Ric Flair zieht vor Gericht: Im Hintergrund geht es um seine digitale Identität und Millionen

Ric Flair steht im Ring und schaut ernst aus

Ric Flair hat seine eigene Person über Jahrzehnte hinweg zu einer der bekanntesten Marken im Wrestling gemacht. Nun beschäftigt ihn ausgerechnet die Frage, wer über Teile dieser Marke verfügen darf und wer von seiner enormen Bekanntheit im Internet finanziell profitiert.

Ric Flair fordert mindestens zehn Millionen Dollar

Der WWE Hall of Famer hat vor dem Supreme Court in Manhattan Klage gegen die Talent- und Social-Media-Agentur FAM Networks eingereicht. Flair verlangt nach Angaben aus der Klageschrift mindestens zehn Millionen US-Dollar und erhebt dabei eine Reihe schwerwiegender Vorwürfe gegen das Unternehmen.

Im Mittelpunkt steht eine Vereinbarung, die Flair Ende 2025 mit FAM Networks geschlossen hat. Die Agentur sollte ihm dabei helfen, seine digitale Präsenz besser zu verwalten und insbesondere seine Reichweite in den sozialen Medien stärker zu monetarisieren.

Nach Flairs Darstellung entwickelte sich die Zusammenarbeit jedoch vollkommen anders als erwartet. Er wirft FAM unter anderem vor, weitreichende Rechte an seinem Namen, seinem Bild, seiner Identität und seinen Social-Media-Konten erhalten zu haben, ohne die versprochenen Leistungen und Einnahmen in entsprechendem Umfang erbracht zu haben. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich festgestellt und geben Flairs Darstellung in der Klageschrift wieder.

Flair unterschrieb die Vereinbarung offenbar innerhalb von 14 Minuten

Besonders auffällig ist die kurze Zeitspanne, in der der Vertrag zustande gekommen sein soll. Laut Klage erhielt Flair die Vereinbarung am 5. Dezember 2025 um 17:57 Uhr und unterschrieb sie bereits um 18:11 Uhr. Damit lagen lediglich 14 Minuten zwischen dem Erhalt des Dokuments und seiner Unterzeichnung.

Flair behauptet, die Vereinbarung sei für ihn nur schwer verständlich gewesen. Gleichzeitig wirft er FAM vor, ihm nicht ausreichend verdeutlicht zu haben, welche langfristigen Rechte das Unternehmen dadurch erhalten würde. Nach seiner Darstellung sei unter anderem eine dauerhafte Lizenz an Teilen seiner Identität eingeräumt worden. Auch die Frage nach juristischer Beratung spielt in der Klage eine Rolle. Flair behauptet, dass FAM gewusst habe, dass er keinen Anwalt mit einer vorherigen Prüfung des Vertrags beauftragt hatte.

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Streit um Flairs Facebook-Seite und angeblich entgangene Einnahmen

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Auseinandersetzung betrifft Ric Flairs Facebook-Präsenz. FAM Networks sollte laut Klage unter anderem dabei helfen, eine zuvor gehackte und demonetarisierte Facebook-Seite wiederherzustellen und anschließend Einnahmen daraus zu generieren. Flair sei dabei in Aussicht gestellt worden, dass diese Seite langfristig sogar monatliche Umsätze im sechsstelligen Bereich erreichen könne.

Tatsächlich soll FAM nach Flairs Darstellung später bis zu 20.000 US-Dollar pro Monat mit seiner Facebook-Seite erwirtschaftet haben, während er selbst daraus kein entsprechendes Geld erhalten habe. Flair beziffert die ihm bislang entgangenen Einnahmen auf mindestens 250.000 US-Dollar.

Die geschäftliche Vereinbarung soll außerdem unterschiedliche Beteiligungsmodelle vorgesehen haben. Bei gemeinsamen Projekten seien Flair angeblich 50 Prozent der Einnahmen zugesagt worden, bei sogenannten passiven Inhalten zehn Prozent.

Nach seiner Darstellung blieben jedoch weitere versprochene Möglichkeiten aus. Flair behauptet, FAM habe weder entsprechende Vortragsengagements noch persönliche Auftritte oder eigenständige Projekte für ihn organisiert und stattdessen überwiegend bereits vorhandene Inhalte erneut veröffentlicht.

Flair will nicht nur Schadensersatz

Die Forderungen des 16-fachen World Champions gehen deshalb deutlich über eine reine Geldzahlung hinaus. Flair möchte erreichen, dass die Vereinbarung mit FAM Networks aufgehoben wird. Zusätzlich fordert er die Kontrolle über seine Facebook-Seite zurück und möchte gerichtlich feststellen lassen, dass die Agentur keine entsprechenden Rechte an seinem Namen, seinem Bild oder seiner Identität besitzt. Außerdem verlangt er eine vollständige Abrechnung darüber, welche Einnahmen FAM mit seiner digitalen Präsenz erzielt haben soll.

Die geforderten mindestens zehn Millionen US-Dollar setzen sich nach den öffentlich gewordenen Angaben unter anderem aus fünf Millionen Dollar wegen angeblicher Vertragsverletzung sowie weiteren fünf Millionen Dollar wegen behaupteter betrügerischer Verleitung und daraus resultierender Schäden zusammen.

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Darüber hinaus verlangt Flair weiteren Schadensersatz im Zusammenhang mit anderen behaupteten Verstößen sowie die Herausgabe von Geldern, die FAM seiner Ansicht nach unrechtmäßig mit seiner Identität erwirtschaftet habe. Eine endgültige gerichtliche Entscheidung über die Vorwürfe steht aus.

Charlotte Flair sprach erst kürzlich über die Social-Media-Nutzung ihres Vaters

Bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenhang mit Aussagen von Charlotte Flair, die nur wenige Tage vor Bekanntwerden der Klage öffentlich über den Umgang ihres Vaters mit sozialen Medien gesprochen hatte. Im Gespräch mit Stephanie McMahon bei „What’s Your Story?“ bezeichnete Charlotte das Thema scherzhaft als eine tägliche Herausforderung. Sie berichtete unter anderem, dass sie ihrem Vater gelegentlich erklären müsse, dass bestimmte Bilder im Internet durch künstliche Intelligenz erstellt worden und nicht echt seien. Charlotte erklärte zudem, dass sie seine Social-Media-Konten am liebsten selbst verwalten würde – wir berichteten

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