WWE-Talente fragten nach Kündigungsschutz: Die Antwort fiel fast immer gleich aus

WWE und TKO Vertrag für Wrestler mit Kugelschreiber
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In Zeiten der TKO-Ära und wiederkehrender Entlassungswellen spielt das Thema Jobsicherheit für WWE-Talente eine immer größere Rolle. Viele Wrestler würden sich gerne durch sogenannte No-Cut-Klauseln gegen überraschende Entlassungen absichern. Aktuellen Berichten zufolge lehnt WWE solche Vertragsklauseln jedoch in den allermeisten Fällen weiterhin ab.

Kein aktiver WWE-Vertrag mit No-Cut-Klausel bekannt

Sean Ross Sapp von Fightful Select sprach in einer Fragerunde über das Thema und erklärte, dass ihm derzeit kein einziger aktiver WWE-Vertrag bekannt sei, der eine No-Cut-Klausel enthält.

Nach seinen Informationen haben in den vergangenen Jahren mehrere WWE-Talente versucht, eine entsprechende Regelung in ihre Verträge aufnehmen zu lassen. Die Antworten fielen jedoch fast immer gleich aus. Entweder wurden die Anfragen direkt abgelehnt oder den Talenten wurde mitgeteilt, dass WWE beziehungsweise TKO solche Klauseln grundsätzlich nicht anbietet.

In einigen Fällen sollen Wrestler zwar mündlich die Zusicherung erhalten haben, dass sie nicht entlassen würden. Schriftlich festgehalten wurden diese Versprechen allerdings nicht. Sapp betonte außerdem, dass ihm kein konkreter Fall bekannt sei, in dem ein Talent nach einer solchen Zusage dennoch entlassen wurde. Gleichzeitig könne er aber nicht ausschließen, dass es entsprechende Fälle gegeben habe.

Dave Meltzer hält wenige Ausnahmen für möglich

Dave Meltzer vom „Wrestling Observer“ sieht die Situation ähnlich, schließt jedoch einzelne Ausnahmen nicht aus. Seiner Einschätzung nach könnte es ein oder zwei WWE-Verträge geben, die einen besonderen Kündigungsschutz enthalten. Falls es solche Verträge gibt, sind sie jedoch äußerst selten.

Auch Meltzer berichtete, dass mehrere namhafte Talente in der Vergangenheit entsprechende Klauseln verlangt hätten. Statt einer vertraglichen Absicherung hätten sie jedoch lediglich mündliche Zusagen erhalten. WWE habe diese Versprechen offenbar bewusst nicht schriftlich festhalten wollen.

Sapp bestätigte diese Darstellung und erklärte knapp, dass zahlreiche Wrestler nach No-Cut-Klauseln gefragt und als Antwort ein klares Nein erhalten hätten.

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Schon Vince McMahon lehnte die Idee strikt ab

Die Diskussion um No-Cut-Klauseln ist innerhalb der WWE keineswegs neu. Bereits im Jahr 2021 wurde das Thema laut Berichten intern diskutiert. Damals sollen einige einflussreiche Personen innerhalb des Unternehmens durchaus offen für solche Vertragsregelungen gewesen sein. Vince McMahon stellte sich jedoch entschieden dagegen und machte deutlich, dass er No-Cut-Klauseln nicht in WWE-Verträgen sehen wollte.

Auch nach McMahons Ausscheiden und der Entstehung von TKO scheint sich an dieser grundsätzlichen Haltung wenig geändert zu haben. Die aktuelle Unternehmensführung verfolgt offenbar weiterhin denselben Kurs.

David Otunga erklärt die Grenzen solcher Klauseln

Der frühere WWE-Star und heutige Anwalt David Otunga ordnete die Debatte aus juristischer Sicht ein. Seiner Meinung nach wird die Bedeutung von No-Cut-Klauseln häufig überschätzt. Selbst wenn ein Vertrag eine solche Klausel enthält, bedeutet das nicht automatisch vollständige Jobsicherheit. In vielen Fällen schützt eine No-Cut-Klausel lediglich vor einer Entlassung ohne wichtigen Grund. Was genau als wichtiger Grund gilt, könne jedoch sehr unterschiedlich ausgelegt werden.

Otunga erklärte deshalb, dass eine vertraglich garantierte Abfindung für viele Wrestler letztlich wertvoller sein könne als eine No-Cut-Klausel. Eine hohe Abfindung biete im Ernstfall oft mehr Sicherheit als ein Kündigungsschutz, der durch verschiedene Vertragsklauseln umgangen werden könne. Aus seiner Sicht ist eine No-Cut-Klausel zwar hilfreich, eine klar geregelte finanzielle Absicherung im Falle einer Trennung jedoch häufig die bessere Lösung.

Entlassungen und Gehaltskürzungen sorgen für Verunsicherung

Die aktuelle Diskussion kommt nicht ohne Grund auf. Erst im April und Mai 2026 entließ WWE erneut zahlreiche Talente, darunter auch bekannte Namen. Darüber hinaus berichtete Fightful Select, dass WWE am Tag der Entlassungen mehrere Talente kontaktiert und ihnen Vertragsänderungen mit niedrigeren Gehältern angeboten haben soll. Den betroffenen Wrestlern sei teilweise lediglich zwei Tage Zeit eingeräumt worden, um über die Angebote zu entscheiden.

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Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt in diesem Zusammenhang die Situation von The New Day. Kofi Kingston und Xavier Woods sollen sich Berichten zufolge gegen die angebotenen Gehaltskürzungen entschieden haben. Statt reduzierte Verträge zu akzeptieren, verließen sie die WWE und verzichteten damit auf Millionenbeträge, die ihnen ursprünglich noch zugestanden hätten.

Laut Fightful Select gehen zahlreiche Talente und Berater inzwischen davon aus, dass die jüngsten Entwicklungen die zukünftigen Vertragsverhandlungen mit TKO nachhaltig beeinflussen werden. Viele Wrestler sollen mittlerweile deutlich größeren Wert auf schriftliche Absicherungen legen, da mündliche Zusagen im Zweifelsfall nur begrenzten Schutz bieten.

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