Janel Grant wirft neue Fragen zur WWE-Untersuchung auf: Vince McMahon rückt erneut in den Mittelpunkt

Janel Grant am Mikrofon über Vince McMahon und WWE
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Janel Grant hat mit mehreren ausführlichen Instagram-Beiträgen neue Fragen zum Umgang der WWE mit den internen Ermittlungen aus dem Jahr 2022 aufgeworfen. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal nicht ausschließlich ihre Vorwürfe gegen Vince McMahon, sondern die Frage, wie das Unternehmen während der damaligen Untersuchung mit sensiblen Beweismitteln umging und welche Führungskräfte Einblick in diese Unterlagen erhielten.

Die neuen Aussagen stützen sich auf öffentlich zugängliche Gerichtsunterlagen aus einem Aktionärsverfahren und sorgen in den USA erneut für Diskussionen.

Janel Grant stellt den Ablauf der WWE-Untersuchung infrage

In ihren neuen Beiträgen erklärt Grant, sie habe erst durch die inzwischen veröffentlichten Gerichtsunterlagen erfahren, wie die interne Untersuchung der WWE im Sommer 2022 tatsächlich abgelaufen sei. Nach ihrer Darstellung seien während der Ermittlungen explizite Fotos, Textnachrichten und weitere persönliche Inhalte, die sie betreffen sollen, dem damaligen Sonderausschuss des WWE-Vorstands vorgelegt worden.

Grant betont, dass sie weder darüber informiert worden sei noch ihre Zustimmung zur Verwendung dieses Materials gegeben habe. Nun möchte sie unter anderem wissen, welche Personen innerhalb der WWE Zugang zu den Unterlagen hatten, wer lediglich Zusammenfassungen erhielt und wo sich mögliche Kopien oder Auswertungen heute befinden.

Dokumente werfen neues Licht auf Vince McMahons Rücktritt

Die Diskussion dreht sich insbesondere um Unterlagen vom 22. Juli 2022. Laut den veröffentlichten Dokumenten soll Vince McMahons damaliger Rechtsbeistand an diesem Tag umfangreiches Beweismaterial an den Sonderausschuss der WWE übergeben haben. Noch am selben Tag trat McMahon als CEO und Chairman zurück. Stephanie McMahon und Nick Khan übernahmen anschließend gemeinsam die Leitung des Unternehmens.

Aus den Unterlagen geht hervor, dass die damaligen Vorstandsmitglieder das Material als äußerst schwerwiegend einstuften. In einer zitierten Aussage erklärte Stephanie McMahon sinngemäß, kein Aufsichtsrat eines börsennotierten Unternehmens würde einen Vorstandsvorsitzenden mit derartigem Beweismaterial im Amt belassen.

Nick Khan und weitere Führungskräfte werden in den Unterlagen genannt

Auch WWE-Präsident Nick Khan wird in den veröffentlichten Dokumenten zitiert. Demnach wurde er gefragt, ob es aus seiner Sicht richtig gewesen sei, Vince McMahon nach Bekanntwerden der damaligen Informationen aus dem Tagesgeschäft herauszunehmen. Khan beantwortete diese Frage mit Ja und erklärte, er habe Vince McMahon dies seinerzeit auch persönlich empfohlen.

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Darüber hinaus wird eine Aussage der damaligen Vorständin Michelle McKenna hervorgehoben. Sie erklärte auf Nachfrage, dass die ihr vorliegenden Informationen deutlich über den Eindruck einer einvernehmlichen Affäre hinausgegangen seien und aus ihrer Sicht eher auf schwerwiegendere Vorwürfe hindeuteten.

Ehemaliges Vorstandsmitglied Jeffrey Speed erklärte zudem, den Mitgliedern des Sonderausschusses seien zwar keine Fotos direkt gezeigt worden, sie hätten jedoch Zusammenfassungen sowie Beschreibungen expliziter Textnachrichten erhalten.

Grant kritisiert den Umgang mit den Beweismitteln

Im Mittelpunkt von Grants neuen Aussagen steht jedoch weniger die Bewertung der damaligen Vorwürfe als vielmehr der Umgang mit den Beweismitteln während der internen Untersuchung.

Sie erklärt, dass die betreffenden Fotos und Nachrichten ohne ihr Wissen gesichtet, ausgewertet, zusammengefasst und teilweise Mitgliedern des WWE-Vorstands sowie weiteren Führungskräften präsentiert worden seien. Nach ihren Angaben hätten weder sie noch ihre Anwälte damals Kenntnis davon gehabt.

Grant stellt deshalb mehrere konkrete Fragen: Wer erhielt Zugriff auf die Unterlagen? Wer sah die Bilder? Wer bekam lediglich Zusammenfassungen vorgelesen? Und wo werden diese Informationen heute aufbewahrt?

Grant schildert die persönlichen Folgen der Ermittlungen

In ihren neuen Beiträgen beschreibt Grant außerdem die persönlichen Folgen der damaligen Ereignisse. Nach eigenen Angaben sei sie 2022 davon ausgegangen, aktiv an der öffentlich angekündigten internen Untersuchung der WWE beteiligt zu werden.

Sie habe deshalb ein Anwaltsteam engagiert, medizinische Unterstützung organisiert und nach eigenen Angaben einen sechsstelligen Betrag investiert, um sich auf die Untersuchung vorzubereiten. Letztlich sei das Verfahren jedoch beendet worden, ohne dass jemals jemand mit ihr gesprochen habe.

Erst durch die inzwischen öffentlich zugänglichen Gerichtsunterlagen habe sie erfahren, wie die Untersuchung intern tatsächlich abgelaufen sein soll. Sie betont, dass weder sie noch ihre Anwälte damals darüber informiert worden seien, dass das Material während der Untersuchung verwendet und innerhalb des Unternehmens weitergegeben worden sei.

Der Fokus des Rechtsstreits verschiebt sich

Während sich Grants ursprüngliche Klage in erster Linie gegen Vince McMahon, WWE und den ehemaligen WWE-Manager John Laurinaitis richtet, legen ihre aktuellen Aussagen den Schwerpunkt auf einen anderen Aspekt.

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Im Mittelpunkt steht nun die Frage, wie die interne Untersuchung durchgeführt wurde, welche Führungskräfte über die Vorwürfe informiert waren und wie mit den sensiblen Unterlagen umgegangen wurde. Damit rücken zunehmend auch die damaligen Entscheidungsprozesse innerhalb der WWE in den Fokus.

Verfahren weiterhin nicht abgeschlossen

Die Zivilklage von Janel Grant gegen Vince McMahon und WWE ist weiterhin anhängig. Grant wirft McMahon unter anderem sexuellen Missbrauch, sexuellen Menschenhandel und weitere Verfehlungen vor. Vince McMahon weist sämtliche Vorwürfe weiterhin entschieden zurück.

John Laurinaitis, der ebenfalls beklagt wurde, einigte sich bereits 2025 mit Grant und erklärte sich bereit, sie im weiteren Verfahren zu unterstützen. Parallel wird weiterhin darüber entschieden, ob der Rechtsstreit vor einem öffentlichen Gericht oder im Rahmen eines privaten Schiedsverfahrens fortgesetzt wird.

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