Wie bereits berichtet, wird Sheamus die WWE nach fast 20 Jahren verlassen. Der frühere World Champion lehnte ein Angebot zur Vertragsverlängerung zu geänderten finanziellen Konditionen ab und wird nach Ablauf seines Vertrags zum Free Agent.
Sheamus steht derzeit noch bei WWE unter Vertrag. Da sein Vertrag jedoch ohnehin kurz vor dem Ablauf steht, verzichtete WWE auf eine offizielle Entlassung, die automatisch eine 90-tägige Konkurrenzklausel nach sich gezogen hätte.
Inzwischen haben sich mehrere bekannte Persönlichkeiten aus der Wrestling-Welt zu seinem bevorstehenden Abschied geäußert. Zudem hat Dave Meltzer die Hintergründe der aktuellen Vertragsstrategie von TKO Group Holdings näher beleuchtet.
Dave Meltzer erklärt die Vertragsstrategie von TKO
Im aktuellen Wrestling Observer Radio ordnete Dave Meltzer den bevorstehenden Abgang von Sheamus ein. Seiner Einschätzung nach passt der Fall in die langfristige Personalstrategie von TKO Group Holdings, der Muttergesellschaft von WWE.
Meltzer erklärte, dass TKO bereit sei, viel Geld in aktive Topstars zu investieren, die aktuell eine zentrale Rolle im Produkt spielen. Bei älteren Wrestlern mit hoch dotierten Verträgen verfolge das Unternehmen dagegen einen anderen Ansatz. Statt langjährige und kostenintensive Verträge fortzuführen, setze TKO verstärkt auf jüngere Talente, die sich langfristig aufbauen lassen und geringere Kosten verursachen.
Vor diesem Hintergrund überraschte ihn das Vertragsangebot an Sheamus nicht. Der 48-Jährige musste in den vergangenen Jahren mehrfach verletzungsbedingt pausieren und gehörte zuletzt nicht mehr dauerhaft zu den wichtigsten Storylines der WWE. Laut Meltzer handelt es sich dabei nicht um einen Einzelfall, sondern um eine Strategie, die TKO inzwischen konsequent verfolgt.
WWE rückt das Alter von Veteranen stärker in den Fokus
Auch andere Beobachter der Szene sehen Anzeichen für diese Entwicklung. So wird das Alter der erfahrenen Wrestler in den WWE-Shows und am Kommentatorenpult derzeit auffällig häufig thematisiert.
Das könne zwar der jeweiligen Storyline dienen, gleichzeitig könne es aber auch die Verhandlungsposition der WWE bei anstehenden Vertragsgesprächen stärken. Wer im TV zunehmend als Veteran oder als Wrestler am Ende seiner Karriere dargestellt werde, habe es möglicherweise schwerer, einen hoch dotierten neuen Vertrag auszuhandeln.
Sheamus selbst deutete kurz vor Bekanntwerden seines Abschieds noch eine mögliche Rückkehr an. Anfang Juli veröffentlichte er auf X einen humorvollen Beitrag, in dem er scherzhaft erneut eine Chance auf die Intercontinental Championship forderte – den einzigen großen WWE-Titel, der ihm noch zum Grand Slam fehlt. Wenige Tage später wurde sein Profil auf WWE.com in den Alumni-Bereich verschoben.
MJF reagiert mit einer alten Stichelei
AEW World Champion MJF griff die Meldung auf seine ganz eigene Art auf. Auf Instagram veröffentlichte er einen Screenshot eines Schlagabtauschs mit Sheamus aus dem Jahr 2022.
Damals hatte Sheamus auf einen Beitrag von MJF mit einem GIF von Conor McGregor reagiert und gefragt, wer MJF überhaupt sei. Dieser antwortete damals mit deutlichen Worten und stellte Sheamus‘ Karriere infrage. Nun veröffentlichte MJF den damaligen Austausch erneut und ergänzte ihn mit dem Kommentar: „Bring that smoke, O’Shaunessy.“ Dabei verwendete er bewusst den früheren Ringnamen, unter dem Sheamus vor seiner WWE-Zeit in der Independent-Szene auftrat.
Ob MJF damit lediglich Aufmerksamkeit erzeugen wollte oder tatsächlich Interesse an einem künftigen Aufeinandertreffen hat, bleibt offen. Laut Fightful Select wussten Quellen innerhalb von AEW im Vorfeld nichts von Sheamus‘ bevorstehendem Abschied.
MJF out here calling out Sheamus! You want to see that #AEW move? pic.twitter.com/h2aKqRvXOL
— Felix Upton (@felixupton_) July 5, 2026
Ricochet dämpft Spekulationen über einen Wechsel
Auch AEW-Star Ricochet meldete sich auf X zu Wort und reagierte auf die Spekulationen um Sheamus. Er erklärte, dass weder Sheamus noch The New Day seiner Einschätzung nach in naher Zukunft bei AEW auftauchen würden.
Seine Begründung fiel gewohnt augenzwinkernd aus. Kofi Kingston und Xavier Woods könne er jederzeit im Videospiel Tekken besiegen, und gegen Sheamus würde er ebenfalls gewinnen. Fans sollten deshalb ihre Erwartungen an einen möglichen AEW-Wechsel nicht zu hoch ansetzen.
Ob Ricochet damit lediglich scherzte oder tatsächlich Einblicke in die Situation hat, bleibt unklar. Wie so oft verschwimmen im Wrestling auf Social Media die Grenzen zwischen persönlicher Meinung und möglichem Storytelling.
AEW bleibt dennoch die naheliegendste Option
Trotz Ricochets Aussagen gilt AEW weiterhin als wahrscheinlichstes Ziel für Sheamus. Besonders seine enge Freundschaft mit Claudio Castagnoli, den WWE-Fans als Cesaro kennen, wird dabei immer wieder als möglicher Faktor genannt. Beide bildeten jahrelang das erfolgreiche Tag Team The Bar.
Fightful Select berichtet, dass Castagnoli zu den Personen gehören soll, die sich intern für eine Verpflichtung von Sheamus einsetzen könnten. Offizielle Gespräche oder Verhandlungen wurden bislang jedoch nicht bestätigt.
Neben AEW kommen auch Einsätze bei internationalen Promotionen oder ausgewählte Independent-Auftritte infrage. Da Sheamus die WWE als Free Agent verlässt und keine 90-tägige Konkurrenzklausel greift, kann er unmittelbar nach Vertragsende frei über seinen nächsten Karriereschritt entscheiden.

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