Vorbereitung auf das Ende seiner aktiven Karriere. Ohne die Existenz von AEW wäre seine Laufbahn nach eigener Einschätzung vermutlich deutlich früher beendet worden. Copeland geht davon aus, dass er noch ungefähr ein weiteres Jahr bei WWE verbracht und anschließend einen geplanten Abschied erhalten hätte. Stattdessen debütierte er im Oktober 2023 bei AEW WrestleDream und begann ein weiteres Kapitel seiner Karriere.

AEW eröffnete ihm neue kreative Möglichkeiten

Für Copeland spielte dabei nicht nur die Möglichkeit eine Rolle, weiterhin regelmäßig im Ring zu stehen. Ebenso wichtig war ihm die Aussicht, kreative Ansätze verfolgen zu können, die er gegen Ende seiner WWE-Zeit zunehmend vermisst hatte.

Der Wechsel habe seiner Karriere neue Energie gegeben und ihm Wege eröffnet, die er bei WWE zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in derselben Form gesehen habe. Gerade nach mehr als zwei Jahrzehnten bei seinem früheren Arbeitgeber reizte ihn ein Umfeld, in dem neue Gegner, andere Storylines und zusätzliche kreative Freiheiten auf ihn warteten. Diese Erfahrung hat inzwischen auch Einfluss darauf, wie Copeland über das endgültige Ende seiner Laufbahn denkt.

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Copeland möchte seine Karriere bei AEW beenden

Auf die direkte Frage, ob AEW die Promotion sein werde, bei der er eines Tages seine Wrestling-Karriere beenden werde, ließ Copeland kaum Zweifel an seinen Vorstellungen. Er fühle sich bei All Elite Wrestling ausgesprochen wohl und sehe aktuell keinen Grund, für einen letzten Abschied noch einmal zu WWE zurückzukehren. Besonders schätze er die Energie innerhalb des Unternehmens, die Einstellung des Rosters und die Möglichkeit, eigene Ideen stärker einzubringen.

Seine WWE-Laufbahn betrachtet Copeland dagegen als abgeschlossen. Dort habe er weit mehr erreicht, als er zu Beginn seiner Karriere jemals erwarten konnte. Gleichzeitig hat WWE während der jahrzehntelangen Zusammenarbeit ebenfalls sämtliche Möglichkeiten mit ihm ausgeschöpft.

Seine AEW-Vertragslaufzeit bleibt schwer einzuschätzen

Wann Copelands aktueller Vertrag mit AEW tatsächlich endet, kann der Wrestler selbst offenbar nicht genau sagen. Ursprünglich hätte die Vereinbarung nach seiner Erinnerung möglicherweise im Oktober 2026 auslaufen können. Mehrere längere Unterbrechungen dürften die Laufzeit jedoch verändert haben. Dazu gehören seine Pause nach dem schweren Beinbruch sowie Dreharbeiten für Film- und Serienproduktionen wie „The Beekeeper“ und „Percy Jackson“.

AEW kann entsprechende Ausfallzeiten an bestehende Verträge anhängen. Ein ursprünglich möglicher Vertragsablauf im Herbst bedeutet somit nicht automatisch, dass sein Karriereende unmittelbar bevorsteht.

Copeland kritisiert seinen letzten WWE-Run

Ein weiterer Grund für seine Zufriedenheit bei AEW liegt in der kreativen Arbeitsweise. Copeland beschrieb seinen letzten WWE-Run rückblickend als zunehmend stark durchgeplant und einstudiert.

Aus seiner Sicht wurden viele Abläufe so detailliert vorbereitet, dass Wrestler nur wenig Raum hatten, spontan auf Situationen zu reagieren oder während eines Segments eigene Ideen auszuprobieren. Diese Arbeitsweise empfand Copeland gegen Ende seiner WWE-Zeit zunehmend als einschränkend.

AEW erinnert ihn dagegen in bestimmten Punkten eher an die Attitude Era. Damals gab es zwar grundlegende Vorgaben, dennoch war nicht jedes Detail bereits vor dem Gang durch den Vorhang vollständig festgelegt. Die Wrestler konnten innerhalb eines Rahmens reagieren und manche Elemente erst während der tatsächlichen Umsetzung entstehen lassen. Genau diese Freiheit empfindet Copeland heute als besonders reizvoll.

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Copeland sieht sich bei AEW auch in einer Führungsrolle

Seine Aufgabe bei AEW beschränkt sich nach eigener Einschätzung inzwischen allerdings nicht mehr ausschließlich auf die eigenen Auftritte im Ring. Copeland sieht sich auch als erfahrene Führungspersönlichkeit innerhalb des Rosters. Bereits in früheren Phasen seiner Karriere habe er Verantwortung innerhalb eines Locker Rooms übernommen und dabei positive Erfahrungen gesammelt. Er vermutet, dass diese Eigenschaften ebenfalls zu den Gründen gehörten, weshalb AEW ihn verpflichten wollte.

Damit kann Copeland seine jahrzehntelange Erfahrung nicht nur für die eigenen Storylines einsetzen, sondern sie auch an jüngere Talente und andere Mitglieder des Rosters weitergeben. Seine Position bei AEW verbindet für ihn somit aktive In-Ring-Arbeit mit einer Rolle, in der er anderen Wrestlern Orientierung und Unterstützung bieten kann.

Copeland äußerte sich zugleich positiv über die derzeitige Stimmung innerhalb des Unternehmens. Er habe den Eindruck, dass mehr Beteiligte gemeinsam in dieselbe Richtung arbeiten und kreative Elemente inzwischen besser ineinandergreifen. Wenn einzelne Ideen funktionieren und verschiedene Bereiche einer Show einander ergänzen, könne das gesamte Produkt aus seiner Sicht deutlich geschlossener wirken.

Das Karriereende rückt dennoch langsam näher

Trotz seiner Begeisterung für AEW ist Copeland bewusst, dass seine aktive Laufbahn nicht unbegrenzt weitergehen wird. Der inzwischen 52-Jährige hatte bereits im Mai eingeräumt, dass sein Körper ihm zunehmend deutlicher signalisiert, wie anspruchsvoll Wrestling nach Jahrzehnten im Ring geworden ist.

Anders als bei seinem ersten Karriereende im Jahr 2011 kommt dieser Moment dieses Mal allerdings nicht völlig unerwartet. Damals musste Copeland aufgrund einer schweren Nackenproblematik abrupt zurücktreten, obwohl er selbst noch nicht bereit dazu war. Nach seiner überraschenden Rückkehr im Jahr 2020 erhielt er weitere Jahre im Ring, die zuvor kaum jemand für möglich gehalten hätte. Heute kann er sich deshalb wesentlich bewusster auf den endgültigen Abschied vorbereiten.

Aktuell steht dieser jedoch noch nicht unmittelbar bevor. Copeland ist weiterhin aktiv, hält gemeinsam mit Christian Cage die AEW World Tag Team Championship und steht am 30. August bei All In im Wembley Stadium vor einer Titelverteidigung gegen die Young Bucks.

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